Drei Faktoren entscheiden über die Zukunft: Schafft das Saarland sein Klimaziel? Alles steht und fällt mit dem grünen Stahl


Drei Faktoren entscheiden über die Zukunft Schafft das Saarland sein Klimaziel? Alles steht und fällt mit dem grünen Stahl

Meinung | Saarbrücken · Das Saarland ist in Sachen Klimaschutz auf einem guten Kurs, findet unser Autor Florian Rech. Nun hängt alles von der Transformation der Stahlindustrie ab. Drei Faktoren sind entscheidend.

24.10.2026 , 18:25 Uhr

 Auf dem Gelände der Dillinger Hütte wird unter anderem eine Anlage zur Verhüttung von Eisenerz mithilfe von Erdgas und/oder Wasserstoff (statt Kohle) gebaut, die 2029 in Betrieb gehen soll. Mit der neuen Anlage könnten bei der Stahlproduktion große Mengen von Treibhausgas-Emissionen vermieden werden.

Auf dem Gelände der Dillinger Hütte wird unter anderem eine Anlage zur Verhüttung von Eisenerz mithilfe von Erdgas und/oder Wasserstoff (statt Kohle) gebaut, die 2029 in Betrieb gehen soll. Mit der neuen Anlage könnten bei der Stahlproduktion große Mengen von Treibhausgas-Emissionen vermieden werden.

Foto: Ruppenthal

Endlich einmal gute Nachrichten für den künftigen Klimaschutz im Saarland. Nach aktuellen und durchaus plausiblen Prognosen der Landesregierung können die Klimaschutzziele bis zum Jahr 2030 eingehalten werden. Läuft es sehr gut, könnten die Treibhausgasemissionen im Saarland sogar ein wenig mehr als um die gesetzlich vorgeschriebenen 65 Prozent zurückgehen.

Das ist der alles entscheidende Faktor

Alles entscheidender Faktor ist dabei die Umstellung der Stahlproduktion, konkreter noch der Eisenverhüttung im Saarland. Denn alleine dieser Industriezweig ist zurzeit für zwei Drittel aller Treibhausgas-Emissionen im Bundesland verantwortlich. Sowohl die saarländische Stahlindustrie als auch die SPD-Landesregierung haben alles dafür getan, die Grundvoraussetzungen für das Gelingen des Großprojekts zu schaffen.

Das Erreichen der saarländischen Klimaziele hängt nun maßgeblich von drei Faktoren ab. Erstens: Die CO2-reduzierte Stahlproduktion muss pünktlich vor dem Jahr 2030 anlaufen. Danach sieht es derzeit aus. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange, sowohl in den Stahlwerken als auch bei der Pipeline zur künftigen Wasserstoffversorgung. Zweitens: Es darf bis 2030 nicht wesentlich mehr Stahl produziert werden als aktuell. Eine Zwickmühle, denn ein für das Saarland wünschenswerter wirtschaftlicher Erfolg der Stahlindustrie wäre mit einem höheren CO2-Ausstoß verbunden. Drittens: Die künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auf die sich unsere Stahlindustrie mit ihrer Transformation gerade einstellt, müssen auch wirklich kommen. Und die werden mit der Reform des europäischen Emissionshandels gerade in Brüssel neu verhandelt. Mit bisher ungewissem Ausgang. Und daher auch ungewissen Auswirkungen auf den Klimaschutz im Saarland.