Geestferkel-Krise verschärft sich: Jetzt rutscht auch das Tochter-Unternehmen in die Insolvenz
Stand: 23.10.2026, 14:11 Uhr
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Domino-Effekt nach der Geestferkel-Insolvenz mit 20 Standorten, auch in Niedersachsen. Nun ist auch die Tochtergesellschaft in die Pleite gerutscht.
Düngstrup – Nachdem die Firma Geestferkel Ende Juli ihre Insolvenz bekannt gegeben hatte, trifft es nun auch die hundertprozentige Tochtergesellschaft Biomethan. Für diese hat der Düngstruper Landwirt und Geschäftsführer Jörn Ahlers ebenfalls Konkurs angemeldet.
Geestferkel-Tochter insolvent: Geschäftsbetrieb war schon ruhend
Das Insolvenzverfahren ist eröffnet. Zum Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Delmenhorst – wie schon für Geestferkel – den Rechtsanwalt Dr. Moritz Sponagel bestellt. Dessen Kanzlei teilt auf Nachfrage der Mediengruppe Kreiszeitung mit: „Der Geschäftsbetrieb war zu diesem Zeitpunkt bereits ruhend gestellt. Eine Fortführung nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens kam daher nicht in Betracht.“ Und wie ist der aktuelle Stand bei Geestferkel? „Es zieht sich“, sagt ein Kanzlei-Sprecher.
Die Gründe für die Entwicklung bei der Biomethan-Gesellschaft liegen nach Angaben des Geschäftsführers „vor allem in der Insolvenz(antrags)situation der Muttergesellschaft“. Damit hätten die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen für den Betrieb der Anlage nicht mehr zur Verfügung gestanden. Arbeitnehmer seien in diesem Fall aber nicht betroffen, da die Biomethan-Gesellschaft selbst kein Personal beschäftigt habe.
Betroffen von der Insolvenz ist eine Biogasanlage in Sandbeiendorf (Sachsen-Anhalt). „Mit der Anlage hier in Düngstrup hat das aber nichts zu tun“, betont Ahlers auf Nachfrage. Für diese hatte der Landwirt aus der Wildeshauser Landgemeinde ab 2022 eine Erweiterung angestrebt. Weil sie im Trinkwassergewinnungsgebiet liegt, hatte die Politik dies in diesem Frühjahr abgelehnt.
Derweil läuft die Veräußerung einzelner Geestferkel-Ställe auf Hochtouren. Neben dem Hauptsitz in Düngstrup gibt es noch etwa knapp 20 weitere Standorte in mehreren Bundesländern. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens waren für viele der Anlagen Übergangspachtlösungen gefunden und der Schweinebestand – insgesamt kam die Geestferkel-Gesellschaft auf 25.000 Tiere – übertragen worden. „Notschlachtungen konnten so vermieden werden“, sagte ein Sprecher der Sponagel-Kanzlei. Die neuen Betreiber führten die Ställe auf eigene Rechnung weiter. Jetzt werde geschaut, ob sie die Objekte auch kaufen. „Das wird sich noch über einen längeren Zeitraum hinziehen“, hieß es.
Den Schritt in die Insolvenz hatte das Unternehmen im Sommer mit einem historischen Verfall der Schweinepreise, stark gestiegenen Kosten und fehlenden Zukunftsperspektiven begründet. „Das Verramschen von Schweinen muss ein Ende haben“, hatte Ahlers gefordert.