Energiewende: Reiche bremst beim Netzausbau – Deutschland verliert Anschluss


Energiewende: Reiche bremst beim Netzausbau – Deutschland verliert Anschluss

Die Politik tritt in Deutschland bei der Elektrifizierung auf die Bremse. Der weltweit größte Netzausrüster hält das für einen strategischen Fehler. Fachleute geben ihm recht.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU): Zurückhaltende Strombedarfsprognosen. Foto: Michael Kappeler/dpa

Berlin. Deutschland tut sich im internationalen Vergleich schwer mit der Elektrifizierung der Industrie, des Verkehrs und der Wärmeerzeugung. Noch immer dominieren fossile Energieträger wie Gas und Öl mit weitem Abstand.

Nach Ansicht von Andreas Schierenbeck, CEO des weltweit führenden Stromnetzausrüsters Hitachi Energy, muss sich das rasch ändern: „Die Elektrifizierung ist der einzig belastbare Weg, die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten dauerhaft zu reduzieren“, sagte Schierenbeck dem Handelsblatt.

Industrienationen wie China, Japan und Schweden, die ebenfalls auf Öl- und Gasimporte angewiesen sind, haben mittlerweile 30 bis 33 Prozent ihres Energieverbrauchs auf Strom umgestellt, Tendenz stark steigend.

Dagegen hat sich der Anteil fossiler Energieträger am Energieverbrauch in Deutschland seit zehn Jahren kaum verändert. Er liegt bei 78 Prozent. Nur etwas mehr als 20 Prozent des deutschen Energieverbrauchs entfallen auf Strom. Die Elektrifizierung der Sektoren Verkehr, Gebäude und vor allem der Industrie kommt im internationalen Vergleich kaum voran.

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