Mehr als 300 Einsätze der Feuerwehr: Unwetter wüten in Italien – Tornado zerstört gotische Turmspitze am Dom von Cremona
Stand: 29.08.2026, 16:42 Uhr
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Hagel groß wie Tennisbälle, mehr als 300 Feuerwehreinsätze: Ein Unwetter hat in der Lombardei historische Bauwerke und hunderte Autos beschädigt.
Cremona (Italien) – Am Ende einer extremen Sommerhitze hat sich am Freitagnachmittag, 28. August, über Norditalien ein heftiges Unwetter entladen – mit verheerenden Folgen für eines der bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmäler der Lombardei. Ein Tornado beschädigte in der 71.000-Einwohner-Stadt Cremona den dortigen Dom sowie das historische Rathaus.

Am Dom von Cremona wurde eine Turmspitze beschädigt und stürzte auf den Platz vor der Kathedrale, wo sie zerschellte. Die charakteristischen Türme an der Fassade des im Kern romanischen Doms stammen aus der Epoche der Gotik. Auch die Torre Civica, der Rathausturm der Stadt, wurde getroffen: An dem historischen Bauwerk stürzte die Dachabdeckung ein.
Unwetter wüten in Italien: Turmspitze stürzt auf den Domplatz – Hagelkörner so groß wie Tennisbälle
Das italienische Fernsehen RAI zeigte am Freitagabend Bilder des Unwetters. Neben Dom und Rathaus wurden auch weitere Gebäude in der Stadt von der Wucht des Sturms beschädigt. Zudem zerstörten Hagel und umstürzende Bäume Hunderte Autos. Das Bistum Cremona zählt mit rund 300.000 Katholiken zu den mittelgroßen Bistümern Italiens.
Nicht nur Cremona traf es hart: Auch andere Teile der Lombardei wurden am Freitagnachmittag und -abend von starkem Wind und Hagel heimgesucht. Dächer, Fenster und Infrastruktur wurden beschädigt, zahlreiche Bäume umgerissen. Rund um die Stadt Brescia erreichten Hagelkörner Medienberichten zufolge die Größe von Tennisbällen.
Nach Angaben der Feuerwehr wurden in der Lombardei bis zum Abend mehr als 300 Einsätze registriert, mehr als 160 Feuerwehrleute waren im Dauereinsatz. Die größten Probleme gab es im Raum Cremona: Dort mussten umgerissene Dächer gesichert sowie umgestürzte oder einsturzgefährdete Bäume beseitigt werden. Weil die eigenen Kräfte nicht ausreichten, wurden zur Verstärkung zusätzliche Einsatzkräfte aus anderen Provinzen angefordert.
Unwetter erreichte auch Süddeutschland: zahlreiche Häuser beschädigt, Bäume stürzen auf Gebäude
Das Unwetter machte nicht an der Alpengrenze halt: Auch in Süddeutschland richtete ein heftiger Sturm schwere Schäden an, besonders in der Bodensee-Region. In Singen-Bohlingen wurden nach Polizeiangaben 190 Häuser beschädigt. Teilweise stürzten Bäume auf Gebäude, orkanartiger Wind deckte zudem zahlreiche Dächer ab. (Quellen: dpa, RAI,) (han)