Erste Taunus-Buchmesse in Hofheim: Über 100 Aussteller, 42 Lesungen


Stand: 14.09.2026, 19:00 Uhr

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Sven Rühl vom Verein Colorful e.V. organisiert die erste Buchmesse im Taunus, „Kapitel Taunus“ in der Stadthalle Hofheim am 19. September 2026.

Sven Rühl vom Verein Colorful organisiert die erste Buchmesse im Taunus, „Kapitel Taunus“, in der Stadthalle Hofheim am 19. September. © Sascha Weidner

Am Samstag verwandelt sich die Hofheimer Stadthalle in eine Buchmesse mit über 100 Autoren und Verlagen. 20 Aussteller stehen dabei zum ersten Mal überhaupt auf einer Messe.

Hofheim – Für die Taunus-Buchmesse hätten sie sich erst einmal den kleineren Malersaal in der Hofheimer Stadthalle angesehen, sagt Organisator Sven Rühl. „Vielleicht knacken wir die 50 Aussteller“, dachte er sich. Die gesamte Stadthalle zu bespielen, habe er sich eher als Option offengehalten. Nach etwa vier Wochen hatten ihm rund 80 Aussteller zugesagt. Inzwischen sind es über 100 Autoren und Verlage aus ganz Deutschland, aber vor allem aus der Taunusregion. Damit war klar: Am kommenden Samstag, 19. September, wird sich von 10 bis 18 Uhr wohl in der gesamten Stadthalle alles um Bücher und Geschichten drehen.

Sven Rühl vom Verein Colorful e.V. organisiert die erste Buchmesse im Taunus, „Kapitel Taunus“ in der Stadthalle Hofheim am 19. September 2026.

Sven Rühl vom Verein Colorful e.V. organisiert die erste Buchmesse im Taunus, „Kapitel Taunus“ in der Stadthalle Hofheim am 19. September 2026. © Sascha Weidner

Familiärer als Frankfurt und Leipzig

„Als Autor bin ich selbst viel im Land unterwegs – aber selten im Taunus“, sagt Rühl, der die Buchmesse größtenteils in Eigenregie organisiert. Umso mehr wollte er mit „Kapitel Taunus“ mehr Kultur in den Umkreis bringen, bleibt aber in seiner Funktion des Veranstalters. Eine Woche nach der Darmstädter und gut zwei Wochen vor Beginn der Frankfurter Buchmesse will er vor allem kleineren Verlagen und unabhängigen Autoren die Chance geben, sich zu präsentieren. „Kleiner, familiärer und näher“ soll die Buchmesse in Hofheim werden, sagt Rühl. Dafür sollen Besucher so viele Autoren und Geschichten kennenlernen können, wie möglich. Vorbild dafür war für ihn die Leipziger Buchmesse, bei der bis zu zehn Lesungen zeitgleich stattfinden. Insgesamt 42 Lesungen haben Besucher bei der Taunus-Buchmesse zur Auswahl, die im 20-Minuten-Takt stattfinden.

Regionale und unabhängige Autoren

Mit dabei seien viele regionale Autoren, die es nur schwer mit ihren Büchern in die großen Geschäfte schaffen, erklärt Rühl. Aber auch Self-Publisher – Autoren, die ihre Bücher im Eigenverlag verkaufen. Rühl hat seinen zweiten Roman ebenfalls selbst herausgegeben, weiß also um die Hürden. „Deine Bücher sind weniger wert“, das sei vielerorts die unausgesprochene Wertung, oft werde man abgestempelt. In Hofheim finden einige am Samstag ihren Platz. 20 Autoren seien überhaupt das erste Mal auf einer Messe vertreten, manche erst mit ihrem Debüt.

Sich als unabhängiger Autor auf den großen Messen zu präsentieren, sei eher schwierig, erklärt Rühl. „Der kleinste Stand auf der Frankfurter Buchmesse kostet 1.500 Euro, das sind vier Quadratmeter. Und damit steht man sehr, sehr weit hinten.“ Die meisten stehen nun mal bei Neuhaus, Fitzek und Co. an. Um die Kosten für den Stand und dessen Dekoration wieder reinzuholen, müssten auf der Messe entsprechend viele Bücher verkauft werden. Ein Stand bei der Taunus-Buchmesse koste hingegen 100 Euro, erklärt Rühl, sodass mindestens fünf Bücher über die Theke gehen müssten.

Neben Ständen mit Merchandise und Artikeln rund ums Lesen sind auch Vereine präsent: So etwa der Ausländerbeirat Kelkheim, die Autorenvereinigung RheinWeinFeder und der Bundesverband junger AutorInnen (BVjA). Als Vorsitzender des Vereins „Colorful“, der die jährliche „Taunus Pride“ ausrichtet und auch mit einem Stand auf der Messe präsent sein wird, zieht Rühl den roten Faden: Vielfalt gebe es nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in Büchern und Geschichten. In der Stadtbücherei Hofheim stellt der Eschborner Verein schon seit geraumer Zeit mit dem Projekt „Colorfulkids“ eine Vielfaltsbox zusammen. Die besteht aus einer Auswahl an Büchern, die sich unter anderem kindgerecht mit verschiedenen Familienkonzepten auseinandersetzen.

Eine vielfältige Auswahl gibt es jedenfalls, was die bei der Taunus-Buchmesse vertretenen Literaturgenres angeht – da sind Genres dabei, von denen ich auch noch nichts gehört hatte“, räumt Sven Rühl lächelnd ein. Vertreten sind Krimis, Thriller, Horror, Sachbücher, Liebesromane, Kurzgeschichten sowie Kinder- und Jugendliteratur. Aber auch queere Romane, Comics, Dark Romance, Urban Fantasy, „Cozy Krimi“, New Adult, Autobiografien und Science-Fiction.

Ob die Besucher nun den ganzen Tag in den Lesungssälen verbringen oder durch die Stände stöbern, am wichtigsten ist Rühl mit Blick auf den Messetag: der Austausch rund um Bücher, Geschichten und das Lesen. „Es soll auf keinen Fall still in der Halle sein.“