„Eigentlich hatten wir ja nur uns“: Doku erzählt die Geschichte der No Angels
Stand: 14.10.2026, 07:30 Uhr
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Sie sollten die deutschen Spice Girls werden und schrieben dann tatsächlich ein Stück Musikgeschichte: Nun blicken die No Angels in einer dreiteiligen ARD-Dokumentation auf ihre Castingshow-Anfänge, die Erfolge und die Krisen ihrer Karriere zurück. Auch in privaten Momenten ist die Kamera dabei.
„I wanna be daylight in your eyes / I wanna be sunlight, only warmer“: Wenn diese Liedzeilen aus den Radiolautsprechern tönen, dürften so einige Millennials nostalgisch werden. Mit ihrer ersten Single „Daylight“ landete die frisch gegründete Girlgroup No Angels 2001 direkt einen Nummer-eins-Hit, das Debütalbum „Elle'ments“ bricht Verkaufsrekorde. Doch während sich einerseits der Traum vom großen Erfolg zu erfüllen schien, standen die fünf jungen Frauen hinter den Kulissen von Anfang an unter großem Druck. Nur zwei Jahre später ziehen sie sich zurück. 2006 dann das erste Comeback, dieses Mal zu viert. Doch nach einem ESC-Debakel und einer Verurteilung scheint die Geschichte der No Angels 2014 endgültig am Ende. Nach sieben Jahren Pause wagen Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling und Jessica Wahls das zweite Comeback.

In der ARD-Dokumentation „No Angels - Das sind WIR“ (alle drei Folgen ab Mittwoch, 14. Oktober, in der ARD-Mediathek, die erste Folge am Samstag, 17. Oktober, um 23.55 Uhr, im Ersten) blicken sie nun auf ihre Anfänge bei der Castingshow „Popstars“, auf rigoroses Training, strenge Verträge, Charterfolge und persönliche und gemeinsame Krisen zurück. Diakovska fasst die 25 Jahre in der ersten Folge „Wie alles begann“ so zusammen: „Es gibt Momente, die mir Freude bereitet haben, und andere Momente, die mir das Herz zerrissen haben.“
Ein Jahr lang begleiteten Björn Tanneberger und Miray Atli-Westermann die vier Frauen bei Proben, im Tonstudio und bei privaten Momenten. Untermalt werden die Erzählungen der No Angels von „Popstars“-Archivaufnahmen, alten und neuen Interviews mit Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern.
„Es sollen die deutschen Spice Girls werden“
In den drei Folgen wird wieder und wieder deutlich, wie groß der Druck auf Benaissa, Diakovska, Mölling, Wahls und auch auf Ex-Mitglied Vanessa Petruo von Anfang an war. „Eigentlich hatten wir ja nur uns“, erinnert sich Benaissa. Wer sonst hätte ihre Erfahrungen bei „Popstars“, im Studio und auf der Bühne verstehen können? Bis dato hatte es keine vergleichbare Show in Deutschland gegeben. Und auch wenn die Produktion ein klares Ziel vor Augen hatte („Es sollen die deutschen Spice Girls werden“, erklärt die damalige Produzentin Christiane Knaupp), sagt etwa Detlef D! Soost, damals Choreograf: „Wir hatten keine Peilung, niemand. Der Sender nicht, die Produktionsfirma nicht, Choreograf nicht, Jury nicht, niemand.“ Die damalige Jurorin Simone Angel urteilt in der sehenswerten Dokumentation noch schärfer über den Umgang mit den No Angels: „Es ist komplett verrückt, was die machen mussten.“
Neben den professionellen Höhen und Tiefen thematisieren die vier verbliebenen Engel erstaunlich offen auch persönliche Krisen und zwischenmenschliche Konflikte innerhalb der Gruppe vor der Kamera. Doch die Freundschaft und der Zusammenhalt zwischen ihnen, das macht der Dreiteiler ebenso klar, ist auch nach 25 Jahren auf und ab noch stark. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)