Frankfurter Klimaplan steht: „Lieber in Berlin Stunk machen“


Stand: 02.10.2026, 19:48 Uhr

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Grün: Fernwärme-tauglich. Gelb: dezentrale Heizung.

Grün: Fernwärme-tauglich. Gelb: dezentrale Heizung. © Geoportal Frankfurt, Wärmeportal

Frankfurt hat endlich seinen Kommunalen Wärmeplan auf den Weg gebracht, und die Klimadezernentin wehrt sich gegen Kritik am Tempo.

Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) für Frankfurt ist beschlossen. Und jetzt? Die wichtigsten Beteiligten bitten am Tag nach dem Stadtverordnetenvotum zur Pressekonferenz, um darüber zu sprechen. „Es ist mehr als ein Stück Papier“, sagt Klimadezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne). „Es ist d e r Fahrplan.“

Es ist der Fahrplan, der anzeigt, wo es langgehen soll zur klimaneutralen Wärmeversorgung der Stadt und wie schnell. Zum Fahrplan gehört ein Stadtplan mit vielen grünen Flächen, die geeignete Gebiete für die möglichst umweltfreundliche Fernwärme der Zukunft markieren, aber auch mit vielen gelben Zonen an den Stadträndern, die dezentral zu versorgen sind. Da will die Stadt aufklären, informieren, auch mit einem Online-Wärmeportal, in das alle klicken und schauen können, welche Wärmeart für ihr Haus infrage käme (geoportal.frankfurt.de, „Wärmeportal“ eintippen).

Was ist wichtig? Der Ausbau der Stromnetze, sagt Marc Gasper, stellvertretender Leiter des Klimareferats, Fernwärme, Energiewendeviertel – und beschleunigte Sanierung. „Auch als Stadt müssen wir besser werden“, sagt er, und etwa Genehmigungen für Klimamaßnahmen schneller erteilen.

Aber: beschleunigte Sanierung? Das ist doch ein Hauptkritikpunkt etwa des Bündnisses Wärmewende: dass der KWP davon ausgeht, nur ein Prozent der Gebäude in Frankfurt jährlich energetisch zu sanieren. Gasper sagt dazu, es werde nicht verboten, mehr zu sanieren. „Aber bisher dümpeln wir bei 0,7 Prozent.“ 1,4 Prozent, von denen er ausgeht, hörten sich zwar auch nach wenig an, seien aber eine deutliche Steigerung. „Und die Stadt kann im Wärmeplan nicht sagen: Feuer frei – das betrifft ja viele private Gebäude, auf die sie keinen Einfluss hat.“

Kritik am Bund

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Zieljahr 2045 für die Klimaneutralität in Frankfurt. Dazu sagt die Dezernentin: „Das ist der gesetzliche Horizont, aber 2035 ist unser Leittempo“ für die große Transformation, „auf der eine Menge Druck und Dampf ist“. Das Druckmittel, um zu sagen: „Wir brauchen die finanziellen Rahmenbedingungen.“ Aber bei der aktuellen Finanzlage in Frankfurt: „Sorry, wo sollen die Mittel denn herkommen?“ Die Kritik am Tempo stoße somit ins falsche Horn. „Lieber in Berlin Stunk machen“, rät Zapf-Rodríguez. Dort, in der Bundesregierung, sei der Transformationspfad verlangsamt worden. „Das schafft Unsicherheit – aus Berlin kommt nicht die Unterstützung, die wir brauchen.“

Dass der Pfad zur Klimaneutralität dynamisch sei, darauf weisen die Abgesandten aller Partnerunternehmen hin. „Wir sind auch glücklich, wenn wir früher fertig sind“, sagt Karen Janßen vom Fraunhofer-Institut, „aber es muss ein Pfad sein, an den wir alle glauben können.“ Wer zu viel verspreche, verspiele das Vertrauen der Menschen. So sieht es auch Jan Steinbach vom beteiligten Irees-Institut. Und Marcus Hummel vom Forschungsunternehmen E-Think rät, die Leute vor Ort mitzunehmen, „damit sie sich nicht davor fürchten, dass Baustellen kommen – und Baustellen werden kommen, das ist klar“.

14 Milliarden Euro sind vorerst veranschlagt für den nun beschlossenen KWP-Pfad. Der Stromnetzausbau kommt obendrauf. „Da haben wir noch riesige Aufgaben vor der Brust“, sagt Tina Zapf-Rodríguez. Aber auch eine Info-Veranstaltung im Blick: am 2. November im Saalbau Bornheim.

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