Gaufest im Unterland: 46 Trachtenvereine fahren nach Willing


Stand: 17.07.2026, 17:42 Uhr

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Die Zelte stehen schon: Der Aufbau fürs Gaufest in Willing bei Bad Aibling läuft auf Hochtouren. Los geht‘s am 18. Juli.

Die Zelte stehen schon: Der Aufbau fürs Gaufest in Willing bei Bad Aibling läuft auf Hochtouren. Los geht‘s am 18. Juli. © Thomas Plettenberg

Das 113. Gaufest der Oberlandler findet erstmals in Willing statt. Die Trachtler haben vor dem Fest einen Bittgang unternommen – allerdings nicht für Sonne, sondern gegen sengende Hitze.

Willing/Landkreis – Bergab geht‘s für 46 Trachtenvereine des Oberlandler Gauverbands beim 113. Gaufest. Dies allerdings nur in topografischer Hinsicht. Zum zwölften Mal in der Geschichte findet das Gaufest im Unterland statt, beim Trachtenverein D‘Oberlandler Bad Aibling. Allerdings nicht mehr wie in der Vergangenheit am Aiblinger Krankenhaus, sondern aus Platzgründen auf einer freien Wiese am südlichen Ortsrand von Willing. Los geht‘s bereits am Samstag, 18. Juli, mit dem Trachten- und Handwerkermarkt sowie dem Gaupreisplatteln, das große Finale folgt am Sonntag, 26. Juli, mit dem Gauheimattag.

„Das ist ein schöner Fleck“, sagt Gauvorstand Schorsch Englhart über den neuen Standort in Willing. Nicht nur, weil man damit ein paar wenige Kilometer an den Irschenberg und damit ans für den Verband namensgebende Oberland gerückt ist. Nein, auch die großen Wiesen rund ums für 5500 Teilnehmer ausgelegte Zelt seien praktisch, um den mit dem Auto anreisenden Festbesuchern kurze Wege zur Veranstaltung zu ermöglichen. In einer Zeit großer Hitzewellen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Bittgang gegen Regen und große Hitze

Apropos Wetter: Hier sind die Trachtler auch heuer auf Nummer sicher gegangen und haben einen Bittgang ins benachbarte Berbling unternommen. Während man in früheren Sommern vor allem für Sonne und Wärme beten musste, ist Englhart in Zeiten des Klimawandels etwas zurückhaltender geworden. „Wenn‘s nicht regnet, passt es perfekt.“ Sengende Sonne und Temperaturen jenseits der 35 Grad brauche man sicher nicht. Denn ein Hitzeschutzkonzept lässt sich für ein Gaufest dieser Größenordnung nur schwer aufsetzen. Klar werde man in so einem Fall mehr Wasserstationen vorhalten, kündigt Englhart an. Am Ende appelliere er aber an die Eigenverantwortung der Trachtler, sich rechtzeitig Schatten zu suchen und im schlimmsten Fall den Festzug eben auch sausen zu lassen. „Ein falscher Ehrgeiz oder Stolz bringt niemandem was“, betont der Gauvorstand.

Deutlich strenger ist Englhart bei einer anderen Thematik: der inhaltlichen Trennung des Gaufestes vom im selben Zeitraum und Zelt stattfindenden Fest zum 80-jährigen Bestehen der Willinger Burschen. Auch wenn so eine Kopplung kein Novum und aus praktischen Gründen wegen der gemeinsamen Nutzung der Infrastruktur durchaus nachvollziehbar sei: „Wir wollen nicht, dass das in einen Topf geworfen wird“, stellt Englhart klar. „Gaufest ist Gaufest.“

Kirchenzug und großer Festzug

Aus Sicht der Trachtler sind die Pflichttermine ohnehin bereits gesetzt. Neben besagtem Gaupreisplatteln am Samstag, 18. Juli, sind dies der Heimatabend am Freitag, 24. Juli, ab 20 Uhr und natürlich der Gauheimattag am Sonntag, 26. Juli. Ab 8 Uhr geht‘s im Kirchenzug zum Freialtar neben der Pfarrkirche St. Jakobus und nach dem Gottesdienst im großen Festzug zurück ins Zelt. Laut Engelhart haben 30 Blaskapellen und Spielmannszüge ihre Teilnahme zugesagt.

Nur einer der 47 Trachtenvereine im Gauverband wird das große Fest im Unterland schwänzen: die Römastoana aus Sauerlach. Das laut Englhart aber aus einem nachvollziehbaren Grund: das traditionelle St.-Anna-Fest im Sauerlacher Ortsteil Staucharting mit Wallfahrt und Pferdesegnung. „Das ist so etwas wie Leonhardi bei uns“, weiß der Gauvorstand. Und das fällt heuer ausgerechnet auf den Gauheimattag in Willing.

Auffüllen werden die Gästeliste dafür zwei von den Aiblingern eingeladene, befreundete Trachtenvereine aus dem Unterland: Edelweiß Bad Aibling und Edelweiß Dettendorf-Kematen. Für Englhart eine schöne Tradition, die zur Vernetzung zwischen Ober- und Unterland beiträgt. Denn in den kommenden beiden Jahren geht‘s für die Aiblinger beim Gaufest dann jeweils hoch hinaus: 2027 in Bayrischzell und 2028 in Reitrain am Hirschberg.