Geheimes Treffen in Ägypten: Jared Kushner verhandelt mit der Hamas über Gaza-Entwaffnung
Stand: 17.08.2026, 14:26 Uhr
Der US-Sondergesandter traf sich in Ägypten direkt mit der Hamas-Führung, um einen 15-Punkte-Plan für Gaza auszuhandeln. Die Hamas stimmte dem Plan unter bestimmten Bedingungen zu, während der israelische Ministerpräsident Netanjahu einen Rückzug vor vollständiger Entwaffnung ablehnte.
El Alamein - Die festgefahrenen Verhandlungen über die Zukunft des Gazastreifens nahmen eine überraschende Wendung: US-Sondergesandter Jared Kushner traf sich gestern in der ägyptischen Stadt El Alamein direkt mit hochrangigen Hamas-Vertretern. Während der über zweistündigen Gespräche verhandelte Kushner unter anderem mit dem neuen Hamas-Führer Khalil al-Hayya über einen 15-Punkte-Plan zur schrittweisen Auflösung der palästinensischen Organisation und dem anschließenden Abzug der israelischen Streitkräfte, wie die BBC berichtete.

Netanjahu fordert vollständige Entwaffnung
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den von den USA unterstützten Friedensplan vorerst abgelehnt. Nach Gesprächen mit Kushner bekräftigte er, dass es keinen Truppenabzug aus dem Gazastreifen geben werde, solange die Hamas nicht nachweislich und vollständig entwaffnet sei. Laut der Washington Post bezeichnete die Hamas diese Situation ohne vorherige israelische Zugeständnisse als unmöglich.
Internationale Stabilisierungstruppe
Der US-Plan sieht die Einrichtung internationaler „Pilotzonen“ im nördlichen Gazastreifen und in Rafah vor. Diese sollen von einer internationalen Stabilisierungstruppe und einem technokratischen Rat ohne Beteiligung der Hamas geleitet werden. Die Hamas signalisierte bedingte Zustimmung zu dem Plan, fordert jedoch, dass Israel zunächst die Angriffe einstellt, seine Truppen abzieht und täglich 600 Hilfslastwagen in den Gazastreifen lässt.
Acht Länder kritisieren Israels Position
Die Ablehnung des Plans durch die israelische Regierung löste eine Welle diplomatischer Reaktionen aus. Acht mehrheitlich muslimische Länder – darunter Ägypten, Katar, die Türkei, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate – verurteilten Israels Position in einer gemeinsamen Erklärung. Sie warnten, Israels blockierende Haltung gefährde die gemeinsamen Bemühungen um einen dauerhaften Frieden in der Region.