Düstere Warnung nach Sachsen-Anhalt-Wahl: Warum die AfD für immer an der Macht bleiben kann – Trump als Blaupause
Stand: 09.09.2026, 19:10 Uhr
Die AfD hat gewonnen, und Sandra Navidi sieht in ihrer Kolumne eine absehbare Entwicklung. Der Blick in die USA legt nahe, dass selbst Affären wenig ändern.
New York, USA – Die AfD hat gewonnen. Wovor ich seit Jahren gewarnt habe. Weil sich in Deutschland seit Langem ganz ähnliche Dynamiken wie beim Trumpismus in den USA entwickelt haben. Donald Trump hat die Wut vieler Menschen kanalisiert, die das Gefühl hatten, die Kontrolle über ihr Land, ihren Alltag und ihre Zukunft zu verlieren. Geschickt hat er sich zum Ventil ihres Frusts gemacht. Allein dass er die, auch von mir verhasste, Gedanken- und Sprachpolizei offensiv demontiert hat, hat vielen das Gefühl von Befreiung vermittelt.

Außerdem: Warum sollten Menschen sich noch um die Demokratie scheren, wenn sie ohnehin den Eindruck haben, dass ihre Stimme nichts bewirkt? Dass die Politik ihre Sorgen nicht interessiert. Dass der Widerstand gegen die unkontrollierte Migration über Jahre komplett ignoriert wurde. Dass viele nicht länger ein System finanzieren wollen, dessen Sozialleistungen sie als ungerecht und verschwenderisch empfinden. Bei innerer Sicherheit, wirtschaftlicher Perspektive und der kulturellen Entwicklung fühlen sich viele Bürger nicht mehr repräsentiert. Die etablierten Lager blockieren sich gegenseitig, und wenn überhaupt etwas herauskommt, dann meist der kleinste gemeinsame Nenner. Für viele entsteht so der Eindruck: Egal, wen ich wähle, es wird nicht nur nicht besser, sondern immer schlimmer.
Düstere Warnung nach Sachsen-Anhalt-Wahl: Warum die AfD für immer an der Macht bleiben könnte
Wer auf eine Entzauberung der AfD hofft, könnte mächtig enttäuscht werden. Ein Blick in die USA zeigt: Ist eine populistische Bewegung erst einmal etabliert, hat selbst groteske Inkompetenz kaum Konsequenzen. Trumps erste Amtszeit war eine Totalkatastrophe und dennoch wurde er erneut gewählt. Darüber hinaus hat er jetzt mit Project 2025 eine konkrete Handlungsanweisung zur Zerstörung der Demokratie. Die AfD verfügt jetzt ihrerseits über eine Blaupause: das Vorgehen der Trump-Regierung in den USA. Und zusätzlich die Unterstützung einflussreicher Tech-Titanen und anderer Milliardäre. Hinzu kommt, dass rechte Populisten Meister darin sind, sich selbst als Opfer darzustellen, andere zu Sündenböcken zu machen und Nebelkerzen zu zünden.
Auch Skandale dürften die AfD deshalb nicht automatisch zu Fall bringen. Einige Funktionäre der Partei waren bereits in Affären um verdeckte Finanzierung, russische Einflussnahme und chinesische Spionage verwickelt. Aber Trump hat‘s vorgemacht: Mach alles öffentlich und halte dreist gegen, dann kommst du damit durch. Hoffnung bleibt dennoch: Deutschlands institutionelle Kontrollmechanismen erweisen sich hoffentlich als widerstandsfähiger als die in den USA. Verlassen sollte man sich darauf allerdings besser nicht. Denn der Kampf um die Demokratie ist keiner, der gewonnen werden kann, sondern der ständig weitergekämpft werden muss.