Drohne mit Sprengstoff: Nato-Staat meldet Einschlag nahe Gaspipeline – Herkunft geklärt
Nahe Gaspipeline
Drohne explodiert in Nato-Staat – Herkunft geklärt
Aktualisiert am 08.08.2026 - 22:41 UhrLesedauer: 2 Min.
In Bulgarien detonierte am Morgen eine Drohne mit viel Sprengstoff. Das Nato-Land hat die Herkunft des Objekts nun offenbar geklärt.
Eine Drohne, die am Samstagmorgen aus dem Nachbarland Rumänien nach Bulgarien eingedrungen ist, ist nahe der Grenze zwischen den beiden Ländern explodiert. Den Erkenntnissen nach stammt die Drohne aus der Ukraine. Die erste Analyse der Reste des Flugobjekts zeigte nach Angaben des bulgarischen Verteidigungsministeriums zufolge, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Köderdrohne vom Typ Maja handelte.
Dieses Drohnenmodell werde von den ukrainischen Streitkräften häufig verwendet, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums, die vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk BNT in Sofia verbreitet wurde. Es gebe keinen Grund anzunehmen, dass der Vorfall vorsätzlich gewesen sei.
Die Ukraine erklärte sich "uneingeschränkt offen" bereit, den Vorfall gemeinsam mit Sofia aufzuklären. "Wir können mit Sicherheit sagen, dass die ukrainischen Streitkräfte absichtlich keine Mittel in Richtung Bulgarien gerichtet haben", sagte Außenamtssprecher Georgij Tichyj in Kiew.
Drohne explodiert in Bulgarien: Absturz nahe wichtiger Gaspipline
"Die Drohne ist in unmittelbarer Nähe des Grenzübergangs Kardam zu Rumänien" nahe dem Schwarzen Meer im Nordosten des Landes "in 1.000 Metern Entfernung zur Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline explodiert", teilte der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew zuvor nach einer Sitzung des Sicherheitsrats mit.
Die Drohne trug demnach eine große Menge Sprengstoff. Es gebe "keine Opfer", sagte Radew in einem in Onlinediensten verbreiteten Video. Teams der bulgarischen Grenzpolizei und des Verteidigungsministeriums des Landes seien dabei, die Herkunft der Drohne festzustellen, sagte Radew weiter. Der Vorfall ereignete sich gegen 8.10 Uhr. Die Drohne soll in ein Sonnenblumenfeld abgestürzt sein.
Die Transbalkan-Pipeline verbindet die Türkei mit der Ukraine.
Drohne von Abwehrsystemen nicht erfasst
Radews Angaben zufolge haben weder rumänische noch bulgarische Flugabwehrsysteme die Drohne erfasst. Ebenso wenig sei das Land vom Nato-Luftoperationszentrum in Torrejón gewarnt, das den südeuropäischen Luftraum überwacht. Radev erklärte, die Drohne sei zwar größer als eine Hobbydrohne gewesen und habe eine beträchtliche Menge Sprengstoff geladen. Dennoch sei sie wegen der zu geringen Größe und der niedrigen Flughöhe wohl nicht entdeckt worden.
Die bulgarischen Behörden verlegen nun zusätzliche Grenzschutzkräfte und Ausrüstung, um die Fähigkeiten zur Erkennung und zum Abfangen von Drohnen entlang der Landesgrenzen zu Rumänien und der Türkei zu verbessern.
In den vergangenen Monaten gab es wiederholt Vorfälle mit Drohnen in osteuropäischen Nato-Ländern, die die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg unterstützen. Rumänien, das häufig mit Drohnenüberflügen konfrontiert ist, ordnete Ende Juli die Ausweisung eines Mitarbeiters der russischen Botschaft an.