DSA-Verfahren eingeleitet: EU untersucht Booking.com wegen Phishing und Fake-Angeboten - Golem.de


Weil Betrüger über gestohlene Buchungsdaten hochgradig glaubwürdige Zahlungsaufforderungen an Reisende verschicken, fordert die EU wirksame Schutzmaßnahmen bei Booking.com.

Logo von Booking.com einer Abbildung vom 5. August 2025 Bild: Reuters/Dado Ruvic/Illustration

Die Europäische Kommission ermittelt wegen Verbraucherschutzverstößen gegen die US-amerikanisch-niederländische Reiseplattform Booking.com. Das hat die Behörde am 21. Oktober 2026 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster). Das Unternehmen steht im Verdacht, nicht genug gegen Betrüger und Phishing auf der Plattform getan zu haben.

Ein förmliches Verfahren nach dem Digital Services Act (DSA) wurde eingeleitet, um zu prüfen, ob Booking.com gegen das Gesetz über digitale Dienste verstieß. Die Plattform habe möglicherweise auch gegen das Gesetz über digitale Dienste verstoßen, weil sie Einträge nicht eindeutig als Anzeigen kennzeichnete, bei denen Anbieter für ein höheres Ranking in Suchergebnissen bezahlten.

Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, erklärte: "Die Europäer sollten ihren Urlaub buchen können, ohne befürchten zu müssen, betrogen zu werden."Die EU-Kommission ermittelt wegen gefälschter Einträge für nicht vorhandene Unterkünfte, Identitätsbetrug und nicht konformer Beherbergungsangebote.

Reservation-Hijacking-Angriffe mit echten Buchungsdaten

Sicherheitsforscher von Norton haben weltweit 350 manipulierte Unterkünfte in 50 Ländern identifiziert, darunter 49 in Deutschland – mehr als in jedem anderen Land des untersuchten Datensatzes. Bei diesen Reservation-Hijacking-Angriffen nutzen Betrüger echte Buchungsdaten, um gefälschte Zahlungsaufforderungen glaubwürdig erscheinen zu lassen.

Reisende erhalten Nachrichten, die sich auf ihr konkretes Hotel und ihre Reisedaten beziehen, häufig sogar direkt über die vertrauenswürdigen Kanäle der Buchungsplattform. Darin werden sie aufgefordert, ihre Reservierung zu bestätigen oder eine zusätzliche Zahlung über eine betrügerische Website zu leisten.

Luis Corrons, Security Evangelist für Norton, erklärte: "Die Gefahr von Reservation-Hijacking-Betrugsmaschen liegt darin, dass sie ein bestehendes Vertrauensverhältnis ausnutzen: Eine betrügerische Nachricht kann echt wirken, wenn sie über einen vertrauten Kanal wie Whatsapp oder das Nachrichtensystem von Booking.com eingeht und korrekte Buchungsdaten enthält. Reisende rechnen nicht damit, dass Kriminelle ihr Hotel, ihre Reisedaten und weitere Reservierungsinformationen kennen."Das mache die Betrugsversuche so schwierig zu erkennen.

Reisende sollten daher jede Nachricht sorgfältig überprüfen und sich im Zweifelsfall über einen anderen Kommunikationsweg direkt an das Hotel wenden. Die Anbieter stünden in der Verantwortung, den Schutz ihrer Plattformen und Konten zu verstärken, um zu verhindern, dass Kundendaten in die falschen Hände geraten, erklärte Corrons.