Drei Krimis für den Herbst: Diese Bücher lassen Sie nachts wirklich nicht schlafen
Stand: 24.09.2026, 08:24 Uhr
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Peter James, Kirsty Lockwood und Anne Holt schicken ihre Figuren in Fälle, bei denen die Wahrheit näher liegt, als ihnen lieb sein kann – und gefährlich wird.
Berlin – Wenn draußen der Regen gegen die Scheiben schlägt und es schon am späten Nachmittag dämmert, beginnt die beste Zeit für Krimis. Dann darf die Handlung ruhig etwas dunkler sein und die Figuren ein wenig undurchsichtiger. In Peter James’ neuem Fall gerät die britische Monarchie ins Visier, bei Kirsty Lockwood wird ein fatales Urteil in den sozialen Medien gefällt, und Anne Holt schickt ihre Kult-Ermittlerin in den letzten Fall.

Drei Bücher, drei sehr unterschiedliche Abgründe, die perfekt in die ungemütliche Jahreszeit passen. Sie führen nach Brighton, in einen Vorort von Glasgow und an die norwegische Küste. Mal geht es um einen Anschlag, mal um einen Mord vor den Augen der Öffentlichkeit, mal um eine Tote, deren Schicksal Rätsel aufgibt. Gemeinsam ist den Fällen, dass sie niemals bei der ersten naheliegenden Erklärung stehen bleiben – und stets dieselbe Frage aufwerfen: Wem kann man eigentlich noch trauen? Wer hier nur kurz hineinlesen will, sollte sich deshalb besser Zeit nehmen.
Peter James: „Der Tag des toten Falken“
Die Queen, Königin Camilla, ist auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Brighton, als ihr Zug entgleist. Noch weiß niemand, ob es ein Unfall oder ein Anschlag war. Dann wird ihr Privatsekretär von einem Scharfschützen erschossen. Die Queen bleibt unverletzt, doch Scotland Yard und das Königshaus gehen davon aus, dass sie das eigentliche Ziel war. Detective Superintendent Roy Grace, der die Ermittlungen leitet, hat allerdings einen anderen Verdacht. Als ein weiterer Mord geschieht und Spuren in den Buckingham Palace führen, wird aus dem Fall eine Bedrohung für die Monarchie.
Warum sollte man das lesen? Peter James verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit einer ungewöhnlichen Bühne: Statt eines abgeschiedenen Landhauses oder einer anonymen Großstadt steht das britische Königshaus im Zentrum. Der Reiz liegt dabei nicht nur in der Frage, wer hinter den Morden steckt. Auch der Verdacht, dass die erste Erklärung zu einfach sein könnte, treibt die Handlung an. Ein Krimi für alle, die royale Kulisse, hohe Einsätze und überraschende Wendungen mögen, abseits von Enthüllungsbüchern wie „Swan Song“.
„Der Tag des toten Falken“ – Peter James
► Übersetzt von Werner Löcher-Lawrence
► 2026 Hoffmann & Campe, ISBN-13 978-3-455-02215-5
► Preis: 22 Euro, 528 Seiten
Kirsty Lockwood: „Most Hated Girl“
Odette ist 19 Jahre alt und lebt nach dem Tod ihrer Mutter allein in einem Vorort von Glasgow. Zufällig lernt sie den mehr als 80-jährigen Amos kennen. Zwischen den beiden entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Gemeinsam starten sie einen Kanal in den sozialen Medien, ihre Reels gehen viral. Dann wird Amos vor den Augen der Öffentlichkeit von Odette ermordet – und Odette weigert sich, auch nur ein Wort über die Geschehnisse zu sagen. Wer war Amos wirklich? Und ist Odette tatsächlich das Monster, als das sie online dargestellt wird?
Warum sollte man das lesen? „Most Hated Girl“ macht die öffentliche Verurteilung selbst zum Spannungsmotor. Das Buch fragt, was von der Wahrheit übrig bleibt, wenn Millionen Menschen ihr Urteil längst gefällt haben. Lockwood interessiert sich dabei nicht nur für den Tathergang, sondern auch für Einsamkeit, Verlust und Trauma. Das macht den Debütroman zu einer beklemmenden Lektüre über Macht, Kontrolle und die Frage, wie schnell aus einem Bild im Netz eine vermeintliche Wahrheit wird.
„Most Hated Girl“ – Kirsty Lockwood
► Übersetzt von Conny Lösch
► 2026 Insel Verlag, ISBN-13 978-3-458-64632-7
► Preis: Taschenbuch 17 Euro, 399 Seiten
Anne Holt: „Diamanten und Rost“
Anne Holt schickt Hanne Wilhelmsen in ihren letzten Fall. Die Kult-Ermittlerin, die im Rollstuhl sitzt, verbringt mit ihrer Familie den Sommer in einem neuen Ferienhaus an der norwegischen Küste. Hanne sehnt sich nach Oslo und ihrer gewohnten Umgebung – nur die zurückgezogen lebende Krimiautorin Kristine Hoff weckt ihre Neugier. Dann wird eine Tote gefunden. Hanne beginnt inoffiziell zu ermitteln und stößt auf einen Fall, der mitten in die Abgründe des Literaturbetriebs führt. Kristine wird zu ihrer Vertrauten und kann wichtige Hinweise liefern. Gleichzeitig ermittelt Hannes Ex-Kollege Odin offiziell. Als Hanne der Wahrheit näherkommt, ereignet sich eine Tragödie, die alles verändert.
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Warum sollte man das lesen? „Diamanten und Rost“ ist nicht nur ein rätselhafter Todesfall, sondern auch der Abschied von einer langjährigen Ermittlerfigur. Hanne Wilhelmsen ist klug, eigenwillig und keineswegs bereit, sich mit ihrem Ruhestand abzufinden. Dazu kommt die besondere Verbindung aus norwegischer Küste, Literaturbetrieb und moderner Rechtsmedizin. Wer Krimis mit starken Figuren und einem emotionalen Finale mag, bekommt hier einen Fall, der über die Auflösung hinausreicht. Die Krimis von Anne Holt wurden teilweise fürs Fernsehen adaptiert.
„Diamanten und Rost“ – Anne Holt
► Übersetzt von Gabriele Haefs
► 2026 Atrium, ISBN-13 978-3-85535-256-2
► Preis: Hardcover 24 Euro, 448 Seiten
Wie weitere Bestsellerautoren, darunter Arne Dahl, Jussi Adler-Olsen oder Sebastian Fitzek auf ihre Ideen kommen, lesen Sie hier in den Interviews. Übrigens: Bleiben Sie auf dem Laufenden zu Buchtipps und Neuigkeiten aus der Buchwelt mit unserem Newsletter. Hier abonnieren. (str)