Emotion ohne Emission – Vorstellung: Peugeot RCZ Vision
Stand: 11.10.2026, 19:00 Uhr

Nach mehr als zehn Jahren lässt Peugeot seinen Sportwagen RCZ wieder aufleben. Vorerst allerdings nur als elektrische Studie. Gut möglich, dass daraus schon bald ein hochemotionales Serienmodell wird.
SP-X/Paris. Als Peugeot 2009 auf der IAA das Publikum mit dem zweisitzigen Sportcoupé RCZ überraschte, hieß es schnell, die französische Löwenmarke kopiere den TT von Audi. Tatsächlich erinnerte der RCZ - er wurde von Magna Steyr in Österreich zur Serienreife gebracht und auch dort gebaut - recht stark an die Ingolstädter Ikone. Doch Peugeot machte sein eigenes Ding, ein Coupé mit eigenständigem Charakter. Ausdruck verlieh dem Ganzen besonders die Doppelwölbung im Dach, Bubble Roof genannt. Immerhin, über 67.000 Einheiten konnte Peugeot vom RCZ verkaufen. Erst mit der Straffung der Modellpalette 2015 kam das Aus. Für emotionale Produkte war bei Peugeot kein Platz mehr.
Jetzt scheint ein neuer, sportlicher Zeitgeist durch die Entwicklungs- und Designabteilungen zu wehen. Das Ergebnis präsentiert Peugeot nun auf der Automesse Mondial in Paris. Der RCZ Vision, so der offizielle Name der Studie, bildet eine Hommage an das Original, nur deutlich klarer und reduzierter im Design und natürlich vollelektrisch angetrieben. Die E-Maschine leistet 368 kW/500 PS.
Was sofort auffällt: Der RCZ Vision ist kein evolutionär weiterentwickeltes Modell der alten Version, sondern eine komplett neue Interpretation, schlank und gleichzeitig muskulös und stimmig in den Proportionen. Lediglich das ikonische Bubble Roof schlägt noch eine Designbrücke zum ehemaligen Verbrenner-RCZ.
Technisch baut der Neuling auf der modularen STLA One-Plattform des Stellantis-Konzerns auf. Was allerdings den großen Unterschied macht: Peugeots Ingenieure entschieden sich für eine Feststoffbatterie in Verbindung mit einem 1.000-Volt-System. Markt- und serienreif sind die neuartigen Akkuzellen zwar noch nicht, doch ein Prototypenstadium für ein Einzelstück ist allemal möglich.
Festkörperbatterien besitzen eine höhere Energiedichte, speichern also mehr Strom auf kleinerem Raum. Anders wäre es auch nicht möglich, einen Sportwagen mit einer Reichweite von 600 Kilometern auf die Räder zu stellen. Auch die Lade- und Leistungsfähigkeiten übertreffen die herkömmlichen Akkus mit Flüssig-Elektrolyt. Nur zehn Minuten sollen vergehen, die Zellen von zehn auf 80 Prozent ihrer Kapazität zu laden. Fachleute sehen in der Feststoff-Technologie die Zukunft der automobilen Stromspeicherung.
Das im RCZ Vision verbaute i-Cockpit verkörpert die jüngste Entwicklungsstufe des vor 15 Jahren erfundenen Peugeot-Cockpits und soll einen Ausblick auf zukünftige i-Cockpits geben. Kombiniert werden kann das Cockpit mit dem nahezu eckigen Steer-by-Wire-Lenkrad Hypersquare. Zudem entschieden sich die Designer für einen neuen Ansatz beim Thema Display. Statt immer mehr und immer größer verkleinerten sie die Bildschirmfläche. Über dem und rechts vom Lenkrad wurden jeweils transparente Micro-LED-Displays positioniert. Das zentrale lässt sich sogar vollständig ausschalten. Dank dessen durchsichtiger Struktur verschwindet es nahezu im Blickfeld und hebt die Gestaltung des Armaturenträgers hervor. Alles im RCZ-Vision-i-Cockpit wirkt klar, reduziert, aufgeräumt und betont technisch.
„Mit dem RCZ Vision präsentieren wir unsere Vision für ein Fahrzeug, das konsequent auf die Zukunft ausgerichtet ist und sich ganz dem Fahrspaß verschrieben hat“, sagt Peugeot-Chef Alain Favey. Das mag sich zwar vielversprechend anhören, ob der Vision in ein, zwei Jahren aber wirklich wieder ein käuflicher Sportwagen folgt, will Favey nicht verraten. Wir tippen mal auf ein „Ja“. Schließlich würde neue RCZ der Marke einen nicht unerheblichen Image-Schub verpassen.
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit SPS Spot Press Services.