Erdbeer-Alarm: Schlechteste Ernte seit 30 Jahren – und die Preise ziehen kräftig an
Erdbeerkrise: Schlechteste Ernte seit Jahrzehnten erwartet
Stand: 20.07.2026, 19:28 Uhr
Kommentare
Der Sommer ist Erdbeerzeit. Doch in diesem Jahr wird eine extrem schlechte Ernte erwartet. Das hat auch mit dem Extremwetter zu tun.
Berlin – Die Menge der geernteten Erdbeeren in Deutschland wird im Jahr 2026 laut Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) vermutlich stark zurückgehen. Demnach beläuft sich die Ernte in diesem Jahr voraussichtlich auf 71.300 Tonnen. Zum Vergleich: 2025 lag die Erntemenge bei 80.400 Tonnen. Das deutet laut Destatis auf einen Rückgang um 11,3 Prozent hin. Insgesamt beobachte man aller Voraussicht nach, die schlechteste Erdbeerernte seit 1995.

Die durchschnittliche Erntemenge zwischen 2020 und 2025 würde sogar um 24,5 Prozent unterschritten. Im Schnitt seien 94.400 Tonnen pro Jahr geerntet worden. Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeerbauern e.V. (VSSE) schreibt in einer Pressemitteilung, dass die Hitzewelle die Hauptsaison zur Erdbeerernte 2026 im Süden des Landes schneller als erwartet beendet habe. „Leider konnte ein Teil der Betriebe aufgrund der Hitze die Erdbeeren der späten Sorten nicht zu Ende pflücken. Das ist schade, da die Saison sicherlich unter anderen Witterungsbedingungen noch eine Woche gedauert hätte“, so Christian Wach, Erdbeeranbauberater für Süddeutschland.
Erdbeerkrise: Anbauflächen sinken seit Jahren
Destatis weist als eine der Ursachen für die gesunkene Erntemenge außerdem eine abnehmende Anbaufläche aus. Im Vergleich zum Vorjahr sei diese um 2,9 Prozent von 8060 Hektar auf 7830 Hektar geschrumpft. Betrachtet man den Zeitraum zwischen den Jahren 2020 und 2025, ging die Anbaufläche den Angaben zufolge sogar um 18,5 Prozent zurück.
Die größte Erdbeerernte wird Destatis zufolge in Niedersachsen mit 18.100 Tonnen erwartet. Auf dem zweiten Platz folgt Nordrhein-Westfalen mit 14.600 Tonnen. Die Preise für Erdbeeren sind zudem aufgrund wetterbedingter Ernteausfälle, eines gestiegenen Mindestlohns sowie höherer Kosten für Energie und Logistik, gestiegen.
Nicht nur Erdbeerernte geschrumpft – auch beim Spargel sieht es schlecht aus
Auch beim Spargel erwartet das Statistische Bundesamt einen Rückgang. Demnach liegt die Ernte in diesem Jahr mit 100.300 Tonnen voraussichtlich 3,4 Prozent unter dem Ergebnis von 2025 (103.900 Tonnen). Die Anbaufläche beim Lieblingsgemüse der Deutschen bleibt aber stabil. 2026 stehen wohl 18.900 Hektar zur Verfügung. 2025 waren es laut Destatis 19.200 Hektar.
Die größte Spargelernte wird mit 21.000 Tonnen (+5,4 % gegenüber 2025) in Niedersachsen erwartet. Darauf folgen Bayern mit 20.100 Tonnen und Brandenburg mit 18.500 Tonnen. (Quellen: Destatis, VSSE) (nhi)