Christa Pike: Frank Strada im Zentrum von mehreren Hinrichtungs-Pannen
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Frank Strada musste wohl handeln. Denn der Druck auf den Leiter der Strafvollzugsbehörde von Tennessee wuchs. Zu groß war die Aufmerksamkeit, die die missglückte Hinrichtung von Christa Pike auf sich gezogen hatte, geworden. Am Samstag verkündete der Gouverneur des US-Bundesstaates, Bill Lee, Stradas Rückzug. Doch Experten zufolge war dieses Aus nur eine Frage der Zeit. Denn unter Stradas Führung hatten wohl viele Todestraktinsassen leiden müssen.

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Wie nun der britische „Guardian“ berichtet, soll es unter der Leitung des 50-Jährigen fünf verpfuschte Hinrichtungen gegeben haben. Schon im Mai dieses Jahres soll es bei der Vollstreckung der Todesstrafe gegen Tony Carruthers zu Problemen gekommen sein: Die Beamten hatten über eine Stunde lang versucht, die Vene des Insassen zu finden. Letztlich wurde die Prozedur abgebrochen.
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Auch in seiner Amtszeit im Bundesstaat Arizona soll es zu drei Fällen gekommen sein, in denen die Hinrichtungen in die Länge gezogen oder gar „verpfuscht“ worden. In allen Fällen hatten sich die Henker offenbar schwergetan, Zugänge zu legen. Anwälte sagen, dass dies darauf hindeute, die Angestellten der Justiz würden nicht richtig ausgebildet.
Nun mehrt sich auch die Kritik an Gouverneur Lee, der Strada, angesichts seiner Vorgeschichte nie als Leiter der Behörde in Tennessee hätte ernennen sollen. Unter Strada soll der Bundesstaat sogar auf wichtige Trainingsinhalte für seine Beamten im Todestrakt verzichtet haben. So sei es verboten worden, das legen von Zugängen mit einer Salzlösung an Kollegen zu trainieren. In Arizona hingegen sind die Trainingsvorgaben nach dem Weggang Stradas verschärft worden.
Derweil versprechen die Verantwortlichen eine lückenlose Aufklärung im Fall von Christa Pike. Die 50-Jährige am Mittwoch (Ortszeit) hingerichtet werden, überlebte allerdings zwei Giftspritzen. Die 50-Jährige war nach Angaben ihrer Anwälte zuletzt weiter bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen.
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Warum Pike trotz zweier Dosen des Medikaments Pentobarbital überlebte, ist weiterhin unklar. Der Schritt folgt auf Tage wachsender Kritik an der Qualifikation und Ausbildung des beteiligten Personals. US-Medien warfen Fragen sowohl zu Stradas Rolle als auch zu dem an der Hinrichtung beteiligten Arzt auf.
Fall Christa Pike: Arzt scheiterte mehrfach beim Legen zentraler Venenkatheter
Der zuständige Arzt war nach Berichten unter anderem der „New York Times“ und des lokalen Fernsehsenders WSMV auch an einem anderen gescheiterten Hinrichtungsversuch in Tennessee beteiligt. Im Mai hatten Mitarbeiter bei einem anderen verurteilten Straftäter zwar zunächst einen intravenösen Zugang gelegt, scheiterten aber an einem vorgeschriebenen zweiten. Auch dem Arzt gelang es anschließend nicht, einen zentralen Venenkatheter zu legen. Die Hinrichtung wurde abgebrochen.
Schon danach gab es Zweifel an dessen Erfahrung mit solchen Eingriffen. In einer eidesstattlichen Aussage sagte der Allgemeinmediziner, er habe in seiner Laufbahn etwa ein Dutzend oder mehr zentrale Zugänge gelegt – den letzten allerdings ungefähr 2013. Bei einem früheren Eingriff sei ein Führungsdraht versehentlich in einer Halsschlagader gelandet.
Ein von Pikes Verteidigung beauftragter Anästhesiologe kam vor ihrer Hinrichtung zu dem Schluss, er verfüge nicht über die fortlaufende praktische Erfahrung, die medizinische Einrichtungen üblicherweise für solche Eingriffe verlangen. Pikes Anwälte vermuten, dass zumindest ein Teil des genutzten Pentobarbitals nicht in die Blutbahn gelangte. Bei Pike ist bislang allerdings nicht geklärt, ob der Arzt selbst für die problematischen intravenösen Zugänge verantwortlich war.
mit dpa