Für 36 Tegut-Märkte läuft das Rennen weiter – auch Standorte in Osthessen warten auf Käufer
Für 36 Tegut-Märkte gibt es noch keinen Käufer – Bieterverfahren läuft
Stand: 18.10.2026, 12:51 Uhr

Für 36 Tegut-Märkte gibt es weiter keinen Käufer. Darunter sind auch Standorte in Osthessen. Nun läuft ein neues Bieterverfahren.
Zürich/Fulda – Die Zerschlagung von Tegut nimmt weiter Gestalt an: Nachdem bereits Edeka und die Smart-Store-Kette Tante Enso Zuschläge für Teile des Filialnetzes erhalten hatten, hat nun auch Rewe grünes Licht für die Übernahme eines Marktpakets bekommen. Für 36 Tegut-Standorte gibt es allerdings weiterhin keinen Käufer.
Wie die bisherige Eigentümerin, die Schweizer Genossenschaft Migros Zürich, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte, sind bislang 36 Filialen unveräußert. Für diese Märkte läuft derzeit ein weiteres Bieterverfahren. Bis zu einer möglichen Übernahme sollen die betroffenen Standorte geöffnet bleiben. Welche Unternehmen Interesse zeigen und wann das Verfahren abgeschlossen sein könnte, ließ Migros zunächst offen.
Zukunft von 36 Tegut-Filialen bleibt weiter ungeklärt
Bundesweit wechseln damit 252 Tegut-Märkte den Betreiber. Edeka übernimmt 178 Filialen, Rewe 38 und Tante Enso 36. Die Freigaben des Bundeskartellamts erfolgten jeweils unter Auflagen, weil die Behörde eine zu starke Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel verhindern will.
Zu den bislang nicht verkauften Filialen gehören nach Informationen unserer Zeitung auch die Tegut-Märkte in Fulda-Horas, Neuhof und am Niedertor in Hünfeld. Auch der Tegut-Standort in der Breitenbacher Straße in Schlüchtern ist betroffen. Hier hat das Bundeskartellamt der Rewe-Gruppe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für die genannten Standorte könnte das laufende Bieterverfahren nun entscheidend werden.
Bereits fest steht dagegen die Zukunft zahlreicher weiterer Märkte in Osthessen. So sollen die von Edeka Hessenring übernommenen Filialen in Bad Salzschlirf, Hünfeld (Josefstraße) sowie in Fulda an der Rabanusstraße, im Emaillierwerk und in den Kaiserwiesen Anfang November den Besitzer wechseln.
Kritik an weiterer Marktkonzentration
Die Übernahmen stoßen nicht überall auf Zustimmung. Die Monopolkommission sieht die Entwicklung kritisch und warnt vor einer hohen Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Nach Einschätzung des unabhängigen Beratungsgremiums vereinen die vier großen Handelsketten bereits heute mehr als 90 Prozent der Umsätze der Branche auf sich.
Wegen dieser wettbewerblichen Bedenken durften weder Edeka noch Rewe alle ursprünglich vorgesehenen Standorte übernehmen. Das Bundeskartellamt genehmigte deshalb nur reduzierte Marktpakete.

Zum Edeka-Paket gehören neben den Supermärkten auch das Tegut-Logistikzentrum im Hünfelder Stadtteil Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei sowie die 41 personallosen Teo-Märkte. Edeka wird jedoch nicht alle Standorte selbst betreiben.
35 Teo-Märkte gehen an die Mannheimer Yobsti Nahversorgung GmbH. Zudem hatte Edeka bereits angekündigt, 60 Tegut-Standorte an die Tochtergesellschaft Netto weiterzugeben. In Osthessen betrifft das unter anderem Bad Salzschlirf sowie die Breitunger Straße in Petersberg. Dort, auf dem Gelände der ehemaligen Tegut-Zelte, soll nach Angaben von Netto ein neuer Markt entstehen.
Für das Logistikzentrum in Michelsrombach gibt es ebenfalls positive Signale: Edeka will den Standort weiter nutzen, sodass rund 120 Arbeitsplätze nach jetzigem Stand erhalten bleiben sollen. Das 92.000 Quadratmeter große Lager war für einen dreistelligen Millionenbetrag errichtet und mit über 650 Beschäftigten erst 2023 eröffnet worden.
Traditionsmarke Tegut verschwindet
Migros hatte im März angekündigt, sich von Tegut zu trennen. Die Marke soll aufgegeben werden. Das 1947 in Fulda gegründete Unternehmen gehört seit 2013 zur Migros-Gruppe und betreibt Märkte in sechs Bundesländern. Die meisten Filialen befinden sich in Hessen. Nach Unternehmensangaben beschäftigt Tegut knapp 7500 Menschen.
Was aus den noch verbliebenen 36 Märkten wird, dürfte sich nun im laufenden Bieterverfahren entscheiden. Für die Beschäftigten und Kunden an diesen Standorten bleibt die Zukunft vorerst offen. (mit dpa-Material)