FC Penzberg: Das letzte Aufgebot zeigt in Pullach Charakter
Stand: 16.08.2026, 21:45 Uhr
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Im Gastspiel in Pullach bekam der 1. FC Penzberg kaum eine spielfähige Mannschaft zusammen. Sogar Co-Trainer Sepp Siegert Junior musste auflaufen. Das letzte Häuflein Aufrechter zeigte aber Charakter und wurde für sein Engagement belohnt.
Penzberg – Johannes Franz hat sich die Mühe gemacht und jeden einzelnen Feldspieler aufgelistet, der zum Penzberger Kader gehört. 23 Namen sind das in Summe. Am Samstag, eine Stunde vor Anpfiff in Pullach, war diese Zahl auf neun geschrumpft. Gewonnen haben sie trotzdem, deutlich sogar, mit 3:0 (2:0). Es ist ein erstes Anzeichen, dass in diesem 1. FC Penzberg mehr steckt als früher. „Das war eine Willensleistung, ein Charaktertest, den wir mit Bravour bestanden haben“, lobt der Coach.
Statistik
SV Pullach - FC Penzberg 0:3 (0:2)
Tore: 0:1 (33.) Bacher, 0:2 (43.) Ersoy, 0:3 (57.) Bacher. Gelbe Karten: Pullach 3, Penzberg 2. Schiedsrichter: Jakob Wagner. Zuschauer: 80.
Die Ereignisse waren einigermaßen kurios. Kurz bevor sie sich zum Aufwärmen aufmachten, erfuhren sie, dass sich U19-Spieler Moritz Paulke, der eingeplant war, verspätet und es nicht rechtzeitig zum Warmspielen schafft. Gesucht war plötzlich ein elfter Mann für die Startelf. Die beiden Trainer, Hannes Franz und Sepp Siegert Junior, berieten sich. Ihnen war klar: Einer von ihnen muss spielen, auch wenn das nicht vorgesehen war. Letztlich fiel die Wahl auf Assistent Siegert, auch weil der freie Posten offensiv zu besetzen war. „Da hat er einen Ticken mehr Qualität“, scherzte Franz. Der Einsatz des Trainers blieb nicht die einzige nennenswerte Anekdote. Gleich drei Spieler schleppten sich mit den Ausläufern ihrer Sommergrippe aufs Feld, besonders schwer hatte es Dominik Bacher. „Die waren stark angeschlagen, bestenfalls bei 70 Prozent“, so der Trainer. Jonas Kirschner hatte gerade eine Woche Training intus.
Berwein und Ersoy halten den Laden beim FC Penzberg zusammen
Im Schatten der Not fassten sie einen kühnen Plan: Wenn es doch wirklich klappen sollte, bei den starken Pullachern ein paar Punkte zu entführen, musste das in den ersten 60 Minuten geschehen. Wie im Casino landete der gesamte Einsatz auf einem Feld – und vermehrte sich tatsächlich. Für eine Stunde vermochten die Kräfte im Kollektiv zu reichen. Egal ob die provisorisch zusammengeschusterte Abwehr um Innenverteidiger und Kapitän Marco Hiry oder die stark Eingeschränkten: Alle agierten im roten Bereich. Als großes Kraftzentrum trat die Mittelfeldachse um Maximilian Berwein und Murat Ersoy auf. An ihnen richtete sich jeder auf. „Viele defensive Meter – das war Gold wert. Sie haben den Laden zusammengehalten“, schwärmt Hannes Franz.
Bei Penzberg schwinden die Kräfte, aber auch Pullach kann nicht mehr zulegen
Von Vorteil war sicher auch, dass der SV Pullach bereits zwei Tage davor gespielt hatte, bei Sommerwetter also auch nicht mehr taufrisch daherkam. Gepaart mit einer Freude an den Grundtugenden kaschierte der FCP seine personellen Mängel. Das große Wettspiel ging nach einer halben Stunde auf. Dominik Bacher traf zum 1:0, Murat Ersoy legte kurz vor der Pause einen drauf (43.). „Sehr, sehr gute Zeitpunkte“, merkt der Coach an, verweist auf eine weitere Großchance von Sinan Grgic. Mit dem 3:0, abermals erzielt von Bacher (57.), war die Hauptlast geschultert und es ging für 30 Minuten in den Rückwärtsgang. Vom Spiel, so Franz, hatten sie nichts mehr. „Du hast gemerkt, dass die Körner schwinden.“ Aber es sind genau diese Spiele, die den Charakter eines Teams reifen lassen.