Grenzen gefährlich fließend – die Bürger verlieren gerade das Vertrauen in den Schutz des Staates


Stand: 30.07.2026, 19:31 Uhr

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Nicht nur der Anschlag von Berlin erschüttert Kolumnist Sigmund Gottlieb – sondern auch eine Kette an Fahrlässigkeiten im Vorfeld.

Der renommierte Journalist und langjährige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, kommentiert für den Münchner Merkur von Ippen.Media mit scharfem Blick wöchentlich in seiner Kolumne „Gottlieb direkt“ aktuelle Themen. Diese gibt ihm der Anschlag von Berlin zu denken – und die politische Reaktion darauf.

Ein Mann gehüllt in Regenbogenflagge steht einer Menge auf einem Stadtplatz gegenüber

Sind alle Menschen in Deutschland sicher? Kolumnist Sigmund Gottlieb sieht nach dem Berlin-Terror Vertrauensprobleme. © Jörn Hüneke/dpa/XOYO Film

Wir alle, die Bürger, müssen sich darauf verlassen können, dass der Staat sie schützt. Dieses Vertrauen verlieren sie gerade. Die Terrortat von Berlin wurde erst möglich durch eine Kette unfassbarer Fahrlässigkeiten.

Wahrheitenaussprechen ist nicht rechts, sondern Realismus: Jugendstrafrecht muss verschärft werden

Der Terrorist konnte sein Blutbad nur anrichten, weil ihn Berliner Richter bei früheren Delikten auf freien Fuß setzten. Die Justiz entscheidet immer wieder zum Wohl der Kriminellen und zulasten der Gemeinschaft. Hören wir auf, vom resozialisierten Täter zu träumen, und damit uns alle zu gefährden. Wer solche Wahrheiten ausspricht, ist nicht rechts, sondern ein Realist. Die Terroristen werden immer jünger. Wann begreifen wir, dass das Jugendstrafrecht verschärft werden muss – und zwar unverzüglich.

Die Terroristen sind mitten unter uns. Radikale Islamisten trachten uns nach dem Leben – mit dem Auto oder mit dem Messer. Die Grenzen sind gefährlich fließend. Linksextremisten haben sich längst auf die Seite der Hamas geschlagen und sind damit Teil des Problems geworden. Längst bestehen auch Verbindungen zum Lager der Rechtsextremisten.

► Sigmund Gottlieb ist einer der renommiertesten und erfahrensten Journalisten Deutschlands. Er war von 1995 bis 2017 Chefredakteur und von 2001 bis 2014 dazu stellvertretender Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk.

► Gottlieb moderierte die „Münchner Runde“ sowie aktuelle Brennpunkt-Sendungen im Ersten und war einer der präsentesten Kommentatoren in den „Tagesthemen“ der ARD.

► Für seine Arbeit erhielt Gottlieb mehrere Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis für die Berichterstattung über den Kosovo-Krieg. Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Journalismus an der Hochschule Amberg.

Es ist eine extrem gefährliche Mischung. In antisemitischer und antiamerikanischer Verblendetheit wollen wir nicht zur Kenntnis nehmen, dass es die Geheimdienste der USA und Israels sind, die mit ihren Informationen in Deutschland Schlimmeres verhüten. Wie lange wollen wir uns eigentlich noch auf die anderen verlassen?

Geht es Ihnen so wie mir? Nach jeder Tat die gleichen hohlen Worte unseres politischen Spitzenpersonals. Jeder Satz irgendwie richtig, aber so banal und ohne jede Empathie. Ich kann sie nicht mehr hören. (Sigmund Gottlieb)