Horror-Crash in Shanghai: Porsche-Pilot rettet Ollie Millroy aus dem Feuerball
Publiziert8. September 2026, 13:15
Horror-CrashFerrari-Pilot gefangen im Feuerball – Konkurrent zieht in raus
Ein 36-jähriger Brite verliert nach einem heftigen Unfall in der GT3 sein Bewusstsein im brennenden Autowrack. Ein Konkurrent hält an – und riskiert sein Leben, um ihn zu retten.

Darum gehts
- Beim Auftaktrennen der China GT Championship in Shanghai gerät der Ferrari von Brite Ollie Millroy (36) nach einem Crash in Flammen.
- Porsche-Pilot Loek Hartog hält an, übernimmt einen Feuerlöscher und zieht den bewusstlosen Millroy in nur 49 Sekunden aus dem brennenden Wrack.
- Millroy überlebt mit Rippen- und Schlüsselbeinbrüchen sowie einer Lungenquetschung. Zwei Teams zogen sich aus Protest gegen das Sicherheitsversagen aus der Serie zurück.
Es sind Bilder, die einem den Atem rauben. Beim Auftaktrennen der chinesischen GT-Meisterschaft in Shanghai kommt es zu einem heftigen Unfall. Mehrere Autos sind beteiligt, ein Ferrari gerät nach einem Einschlag sofort in Flammen.
Ollie Millroy ist nach dem Crash bewusstlos und sitzt in seinem brennenden Boliden fest. Die Zeit läuft gegen ihn. Dann passiert das, womit wohl niemand gerechnet hat.
Konkurrent steigt aus und hilft
Porsche-Pilot Loek Hartog kommt an der Unfallstelle vorbei. Statt weiterzufahren, stoppt der Niederländer seinen Wagen. Hartog springt aus seinem Porsche und rennt zum brennenden Ferrari.
Zunächst versucht er, Millroy von der Fahrerseite aus dem Wrack zu ziehen. Die Hitze ist jedoch zu gross. Auch ein Versuch auf der Beifahrerseite scheitert.
Dann kommt ein Streckenposten mit einem Feuerlöscher. Hartog übernimmt ihn und versucht, die Flammen rund um den Fahrersitz des Ferrari 296 GT3 zu löschen.
Schliesslich gelingt ihm der entscheidende Griff: Er erreicht Millroy, zieht den bewusstlosen Fahrer aus dem brennenden Auto und bringt ihn in Sicherheit. Nach Angaben von Berichten dauerte die Rettungsaktion lediglich 49 Sekunden.
«Er ist mein grösster Superheld»
Millroy überlebt den Horror-Crash. Der 36-jährige Brite kommt mit mehreren Verletzungen davon, darunter Rippen- und Schlüsselbeinbrüche sowie einer Lungenquetschung und Verletzungen an der Hand.

Später meldet sich der gerettete Fahrer selbst zu Wort – und findet emotionale Worte für seinen Konkurrenten. «Dass ich noch am Leben bin, verdanke ich einzig und allein einem Mann. Er riskierte sein eigenes Leben, um mich aus dem Auto zu befreien», sagt Millroy und bedankt sich beim Porsche-Piloten für dessen Heldentat.
Schwere Vorwürfe gegen die Rettungskräfte
Doch der Unfall sorgt nicht nur wegen Hartogs Rettungsaktion für Aufsehen. Auch die Reaktion der Rettungskräfte wird heftig kritisiert.

Nach Angaben aus dem Umfeld des Teams soll es zunächst kaum Hilfe gegeben haben. Streckenposten seien nur zögerlich eingeschritten. Auch ein Krankenwagen soll erst deutlich später eingetroffen sein.
Betroffenes Team zieht Konsequenzen
Der Horror-Crash hat nun auch ein politisches Nachspiel. Das FIST Team AAI zog sich mit sofortiger Wirkung aus der China GT Championship zurück. Teameignerin Betty Chen erhebt schwere Vorwürfe gegen die Veranstalter: Die Rettungskette habe beim Unfall von Ollie Millroy komplett versagt.

Während der Brite bewusstlos in seinem brennenden Ferrari sass, sollen Streckenposten panisch davongelaufen sein. Professionelle Hilfe liess demnach lange auf sich warten, ein Krankenwagen soll erst nach rund 15 Minuten eingetroffen sein. Nur das beherzte Eingreifen von Konkurrent Loek Hartog habe Millroy letztlich aus dem Wrack gerettet.
Verharmlosung der Rennleitung
Auch die medizinische Versorgung an der Strecke sei völlig unzureichend gewesen. Für zusätzlichen Ärger sorgte die offizielle TV-Übertragung: Dort wurde zunächst behauptet, die Fahrer hätten ihre Autos selbstständig und unverletzt verlassen.
Das Team wertete dies als Verharmlosung des Vorfalls. Zudem soll die Rennleitung den Unfall zunächst heruntergespielt und die Verantwortung bei den Fahrern gesucht haben.
Aus Protest zog sich neben FIST Team AAI inzwischen auch TBC by 610Racing aus der Serie zurück. Beide Teams betonen: Unfälle gehören zum Motorsport – ein derartiges Versagen bei den Sicherheitsvorkehrungen sei jedoch nicht akzeptabel.
Was denkst du über das Verhalten des Rennfahrers, der seinen Konkurrenten aus dem brennenden Auto rettete?
Das ist eine unglaubliche Heldentat, die grössten Respekt verdient.
Im Sport sollte das eigentlich selbstverständlich sein, auch wenn es gefährlich ist.
Ich finde es bewundernswert, dass er sein eigenes Rennen für ein Menschenleben aufgegeben hat.
Ich bin zwiegespalten – es war mutig, aber er hat sich selbst in grosse Gefahr gebracht.
Mich interessiert Motorsport nicht besonders, daher kann ich das schwer beurteilen.

Sebastian Rieder (sri), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten als Stv. Leiter Sport. Der Generalist hat stets die besten Schweizer Fussballer im Fokus und begleitet die Nati als Reporter und Videojournalist.
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