FIFA-Kurswechsel? Infantino zeigt sich erstmals bereit für Reformen
Stand: 21.09.2026, 22:44 Uhr
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat im Kampf um sein Amt erstmals Reformen für den Fußball-Weltverband in Aussicht gestellt.
Zürich – Kommt es jetzt zu einem Kurswechsel bei der FIFA? Der seit langer Zeit in der Kritik stehende Präsident des Weltverbands, Gianni Infantino, hat sich erstmals gesprächsbereit für Reformen gezeigt. Der Deutschen Presse-Agentur liegt ein Brief an die Köpfe aller 211 Mitgliedsverbände vor, in dem Infantino unabhängige Überprüfungen der FIFA-Governance und Veränderungen der Entscheidungsprozesse ankündigt, die auch seine Rolle als Präsident beinhalten.

„Erstens werde ich den FIFA-Rat fragen, ob er eine unabhängige externe Untersuchung des derzeitigen Governance-Systems der FIFA für große strategische Projekte in Auftrag geben möchte. Zweitens möchte ich vorschlagen, dass der Rat eine direkte, strukturierte und zeitlich begrenzte Konsultation mit Konföderationen, Mitgliedsverbänden und relevanten Interessengruppen durchführt“, schrieb Infantino in dem Brief.
FIFA-Präsident Infantino nach umstrittenen Investoren-Plänen bereit für Reformen
Kurz nach der WM 2026 hatte Infantino mit seinen Plänen, Teile der Weltmeisterschaft und der Klub-Weltmeisterschaft an globale Investoren zu verkaufen, für weltweite Empörung gesorgt. Zahlreiche Verbände stellten sich gegen den Präsidenten und drohten mit Sanktionen, sodass Infantino schließlich klein beigab und die Pläne – zumindest vorerst – revidierte.
„Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen“, ließ der 56-Jährige damals verlauten. „Daher wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt.“
Die Kehrtwende von Infantino könnte mit der im März 2027 anstehenden Präsidentenwahl in Marokko zusammenhängen. Dann will sich der umstrittene Verbandschef – das steht bereits seit Wochen fest – erneut aufstellen lassen. Infantino ist seit 2016 FIFA-Oberhaupt, aktuell aber umstrittener denn je. Infolge seiner gescheiterten Investorenpläne wendeten sich große Teile der Kontinentalverbände – darunter die UEFA – gegen Infantino.
In seinem Brief unterstrich er den Plan, erneut Präsident werden zu wollen: „Ich bleibe voll und ganz dazu verpflichtet, die FIFA zu führen, und bin zuversichtlich, was wir gemeinsam erreichen können. Unsere Verantwortung ist größer als jeder einzelne Vorschlag oder jede Meinungsverschiedenheit. Sie besteht darin, die Unabhängigkeit der FIFA zu schützen, ihre Institutionen zu stärken und sicherzustellen, dass der Fortschritt des Fußballs dem gesamten Fußball zugutekommt, überall auf der Welt.“ (mbo)