Computernerds - die Spione von morgen? Der Auslandsgeheimdienst wirbt auf Gamescom um Nachwuchs


Etwas abseits des üblichen Trubels auf dem weltweit größten Video- und Computerspiele-Event präsentieren sich auf der Gamescom auch Arbeitgeber. Neben der Bundeswehr, dem Rüstungskonzern Rheinmetall und einer Vertretung des Bundestags hat auch der Auslandsgeheimdienst BND einen Stand.

Geheimdienst-Mitarbeiter suchen auf der Messe nach Nachwuchs, denn Gamer bringen laut BND die richtigen Voraussetzungen mit. "Wir sehen eine hohe Schnittmenge zwischen Gamerinnen und Gamern und wichtigen Talenten, die wir suchen: sie sind oftmals computer- und technikaffin, schlüpfen gern in verschiedene Rollen und Identitäten, lösen Missionen und bleiben dran, bis sie es geschafft haben", erklärte Pressesprecherin Julia Linner.

Spielerischer Einblick in den Geheimdienst

Auch vor dem Bundesnachrichtendienst mache der Fachkräftemangel keinen Halt. An dem Gamescom-Stand will sich der BND als moderner Arbeitgeber präsentieren - vor allem für IT-Fachkräfte. Auch mit einem Minigame sollen Interessierte auf die Aufgaben des BND spielerisch aufmerksam gemacht werden.

BND seit 2023 auf Gamescom

Der BND ist nach Angaben des Deutschen Bundeswehr-Verbands seit 2023 auf der Gamescom vertreten. Die Bundeswehr dagegen bereits seit 2009. Gegen die Präsenz der Bundeswehr gibt es jetzt Widerstand: Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) fordert eine Gamescom ohne Bundeswehr.

"Soldat:in ist kein normaler Beruf. Wer zur Bundeswehr geht, wird dazu ausgebildet zu töten und riskiert selbst verwundet oder getötet zu werden", kritisiert Christoph Tophoven, Aktiver der DFG-VK Gruppe Köln laut Pressemitteilung. "Eine Ansprache von Kindern und Jugendlichen in verharmlosender Gaming-Sprache vermittelt einen völlig falschen Eindruck vom Dienst an der Waffe, ist unangemessen und verstößt gegen die UN-Kinderrechtskonvention (...)".

Die Gesellschaft hat eine Petition gegen den Messestand gestartet und hat angekündigt, am Freitag und Samstag der Gamescom dagegen zu protestieren. Außerdem will sie junge Menschen über ihr Recht auf Kriegsdienstverweigerung aufklären.