Fernwärme-Reform mit Haken: Warum Sie jetzt unbedingt Ihre Anschlussleistung prüfen sollten


Stand: 09.09.2026, 08:15 Uhr

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Zu sehen ist ein Temperaturregler an einem Heizkoerper.

Die Anschlussleistung bestimmt Ihren Fernwärme-Grundpreis. Prüfen Sie jetzt, ob sie zu hoch ist und wie Sie Ihre Kosten senken können. ©  IMAGO / photothek

Die Regierung beschließt eine Fernwärmereform. Die bringt zwar eine strenge Preisaufsicht, hat aber auch einen Haken. Welchen Check Sie zügig machen sollten.

Hamm – Die Regierung hat Eckpunkte für eine Reform des Fernwärmerechts beschlossen. Dadurch soll es mehr Transparenz bei Preisen und eine strengere Preisaufsicht geben. Denn bei Fernwärme gibt‘s in der Regel nur einen Anbieter pro Region. Sie sind also fast vollständig von seinen Preisen abhängig und können nicht den Anbieter wechseln, um zu sparen wie z. B. beim Gas mit unserem Vergleich (enthält Werbelinks).

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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit Finanztip, Deutschlands führendem Geldratgeber, vor – das Original zu diesem Beitrag Lohnt sich gerade … schnell diesen Heizungscheck zu machen? stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 28. August 2026.

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Der Haken am neuen Fernwärmeplan

Geplant ist aber auch, Ihre einzige Möglichkeit zu beschränken, mit dem Sie Ihre Fernwärmekosten bisher senken können: Stand heute dürfen Sie einmal im Jahr Ihre Anschlussleistung anpassen – um bis zu 50 Prozent und ohne Auflagen. Die Anschlussleistung bestimmt Ihren Grundpreis. Ist sie zu hoch gewählt, zahlen Sie mehr als Sie überhaupt verheizen.

Künftig sollen Sie eine zu hohe Leistung nur noch in den ersten drei Vertragsjahren anpassen dürfen. Ansonsten geht das nur noch, wenn Sie sanieren oder Teile der Fernwärme durch erneuerbare Energien ersetzen. Zusätzlich müssen Sie vorab eine Energieberatung machen. Für schon bestehende Fernwärmeverträge ist eine Übergangsregel geplant. Wie lange Sie die Leistung dann noch anpassen können, steht aber noch nicht fest.

Warum das ein Problem ist

So viel macht das aus

Das haben wir in einer Stichprobe für die Preise bei zehn großen Anbietern durchgerechnet. Reduzieren Sie Ihre Anschlussleistung von 18 auf 12 Kilowatt – also um ein Drittel wie im Schnitt unserer Stichprobe – sinkt der jährliche Leistungspreis je nach Anbieter um rund 112 bis 794 Euro brutto. Bei acht der zehn Anbieter liegt Ihre Ersparnis bei über 300 Euro/Jahr.

Finanztip-Faustformel: Jetzt Anschlussleistung checken

Heißt für Sie: Die Eckpunkte sind zwar beschlossen, bis daraus neue Regeln werden, dauert es aber noch. Trotzdem sollten Sie am besten schon jetzt checken, ob Ihre Leistung zu hoch gewählt ist. Mieten Sie, machen Sie Ihre Vermieterin bzw. Ihren Vermieter darauf aufmerksam.

Nutzen Sie dafür diese Faustregel als ersten Eindruck:

Jahresverbrauch in kWh aus Ihrer Abrechnung / Anschlussleistung in kW

Kommt ein Wert deutlich unter dem Idealwert 1.800 raus, dürfte Ihre Anschlussleistung zu hoch sein. Wie weit Sie die Leistung tatsächlich reduzieren können, lässt sich daraus aber nicht zuverlässig berechnen. Dafür sollte Ihr tatsächlicher Leistungsbedarf geprüft werden.

Dabei hilft Ihnen z. B. der Heiz-Check der Verbraucherzentrale. Der kostet max. 40 Euro und eine Energieberaterin oder ein -berater prüft bei Ihnen vor Ort, was der optimale Wert ist.

Im Anschluss fordern Sie Ihren Versorger schriftlich dazu auf, die Anschlussleistung auf Ihren Wunschwert zu reduzieren. Bei einer Reduzierung um bis zu 50 Prozent müssen Sie auch keinen Nachweis vorlegen.

Fernwärme und allgemein sanieren?

Sie rätseln gerade generell, welche Heizung für Ihr Haus künftig ideal ist – und was Sie sonst noch sanieren sollten? Dann lassen Sie sich am besten einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen. Dafür empfehlen wir die Energieberatung von Enwendo, Fuchs & Eule, Novo und Senercon. 50 Prozent der Beratungskosten bzw. max. 650 Euro können Sie sich fördern lassen.

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