Fort Hood: Pentagon plant Livestream der Hinrichtung von Nidal Hasas


Dass die Hinrichtung von Nidal Hasan öffentlich ablaufen würde, hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bereits erklärt. Nun stellte das Pentagon klar, WIE öffentlich die Erschießung ablaufen wird. Die USA wollen die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Amokläufers live übertragen.

Hegseth sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Videointerview, Hasan bekomme »ein Erschießungskommando mit Soldaten (...), und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist. Die Menschen müssen sehen, dass solche Taten Konsequenzen haben«. Ein Pentagon-Mitarbeiter erklärte wenig später, dass die Hinrichtung am 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas »live übertragen« werde.

US-Präsident Donald Trump hatte die Hinrichtung genehmigt – wenige Tage nachdem im US-Bundesstaat Tennessee ein Hinrichtungsversuch gescheitert war: Der wegen Mordes verurteilten Christa Pike wurden nach Angaben der Behörden zwei Dosen des Mittels Pentobarbital verabreicht, doch sie überlebte. Nach den neuesten Auskünften ihrer Anwälte ist sie inzwischen auch wieder bei Bewusstsein (mehr zu dem Fall hier). Der Fall hatte die Debatte über die Todesstrafe in den USA neu entfacht.

Hasan hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt das Feuer auf Soldaten eröffnet und 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt. Der damalige Militärpsychiater wurde 2013 von einem Militärgericht zum Tode verurteilt.

Keine Reue während des Verfahrens erkennbar

Der Attentäter gab laut »New York Times« an, den Angriff im Namen des Dschihads verübt zu haben. Die Kriege in Afghanistan und Irak habe er illegal genannt. Der Anschlag ereignete sich auf dem Höhepunkt des Antiterrorkampfes nach dem 11. September 2001. Hasan wurde laut US-Medien in den USA als Sohn palästinensischer Eltern geboren und habe sich vor dem Anschlag zunehmend radikalisiert.

Für seine Tat wurde er zum Tode verurteilt. Er habe keine Reue gezeigt und den Wunsch geäußert, bei dem Anschlag selbst gestorben zu sein, um als Märtyrer zu gelten (mehr zu dem Prozess hier). Hasan ist laut US-Medien einer von vier Todeskandidaten im Militärjustizsystem.

Öffentliche Erschießungen wurden in den USA unter anderem während des amerikanischen Bürgerkriegs im 19. Jahrhundert als Abschreckung eingesetzt. Die bislang letzte Hinrichtung durch ein Erschießungskommando des US-Militärs fand 1945 statt.

Die letzte allgemein öffentliche Hinrichtung in den USA war 1936: Damals wurde im Bundesstaat Kentucky ein Mann vor Tausenden Schaulustigen gehängt. Nun dürfte der Livestream der Tötung des Attentäters von Fort Hood noch von weit mehr Menschen beobachtet werden.