Klopp-Debüt spät entschieden: Am Ende bleiben gemischte Gefühle


Gemischte Gefühle beim DFB-Debüt von Jürgen Klopp

Stand: 24.09.2026, 23:28 Uhr

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Die deutsche Nationalmannschaft startet mit einem 1:1 gegen die Niederlande in die Amtszeit von Jürgen Klopp. Dabei überzeugt nicht alles.

Amsterdam – Es ist bei der Johan-Cruyff-Arena bei Länderspielen der Niederlande nicht ganz klar, ob es sich um einen Spaßtempel oder ein Fußballstadion handelt. Die Grenzen zwischen Unterhaltung und Sport sind fließend, wobei es sich natürlich genau um das Phänomen handelt, das auch die Figur Jürgen Klopp kennzeichnet. Der Einstand des neuen Bundestrainer knapp zehn Kilometer südöstlich der Innenstadt von Amsterdam ist in dieser stimmungsvollen Spielstätte geglückt.

Jürgen Klopp

Jürgen Klopp bei seinem Debüt als Bundestrainer gegen die Niederlande. © picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Die deutsche Nationalmannschaft startete zum Auftakt der Nations League mit einem gerechten 1:1 (1:0)-Remis bei der Elftal in die Amtszeit des 13. Trainers der DFB-Geschichte. Felix Nmecha sollte die Führung erzielen, doch Cody Gakpo (90+2) glich noch aus. Der 59-Jährige wird seine Schlüsse aus dieser ereignisreichen Darbietung ziehen.

Klopp-Debüt als Bundestrainer endet unentschieden

„Die Jungs sollen zeigen, wie gut sie Fußball spielen können. Ob alles klappt, wird man sehen“, hatte Klopp vor der Partie gesagt. Der Mut- und Muntermacher hatte sich gewünscht, gleich im Klassiker „ins Fliegen“ kommen. Nun wird niemand nach einer Begegnung abheben, die Stärken und Sch wächen teils in rascher Folge deutlich machte. Vor allem das Bemühen um Besserung wirkte unter dem Strich erfrischend. „Ich bin mit vielen Einzelleistungen zufrieden“, schlussfolgert auch Klopp nach dem Spiel bei RTL.

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Sieben WM-Fahrer standen in der im 4-3-3-System angeordneten Startelf. Kurzfristig fiel noch Jamal Musiala mit muskulären Problemen aus. Dafür rückte Nadiem Amiri ins Mittelfeld. Philipp Treu debütierte als Rechtsverteidiger, Karim Adeyemi und Kevin Schade agierten auf den offensiven Flügeln. Die ersten fünf Minuten gab es typischen Klopp-Fußball zu sehen, doch ebenso rasch riss auch der Faden wieder.

Glück hatte die kurzzeitig zu passive DFB-Auswahl, dass Schiedsrichter Alejandro Hernandez Hernandez (Spanien) das Kopfballtor von Virgil van Dijk nach VAR-Einwand zurücknahm, weil Brian Bobbey einen Block gegen den insgesamt wenig sicheren Torwart Marc-André ter Stegen gestellt hatte (13.). Nach einer halben Stunde musste der von einem bösen Tritt am Oberschenkel gezeichnete Kai Havertz runter, doch der für ihn eingewechselte Younes Ebnoutalib sollte gleich die erste Chance besitzen: Den Schuss des Debütanten aus der Frankfurter Nordweststadt parierte Keeper Bart Verbruggen (31.).

Nur eine Minute jubelten die in schwarzen Abschiedstrikots angetretenen Deutschen, als halb Holland wegen des am Boden liegenden Bobbey eigentlich auf eine Unterbrechung hoffte. Amiri wollte schon abdrehen, doch DFB-Kapitän Joshua Kimmich spielte den Regeln entsprechend weiter – und den abgeprallten Ball nach Flanke des fleißigen Treu setzte Nmecha entschlossen in die Maschen.

Kurz darauf hätte Adeyemi nach einem tollen Konter den Ball nach Vorlage von Nathaniel Brown nur über die Linie drücken müssen, zielte aber zu hoch (38.). Und was tat Klopp? Klatschte aufmunternd Applaus. Auch beim nächsten Fehlpass von ter Stegen blieb der Mann mit der „Einer-von-83-Millionen“-Kappe ruhig, weil seine Nummer eins den Schuss von Tijani Reijnders mit der Brust parierte (42.). Nach der mit offenem Visier geführten Begegnung führte Klopps Ensemble nicht unverdient.

Nach Wiederanpfiff tat Oranje erkennbar mehr für die Offensive, was der neue Bondscoach Xavi bei seiner Premiere offenbar eindringlich in der Kabine gefordert hatte. Gegenüber Klopp sah meist mit verschränkten Armen in der Coaching Zone, wie sein Team zu früh die Bälle verlor. Der zu Ajax Amsterdam gewechselte ter Stegen vollbrachte seine besten Taten bei einer Fußabwehr gegen Denzel Dumfries (60.) und bei einer Blitzreaktion gegen den Schuss aus dem Getümmel von Mexx Meerdink (63.).

Ter Stegen retten DFB – Niederlande belohnt sich spät

Und nur drei Minuten ließ der eingewechselte Niederländer den eigentlich überfälligen Ausgleich liegen, als der Blondschopf freistehend die Kugel vorbei grätschte (66.). Deutsche Entlastung blieb wegen nun fehlender Genauigkeiten und Abstimmung nach einigen Wechseln selten. Wieder ter Stegen rettete mit einer Faust im Privatduell gegen Meerdink (73.) und dann auch per Flugshow gegen Ruben van Bommel (89.).

Die Heimfans ließen dennoch am Ende die Welle durch die Arena schwappen: Ihnen gefiel die Dominanz der zweiten Hälfte, die mit dem Ausgleich nach Ballverlust von Serge Gnabry durch die Direktabnahme des ehemaligen Klopp-Schülers Gakpo belohnt wurde.

Am Freitag folgt für die Deutschen der Transfer zurück nach Herzogenaurach ins Basisquartier. Dann geht’s Samstag bereits im Bus nach Augsburg, wo das Heimdebüt des Bundestrainers gegen Griechenland (Sonntag 20.45 Uhr/ARD) wartet. Die Tickets waren in Windeseile vergriffen. Der Entertainer und Trainer Jürgen Klopp weckt halt großes Interesse.