Feuerinferno in Kroatien außer Kontrolle: Dutzende Verletzte – Urlauber flüchten mit Autos und Schiffen
Stand: 14.08.2026, 15:18 Uhr
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Flammen fressen sich bis an die Häuser, viele Touristen fliehen per Auto und Schiff. Wie dramatisch die Lage an der Adria ist – und was Urlauber wissen müssen.
Split – Ein schwerer Waldbrand sorgt an der kroatischen Adriaküste im Raum Omiš für Chaos. Menschen wurden verletzt, Häuser und Autos zerstört. Mehr als ein Dutzend Verletzte kamen ins Krankenhaus, darunter sieben mit lebensgefährlichen Verbrennungen, wie kroatische Medien berichteten. Bilder zeigen ausgebrannte Autos auf einer Straße oder eine völlig ausgebrannte Strandbar an der sonst so traumhaften Adriaküste Kroatiens – apokalyptisch.

In der Nacht zum Freitag brachten die Behörden mehr als 1000 Menschen vorübergehend in Turnhallen und anderen öffentlichen Einrichtungen in Sicherheit. Zahlreiche Touristen flohen mit ihren Autos. Zusätzlich organisierten die Behörden Evakuierungen per Schiff über die Adria. Ein großes Drama bahnt sich auch bei einem Waldbrand in Deutschland an. In NRW kommen Flammen den Häusern immer näher.
Waldbrand in Kroatien außer Kontrolle: Urlauber flüchten selbst oder werden evakuiert
Das Feuer war am Donnerstagabend bei Lokva Rogoznica nach anhaltender Dürre ausgebrochen, rund 20 Kilometer südlich von Split. Begünstigt durch starken Wind erfasste es einen gut zehn Kilometer langen Küstenstreifen, an dem vor allem Kiefernwälder brannten. Am stärksten betroffen war der Ort Omiš mit seinen rund 14.000 Einwohnern: Von den umliegenden Hügeln wälzten sich die Flammen in Richtung Küste bis an die Häuser am Ortsrand. Aus mindestens sechs weiteren Orten wurden Brandschäden gemeldet, eine offizielle Schadensbilanz lag zunächst nicht vor. Hunderte Feuerwehrleute kämpften mit fast 300 Löschfahrzeugen sowie vier Löschflugzeugen gegen die Flammen.
„Wir hatten eine äußerst schwierige Nacht, wir haben eine komplizierte Lage in dem Gebiet von Lokva Rogoznica bis Omis“, sagte der Feuerwehrchef Slavko Tucakovic. Die Lage sei „äußerst besorgniserregend“. In der Früh meldete die Feuerwehr, dass es keine großen, offenen Flammen mehr gebe. Aber von einer Eindämmung des Feuers könne keine Rede sein, sagte Tucakovic gegenüber lokalen Medien: „In den nächsten zwei oder drei Tagen wird sich nichts ändern.“
Auswärtiges Amt warnt Urlauber vor Waldbrand in Kroatien
Das Auswärtige Amt warnt Reisende eindringlich davor, das Gebiet zwischen Lokva Rogoznica und Omiš zu betreten. „Die Lage ist aber noch nicht unter Kontrolle“, heißt es in den frisch geänderten Reise- und Sicherheitshinweisen vom 14. August.
Wer zum Verlassen seines Aufenthaltsortes aufgefordert werde, solle dem unverzüglich Folge leisten. Aufnahmezentren für Evakuierte wurden in Omiš, Dugi Rat, Makarska und in der Sporthalle Dvorana Gripe in Split eingerichtet. Urlauber sollten Zufahrtswege für die Feuerwehr freihalten, die Löscharbeiten nicht behindern und sich keinesfalls zum Fotografieren oder Filmen in die Gefahrenzone begeben. Zuletzt sorgten Touristen nach dem Ätna-Ausbruch so für Ärger.
Ausdrücklich untersagt ist der Einsatz von Drohnen, da diese den Flugbetrieb der Löschflugzeuge gefährden. Das Ministerium empfiehlt zudem:
- Beachten Sie die aktuelle Berichterstattung in den lokalen Medien, die Mitteilungen der kroatischen Feuerwehr und die der Direktion für Katastrophenschutz des kroatischen Innenministeriums unter (jeweils in kroatischer Sprache).
- Registrieren Sie sich auf der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes ELEFAND oder der ELEFAND-App. Machen Sie nach Möglichkeit auch Verwandte, Bekannte und Gäste auf die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts aufmerksam.
- Verfolgen Sie die Reise- und Sicherheitshinweise zu Kroatien auf der Webseite des Auswärtigen Amts oder in der App „Sicher Reisen“.
Die Bilder aus Omiš zeigen, wie schnell aus Urlaubsidylle Ausnahmezustand werden kann. Ob sich die Lage an der Adria weiter entspannt, dürfte auch von den Wind- und Wetterbedingungen der kommenden Tage abhängen. (DPA, Auswärtiges Amt, eigene Recherche) (mke)