Fußball-Politik: Menschenrechtsorganisation will Infantino-Wahl verhindern


Fußball-Politik Menschenrechtsorganisation will Infantino-Wahl verhindern

Zürich · Die Kritik an FIFA-Chef Infantino geht weiter. Jetzt legt die Organisation FaireSquare nach und schreibt an hohe Funktionäre des Weltverbandes.

17.08.2026 , 14:23 Uhr

Eine Menschenrechtsorganisation will die Wiederwahl von Gianni Infantino als FIFA-Präsident verhindern. (Archivfoto)

Eine Menschenrechtsorganisation will die Wiederwahl von Gianni Infantino als FIFA-Präsident verhindern. (Archivfoto)

Foto: Bradley Collyer/PA Wire/dpa

Die Menschenrechtsorganisation FairSquare setzt ihren Kampf gegen Gianni Infantino als FIFA-Präsident fort. In einem Brief an drei Mitglieder der Governance-, Audit- und Compliance-Kommission des Fußball-Weltverbandes fordert die britische Gruppierung das wichtige FIFA-Gremium dazu auf, den umstrittenen Chef nicht zur Wiederwahl am 18. März 2027 zuzulassen. Das berichtet „The Athletic“.

FairSquare argumentiert demnach, dass die FIFA-Statuten eine weitere Amtszeit Infantinos nicht erlauben würden. Eine entsprechende Änderung der Regularien im Jahr 2022 sei unter anderem vor der Abstimmung im FIFA-Council nicht angemessen veröffentlicht worden.

Erste Präsidentenjahre als Knackpunkt

Entscheidend ist die Frage, ob Infantinos erste Amtszeit von 2016 bis 2019 als volle Amtszeit gewertet wird. Dann dürfte er nicht noch einmal kandidieren, da ein FIFA-Chef nur drei Wahlperioden den Weltverband führen darf. Aus Sicht des Schweizers, der die Gremien bislang folgten, hat er damals nur die Amtszeit seines Vorgängers Joseph Blatter vollendet und dürfte von 2027 an für weitere vier Jahre im Amt bleiben. Der 56-Jährige ist bislang der einzige Kandidat. 

Die Beschwerde von FairSquare ist eher symbolischer Natur. Die Organisation war bereits mit einer Eingabe beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gegen Infantino gescheitert. Darin war ihm die enge Bindung zu US-Präsident Donald Trump und daraus resultierende politische Einflussnahme vorgeworfen worden.

UEFA als Oppositionsführerin

Infantino steht seit der WM im Sommer unter großem Druck. Besonders seine publik gewordenen und mittlerweile zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von Investoren für zukünftige WM-Geschäfte haben für massive Entrüstung in der internationalen Fußball-Welt gesorgt. Besonders der europäische Kontinentalverband UEFA ist auf Konfrontationskurs gegangen.

© dpa-infocom, dpa:260817-930-542424/1