Epson steht vor Gericht: Erste Klage wegen geplanter Obsoleszenz


Ein französischer Verbraucherschutzverein zieht gegen Epson vor Gericht. Der Vorwurf lautet auf geplante Obsoleszenz durch künstlich verkürzte Drucker-Lebensdauer. Nach einem weltweit einmaligen Gesetz drohen nun empfindliche Strafen.

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Epson wegen Obsoleszenz vor Gericht

Ein französischer Verbraucherschutzverein wirft Druckerherstellern vor, die Lebensdauer ihrer Geräte gezielt zu verkürzen. In Frankreich ist dies durch ein bislang weltweit einzigartiges Gesetz strafbar. Eine entsprechende Strafanzeige gegen Epson aus dem Jahr 2017 hat nun zur ersten zugelassenen Klage dieser Art geführt.

Die erste Anhörung fand Anfang Juli statt. Die gemeinnützige Organisation HOP ("Stoppt die geplante Obsoleszenz") stützt ihr Vorgehen auf das sogenannte Hamon-Gesetz.

Wie Drucker Channel berichtet, basiert die Anklage auf Ermittlungen der französischen Anti-Betrugs-Behörde über einen Zeitraum von acht Jahren. Im Zentrum stehen zwei technische Aspekte bei Epson-Druckern.

Tintenpatronen und Resttintenfilze

Kritik gibt es zum einen an der Anzeige des Tintenfüllstands: Patronen sollen als leer gemeldet werden, obwohl noch Resttinte vorhanden ist. Bei älteren Modellen ohne Sensorik erfolgt die Berechnung lediglich auf Basis von Schätzungen.

Zum anderen steht der sogenannte Resttintenfilz im Fokus. Dieser nimmt überschüssige Tinte aus Reinigungsprozessen auf. Sobald das System eine Sättigung meldet, verweigert der Drucker den Betrieb. Nach Einschätzung von HOP könnten diese Filze deutlich mehr Tinte aufnehmen. Allerdings besteht bei einer tatsächlichen Überfüllung die Gefahr austretender Tinte.

Geldstrafen und mögliche Haft

Im Falle einer Verurteilung drohen Verantwortlichen bis zu zwei Jahre Haft. Zusätzlich kann eine Geldstrafe von mindestens 300.000 Euro oder bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes verhängt werden. Epson weist die Vorwürfe zurück und erklärt, diese stünden im Widerspruch zu den eigenen Unternehmensgrundsätzen.

Der Ausgang des Verfahrens dürfte über den Einzelfall hinaus Bedeutung haben. Ein entsprechendes Urteil könnte als Präzedenzfall gelten und Einfluss auf die Entwicklung zukünftiger Druckerhardware nehmen.

Was meint ihr zu dem Vorgehen gegen Epson? Teilt eure Erfahrungen mit Druckern und eure Meinung zu dem französischen Gesetz gerne in den Kommentaren mit uns!

Worum geht es bei der Epson-Klage?

In Frankreich steht Epson als weltweit erster Druckerhersteller wegen geplanter Obsoleszenz vor Gericht. Der Verbraucherschutzverein HOP wirft dem Unternehmen vor, die Lebensdauer von Geräten künstlich zu verkürzen.

Laut der Anklage sollen Drucker den Dienst verweigern, obwohl noch Tinte vorhanden ist oder Bauteile noch funktionieren. Für IT-Verantwortliche ist dieser Fall hochinteressant, da er die Beschaffungskosten und Lebenszyklen von Hardware massiv beeinflussen könnte.

Sind leere Patronen wirklich leer?

Oftmals nicht. Die Staatsanwaltschaft wirft Epson vor, dass Patronen als leer deklariert werden, obwohl sie noch nutzbare Tinte enthalten. Bei älteren Modellen wird der Füllstand oft nur grob geschätzt und nicht exakt gemessen.

Angeblich sollen diese künstlich ausgelösten Signale das Drucken blockieren und Nutzer zum vorzeitigen Neukauf zwingen. Bei Tintenpreisen von bis zu 7.500 Euro pro Liter ist das ein enormer Kostenfaktor für jedes IT-Budget.

Was ist das Resttinten-Problem?

Tintendrucker nutzen einen Schwamm (Resttintenfilz), der überschüssige Tinte aus Reinigungsvorgängen auffängt. Meldet der Drucker, dass dieser voll ist, verweigert das Gerät oft den Dienst. Eine Reparatur ist dann meist unwirtschaftlich.

HOP mutmaßt, dass diese Filze eigentlich die 5- bis 6-fache Menge an Tinte aufnehmen könnten. Da oft keine echten Sensoren verbaut sind, basieren die Fehlermeldungen lediglich auf berechneten Erfahrungswerten der Hersteller.

Wie reagiert Epson auf die Vorwürfe?

Epson weist die Anschuldigungen strikt zurück. Das Unternehmen gibt an, sich keiner Schuld bewusst zu sein. Die Vorwürfe stünden laut einer offiziellen Stellungnahme im völligen Widerspruch zu den Unternehmensgrundsätzen.

Auf technischer Seite argumentieren Hersteller oft, dass der Verzicht auf teure Füllstandssensoren die Gerätepreise niedrig hält. Zudem soll ein rechtzeitiger Stopp verhindern, dass überlaufende Tinte den Drucker beschädigt oder den Schreibtisch ruiniert.

Welche Strafen drohen bei Verurteilung?

Da geplante Obsoleszenz in Frankreich seit 2015 eine Straftat ist, drohen empfindliche Konsequenzen. Den Verantwortlichen bei Epson könnten bis zu zwei Jahre Haft drohen.

Für das Unternehmen selbst steht eine Geldstrafe im Raum, die mindestens 300.000 Euro beträgt und bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes ausmachen kann. Ein Urteil hätte weltweite Signalwirkung für die gesamte Tech-Branche.

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