„Flachzange“: ARD-Talk zu Sachsen-Anhalt-Wahl eskaliert – Gast wendet sich hilfesuchend an Moderator


Stand: 06.09.2026, 21:08 Uhr

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Ein TV-Talk zu den Wahl-Ergebnissen in Sachsen-Anhalt ist aus dem Ruder gelaufen: Der Streit verließ die sachliche Ebene, auch durch eine Beleidigung.

Berlin – Im ARD-Talk kurz nach der Sachsen-Anhalt-Wahl ging es heiß her. Schließlich bargen die Ergebnisse der ersten Hochrechnungen auch bereits große Brisanz: Die AfD lag zu dem Zeitpunkt (Hochrechnung von 18.56 Uhr) bei 44,4 Prozent, die CDU bei 18,4 Prozent, die Linke bei 9,3 Prozent, die SPD bei 8,4 Prozent, die Grünen bei 8,7 Prozent, das BSW bei 5,0 Prozent, die FDP bei 2,2 Prozent.

Die Talk-Runde von links: Luigi Pantisano (Linke), Tim Klüssendorf (SPD), Franziska Hoppermann (SPD), Tino Chrupalla (AfD), Moderator Markus Preiß.

Die Talk-Runde von links: Luigi Pantisano (Linke), Tim Klüssendorf (SPD), Franziska Hoppermann (CDU), Tino Chrupalla (AfD), Moderator Markus Preiß. © Screenshot ARD

Moderator Markus Preiß begrüßte in Berlin eine illustre Runde, um die bundespolitischen Auswirkungen der Sachsen-Anhalt-Wahl zu besprechen: CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf und der Linken-Co-Parteivorsitzende Luigi Pantisano waren im Studio zu Gast, zugeschaltet aus Magdeburg war Tino Chrupalla, einer der beiden AfD-Bundessprecher.

ARD-Talk zur Sachsen-Anhalt-Wahl läuft aus dem Ruder: „Sie sind die größte Flachzange, die in Berlin rumläuft“

Pantisano zeigt sich in der Runde angriffslustig, spricht von einem „eklatanten Versagen“ der Bundesregierung, sieht die Stärke der AfD als Folge des Reformpakets der Merz-Regierung und appelliert an diese, es zurückzunehmen. Chrupalla fordert die anderen Parteien zu Gesprächen auf, schießt gegen die „Brandmauer“ und droht jenen, die den „Mörtelkasten“ gerührt haben, mit noch deutlicheren Wahlergebnissen.

Dann greift Chrupalla auch die TV-Runde an und hinterfragt, ob „die Personen, die heute bei Ihnen mit am Tisch stehen“ eine Wahrnehmung für die Probleme des Landes hätten, die er aus seiner Sicht aufzählt. Klüssendorf kontert mit deutlichen Worten, wirft Chrupalla vor, Russlands Interessen zu vertreten. Chrupallas erneute Ausführungen kassieren im Anschluss deutlichen Widerspruch von Hoppermann.

In der Folge platzt Pantisano der Kragen. Er wirft Chrupalla und der AfD vor, den Steuerzahlern am tiefsten in die Tasche zu greifen, auch selbst viel zu kassieren. Pantisano schließt mit dem Satz: „Sie sprechen gern von Flachzangen in Berlin, Herr Chrupalla, Sie sind die größte Flachzange, die in Berlin rumläuft.“ Moderator Preiß schreitet ein. Er bittet darum, „die Form zu wahren, auch Sie, Herrn Pantisano, und ich hätte das anderen Politikern auch an der Stelle gesagt.“

Es wird wenig später erneut hitzig. Hoppermann, Klüssendorf und Pantisano diskutieren am Tisch, Chrupalla schaltet sich bissig aus der Ferne ein und kassiert eine weitere Attacke von Pantisano. Chrupalla hat den „Flachzangen“-Angriff kurz zuvor nicht vergessen: „Wissen Sie, im Gegensatz zu Ihnen weiß ich wenigstens, was eine Flachzange ist. Ich habe bereits 25 Jahre gearbeitet, mehr Steuern und Abgaben gezahlt, als Sie in Ihrem ganzen Leben zahlen werden.“

ARD-Talk-Gast wendet sich hilfesuchend an Moderator

Dann reden beide durcheinander. SPD-Generalsekretär Klüssendorf atmet tief durch und wendet sich hilfesuchend an den Moderator: „Herr Preiß, ich find‘s gerade ein bisschen unerträglich. Ich glaube, das Letzte, was die Leute wollen, ist, dass wir uns hier gegenseitig beschimpfen“ – wobei das letzte Wort im verbalen Tumult undeutlich zu verstehen ist und auch anders lauten könnte.

Pantisano ist übrigens nicht der Erste, der den Begriff „Flachzange“ dieser Tage als Beschimpfung verwendet. Diese Beleidigung hatte erst vor wenigen Tagen ausgerechnet AfD-Co-Chefin Alice Weidel im ZDF-„Sommerinterview“ benutzt und auf die Regierungspolitiker gemünzt. Daran könnte sich Pantisano nun erinnert haben. Zurück zu den nüchternen Fakten: Hier sehen Sie die Live-Grafik zur Sachsen-Anhalt-Wahl. (Quellen: ARD-Sendung zur Sachsen-Anhalt-Wahl, FAZ, Archiv)