„Dumme Sache“: Arzt und Republikaner geht jetzt frontal auf Trump los


Stand: 17.08.2026, 14:11 Uhr

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Der Republikaner Bill Cassidy attackiert Trumps neuen Impfplan für Kinder scharf.

Donald Trump will die Impfempfehlungen für Kinder in den USA grundlegend verändern. Doch ausgerechnet ein republikanischer Senator stellt sich nun scharf gegen den US-Präsidenten. Bill Cassidy, selbst Arzt und lange ein wichtiger Unterstützer von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., nennt Trumps Vorgehen schlicht „eine dumme Sache“.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Cassidy kritisiert vor allem die geplante Aufteilung der kombinierten Masern-Mumps-Röteln-Impfung und zusätzliche Arzttermine für Familien. Statt zwei Impfungen könnten künftig sechs einzelne Spritzen nötig werden. Das bedeute mehr Termine, höhere Kosten und deutlich mehr Aufwand für Eltern, sagte der Senator aus Louisiana am Sonntag in der Sendung „This Week“ des US-Senders ABC News.

„Dumme Sache“: Arzt und Republikaner geht jetzt frontal auf Trump los

Der Republikaner Bill Cassidy attackiert Trumps neuen Impfplan für Kinder scharf. © © IMAGO / MediaPunch / Archivbild

„Statt dass Ihr Kind zwei Spritzen bekommt, muss es sechs bekommen“, sagte Cassidy. Eltern müssten häufiger bei der Arbeit fehlen und Versicherungen mehr Arztbesuche bezahlen. „Als Arzt, aber auch als Vater und als Mensch weiß ich, dass all das für Familien falsch ist.“

Trump will Impfungen auf mehrere Termine verteilen

Trump hatte am Montag, 10. August, eine entsprechende Executive Order unterzeichnet. Darin empfiehlt das Weiße Haus eine neue Einteilung der Impfungen für Kinder und Jugendliche. Einige Impfungen sollen weiterhin grundsätzlich für alle Kinder empfohlen werden. Andere richten sich laut Verfügung nur noch an bestimmte Risikogruppen oder sollen nach gemeinsamer Entscheidung von Arzt und Familie erfolgen.

Mit der Anordnung versucht Trump, Änderungen am Impfplan wieder aufzugreifen, die Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. bereits zu Jahresbeginn angestoßen hatte. Ein Bundesrichter stoppte diese und weitere Änderungen im März mit der Begründung, sie verstießen gegen Bundesrecht. Mit der Executive Order legt nun das Weiße Haus selbst Empfehlungen vor, obwohl normalerweise die US-Gesundheitsbehörde CDC für Impfempfehlungen zuständig ist.

Besonders weit geht die Anordnung bei der MMR-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Die drei Komponenten sollen künftig als einzelne Impfungen verabreicht werden, sobald entsprechende Präparate in den USA verfügbar sind, heißt es in der Verfügung des Weißen Hauses. Außerdem sollen Impfungen nach Möglichkeit auf getrennte Arzttermine verteilt werden.

Nach den bisherigen Empfehlungen erhalten Kinder zwei Dosen des kombinierten MMR-Impfstoffs. Die erste ist im Alter zwischen zwölf und 15 Monaten vorgesehen, die zweite zwischen vier und sechs Jahren. Eine Aufteilung auf drei einzelne Impfstoffe würde damit insgesamt sechs Spritzen bedeuten, wie ABC News erläutert.

Cassidy macht Trump für höhere Kosten verantwortlich

Cassidy verknüpfte die Impfpolitik auch mit Trumps politischen Problemen. „Deshalb sind die Umfragewerte des Präsidenten gesunken“, sagte der Republikaner. Trump verliere die Bezahlbarkeit und den Alltag amerikanischer Familien aus den Augen. Gleichzeitig würden die Gesundheitskosten steigen.

Bei der Unterzeichnung im Oval Office hatte Trump die MMR-Impfung wiederholt mit Autismus in Verbindung gebracht. Für einen solchen Zusammenhang gibt es nach Angaben von ABC News keine wissenschaftlichen Belege. Zahlreiche hochwertige Studien hätten über Jahre keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus festgestellt.

Cassidy hatte bereits unmittelbar nach Trumps Anordnung öffentlich widersprochen. „Ich bin Arzt. Diese Executive Order ist falsch“, schrieb der Republikaner auf der Plattform X. Dem Präsidenten fehle die fachliche Expertise für solche Änderungen. Impfstoffe seien „überwiegend sicher“ und wirksam. Besonders deutlich fügte Cassidy hinzu: „Impfstoffe verursachen KEINEN Autismus.“

Cassidy hatte Kennedy trotz Bedenken unterstützt

Der Konflikt trifft Cassidy auch persönlich. Im Februar 2025 hatte er eine entscheidende Rolle bei der Bestätigung von Robert F. Kennedy Jr. als Gesundheitsminister gespielt. Cassidy äußerte damals erhebliche Vorbehalte wegen Kennedys früherer Aussagen zu Impfungen, stimmte seiner Nominierung am Ende aber zu.

Kennedy und das Weiße Haus hätten ihm Zusicherungen zur Impfpolitik gegeben, erklärte Cassidy damals. Unter anderem habe Kennedy zugesagt, die bestehenden Systeme zur Zulassung und Sicherheitsüberwachung von Impfstoffen nicht durch parallele Strukturen zu ersetzen.

Auf die Frage, ob Kennedy ihn belogen habe, verwies Cassidy nun auf diese Zusagen. Dazu habe auch gehört, den Impfplan des zuständigen Beratungsgremiums nicht zu verändern. „Die Leute können ihre eigenen Schlüsse ziehen, aber es ist ziemlich offensichtlich“, sagte er. Sein Urteil über die Folgen fiel deutlich aus: „Damit wurde den Amerikanern kein guter Dienst erwiesen.“ Quellen: ABC News, The White House, nif/red.