Erste Läden bieten es schon an: Wird es bald üblich, im Einzelhandel Trinkgeld zu geben?
Stand: 29.07.2026, 13:35 Uhr
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Bei zwei Schuhhandelsketten ist es schon der Fall: Demnächst könnten Verbraucher in Deutschland auch beim Kauf von Mode und Schuhen an der Kasse nach Trinkgeld gefragt werden. Die meisten Deutschen halten davon jedoch wenig.
Sich im Restaurant oder nach dem Friseurbesuch für die nette Dienstleistung mit einem kleinen Trinkgeld zu bedanken, ist üblich. Auch immer mehr Bäckereien und Cafés bieten ihren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, beim digitalen Bezahlen ein zusätzliches Trinkgeld auszuwählen.
In den deutschen Einzelhandel hat diese Praxis bis vor kurzem jedoch noch keinen Einzug gehalten. Das ändert sich gerade: In den Filialen der Schuhhandelsketten Aktiv Schuh und Shoe City werden Kundinnen und Kunden bereits beim Bezahlen nach einem Trinkgeld gefragt, wie „Bild.de“ berichtet. Der Handelsverband für Textil, Schuhe und Lederwaren hält eine Verbreitung digitaler Trinkgeld-Abfragen im Einzelhandel für möglich, denn auch eine gute Beratung ist eine Dienstleistung. Bei Verbraucherinnen und Verbraucher stößt dieses Vorhaben jedoch auf wenig Begeisterung.
Mehrere Unternehmen für Trinkgeld-Abfrage offen
Wie „Bild.de“ berichtet, testen derzeit auch andere Unternehmen eine Trinkgeld-Option beim digitalen Bezahlen. Rolf Pangels, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands für Textil, Schuhe und Lederwaren, hält laut „Heise.de“ eine Ausbreitung der Praxis in den Modehandel für möglich. Die Trinkgelder sollen den Angestellten zugutekommen. Die Schuhhandelskette Aktiv Schuh und Shoe City verteilt die Trinkgelder laut Unternehmensangaben unter den Beschäftigten.
Bei der Kundschaft stößt ein mögliches Trinkgeld im Einzelhandel hierzulande auf wenig Verständnis. In einer YouGov-Umfrage gaben nur 27 Prozent der Befragten an, sich vorstellen zu können, bei guter Beratung Trinkgeld zu geben. Rund zwei Drittel lehnen es demnach komplett ab. Allerdings zeigen sich jüngere Befragte aufgeschlossener.
Bei großen Modeketten wird hingegen wohl eher keine Trinkgeldabfrage eingeführt werden. Große Handelsketten wie Galeria, Bauhaus, H&M oder Deichmann beteiligen sich an Plänen zur Einführung eines solchen laut „Bild.de“ bislang nicht. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)