Zwei Anschläge gleichzeitig: Sprengsätze explodieren vor Bar in Offenbach und Kiosk in Frankfurt


Fast zur gleichen Zeit :

Explosionen vor Bar in Offenbach und Kiosk in Frankfurt

13.09.2026, 14:44Lesezeit: 2 Min.

Polizisten stehen vor der zerstörten Bar in Offenbach: Scheiben sind zerborsten, der Schriftzug über der Tür heruntergefallen.

Polizisten stehen vor der zerstörten Bar in Offenbach: Scheiben sind zerborsten, der Schriftzug über der Tür heruntergefallen.Imago

Die Reihe der Anschläge auf Kioske und Lokale reißt nicht ab. Nun trifft es eine Bar in der Offenbacher Innenstadt und einen Kiosk im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen.

In Offenbach hat es am frühen Sonntagmorgen wieder einen Brandanschlag auf ein Café gegeben. Wie die Polizei berichtet, war gegen 4.45 Uhr in der Frankfurter Straße der Knall einer Explosion zu hören. Von der Wucht seien die Schaufensterscheiben einer Bar sowie eines gegenüberliegenden Cafés beschädigt worden. Beide Lokale sind im gleichen Gebäudekomplex. Verletzt wurde niemand.

Fast zur gleichen Zeit hat eine Explosion in Frankfurt einen Kiosk im Stadtteil Sachsenhausen unweit des Südbahnhofs zerstört. Zeugen hörten laut Polizei gegen 4.55 Uhr einen lauten Knall. Auch dort barsten Scheiben. Zuvor hatten andere Medien berichtet.

Ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt, ist offen. In beiden Fällen geht die Polizei aber anhand der Spuren davon aus, dass die Sprengsätze absichtlich gelegt wurden, die Kriminalpolizei hat in Offenbach wie in Frankfurt Ermittlungen aufgenommen. Zur Höhe der Schäden könnten noch keine Angaben gemacht werden, auch der Hintergrund der Taten sei noch unklar, teilt sie mit. Die Polizei Offenbach erhofft sich Hinweise von Zeugen oder Mitwissern.

Dort sei wahrscheinlich die betroffene Shisha-Bar das eigentliche Ziel des Anschlags gewesen und das Café in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Dies sei aber noch nicht endgültig geklärt. Die Inhaber des Cafés haben ihre Gäste am Sonntagvormittag über Instagram wissen lassen, dass das Geschäft vorerst geschlossen bleibt. Der mutmaßliche Barinhaber war telefonisch nicht erreichbar.

Zu dem oder den Tätern gibt es den Angaben der Offenbacher Polizeisprecherin zufolge noch keine Informationen. Im vergangenen Jahr hatte es mehrere ähnliche Vorfälle im Rhein-Main-Gebiet gegeben. In Offenbach waren eine Shishabar und ein Restaurant betroffen. Auch in Darmstadt hat es schon ähnliche Brandanschläge gegeben.

Als Täter wurden mehrmals Jugendliche festgenommen, die dafür über die sozialen Medien angeworben wurden. Im Frühling musste sich beispielsweise ein 15 Jahre alter Niederländer vor dem Landgericht Frankfurt wegen ähnlicher Taten verantworten, er war über Snapchat angeworben worden. In der Vergangenheit vermutete die Polizei, dass es den Hintermännern um Schutzgelder geht, möglicherweise auch um geschäftliche Differenzen oder Verstrickungen in die Betäubungsmittelkriminalität.