Drohnen legen Flughafen Luxemburg zeitweise lahm
Drohnengefahr
Drohnen legen Flughafen Luxemburg zeitweise lahm
Starts und Landungen wurden kurzzeitig ausgesetzt. Die Regierung kündigt Untersuchungen an. Inm Vereinigten Königreich wurden heuer 340 Drohensichtungen über Militäranlagen registriert
Luxemburg – Wegen der Sichtung nicht genehmigter Drohnen ist der Flugbetrieb am Flughafen Luxemburg in der Nacht auf Samstag vorübergehend eingestellt worden. Laut Luxemburgs Regierung wurde der Luftraum am Freitagabend vorsorglich geschlossen. Insgesamt seien 19 ankommende Flüge auf andere Flughäfen umgeleitet worden. "Nach zwei Inspektionen, die ein unmittelbares Risiko für die Flugsicherheit ausschließen konnten, wurde der Flughafenbetrieb gegen 1.20 Uhr wieder aufgenommen", hieß es.
Den Angaben zufolge trat anschließend die sogenannte interministerielle Bewertungsstelle "Drohnen" zusammen, um die Situation zu bewerten und geeignete Folgemaßnahmen zu prüfen. Dabei handelt es sich um ein Koordinationsgremium der Regierung, das bei Krisen aktiv wird. Premierminister Luc Frieden berief demnach mehrere zuständige Minister sowie betroffene Behörden und Dienste ein.
"Verfolgen Entwicklung aufmerksam"
Zum jetzigen Zeitpunkt ließen die vorliegenden Erkenntnisse keine abschließenden Schlussfolgerungen zu, hieß es von der Regierung. "Die zuständigen Behörden setzen die Analyse sämtlicher gesammelter Informationen sowie die erforderlichen Überprüfungen in enger Zusammenarbeit mit ihren ausländischen Partnern fort." Die Regierung verfolge die Entwicklung der Situation aufmerksam und bleibe "uneingeschränkt mobilisiert, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten".
Zur Herkunft der Fluggeräte wurden zunächst keine näheren Angaben gemacht. Aus Gründen der Sicherheit sowie der laufenden Ermittlungen könnten derzeit keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt werden, hieß es.
340 Drohnenvorfälle in einem Jahr
An britischen Militärstandorten kommt es einem Zeitungsbericht zufolge immer häufiger zu Drohnenvorfällen. In den vergangenen zwölf Monaten seien 340 Sicherheitsvorfälle mit Drohnen über oder in der Nähe militärischer Einrichtungen entdeckt worden, berichtete der "Independent" am Samstag. 2025 waren es demnach 250 Vorfälle gewesen, im Jahr davor lag die Zahl mit 126 nur bei etwas mehr als der Hälfte.
Das britische Verteidigungsministerium machte keine Angaben zur Herkunft der Drohnen, aber die Vorfälle kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem immer mehr europäische Länder hybride Angriffe aus Russland auf ihr Territorium melden.
"Erhebliche Fortschritte"
Die britische Staatssekretärin für Verteidigung, Louise Sandher-Jones, erklärte, die Regierung nehme "die Bedrohung durch feindliche Drohnen über Einrichtungen des Verteidigungsministeriums sehr ernst". Die Zunahme der registrierten Vorfälle spiegle "die erheblichen Fortschritte bei der Überwachung und Meldung" solcher Vorfälle wider, fügte sie in einer an die Nachrichtenagentur AFP übermittelten Stellungnahme hinzu. Im vergangenen Februar seien Luftraumbeschränkungen über 44 strategischen Militärstandorten in Kraft getreten, bei weiteren 160 Standorten solle dies im Herbst geschehen.
Am Freitag hatte das Außenministerium in Moskau die britische Interims-Geschäftsträgerin einberufen, um gegen die "Steigerung" von Londons Lieferungen von Drohen und anderen Waffen an die Ukraine zu protestieren. Moskau warnte davor, dass britische Militäreinrichtungen in der Ukraine als "legitime Ziele" betrachtet würden, sollten sie für Langstreckenangriffe auf Russland genutzt werden.
Großbritannien gehört seit Beginn der großangelegten russischen Offensive im Jahr 2022 zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine. (APA, red, 19.9.2026)
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