Großbritannien: Andy Burnham als Chef der britischen Labour-Partei bestätigt


Andy Burnham löst Keir Starmer an der Spitze der britischen Labour-Partei ab. Am Montag soll er auch dessen Posten als Premierminister übernehmen.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters,

edd

  1. Juli 2026, 13:17 Uhr

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Großbritannien: Andy Burnham wird mit aller Wahrscheinlichkeit Großbritanniens neuer Premierminister.
Andy Burnham wird mit aller Wahrscheinlichkeit Großbritanniens neuer Premierminister. © Toby Shepheard/​AFP via Getty Images

Andy Burnham ist neuer Chef der britischen Labour-Partei. Er folgt auf den scheidenden Premierminister Keir Starmer, der zuvor an der Spitze der Partei stand. Burnham soll am Montag von König Charles III. zum Regierungschef ernannt werden, in Großbritannien ist das Amt des Premierministers traditionell an den Vorsitz der Regierungspartei gekoppelt.

Er werde eine Regierung bilden, die »den Mut hat, die großen Dinge in Ordnung zu bringen, die die Politik vernachlässigt hat«, wurde Burnham im vorab kommunizierten Redemanuskript zitiert. Seine Wahl stand im Voraus fest, weil sich bis Donnerstagabend die Unterstützung von 379 der 403 Labour-Abgeordneten im Unterhaus abgezeichnet hatte. In den vergangenen Tagen hatte er sich eine breite Mehrheit der Labour-Abgeordneten gesichert und soll seine Partei nun aus dem Umfragetief führen.

»Dieses Land zum Besten machen werden, das es sein kann«

Burnham sagte laut Redemanuskript, Labour müsse den Menschen in ganz Großbritannien »die Hoffnung geben, dass wir dieses Land zum Besten machen werden, das es sein kann«. Er will demnach Vorschläge für einen wirtschaftlichen Neubeginn präsentieren und insbesondere eine Reindustrialisierung ankündigen.

Großbritannien habe »in den 1980er-Jahren eine Reihe falscher Abzweigungen genommen«. Damals sei »politische Macht zentralisiert und wirtschaftliche Macht privatisiert« worden. Damit die Wirtschaft für Menschen in ganz Großbritannien funktioniere, brauche es »einen neuen Weg als den, auf dem wir seit 40 Jahren unterwegs sind«.

Schlechte Wahlergebnisse kosteten Starmer das Amt

Burnham, der sich bereits 2010 und 2015 um den Labour-Vorsitz beworben hatte, kann für seine künftige Aufgabe als Labour-Chef und Premierminister langjährige Erfahrung in der nationalen und regionalen Politik vorweisen. Der »König des Nordens« zählt zum gemäßigt-linken Lager seiner Partei und war lange Jahre der Bürgermeister des Großraums Manchester.

2001 wurde er zum ersten Mal ins Unterhaus gewählt, in der Regierung von Tony Blair war er Staatssekretär im Innenministerium. Premier Gordon Brown ernannte ihn zum Staatssekretär im Finanzministerium, später zum Kultur- und danach zum Gesundheitsminister. Burnham wird mit seiner Ernennung am Montag bereits der siebte Regierungschef Großbritanniens innerhalb von zehn Jahren.

Rücktritt aufgrund von Wahlergebnissen und Epstein-Skandal

Starmer war nach zunehmendem Druck Ende Juni zurückgetreten. Grund dafür waren die schlechten Wahlergebnisse von Labour bei den Kommunalwahlen in Großbritannien. Zudem wurde bekannt, dass Starmer den britischen US-Botschafter Peter Mandelson ins Amt berufen haben soll, obwohl er von dessen enger Verbindung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gewusst haben soll. Auch von einer nicht bestandenen Sicherheitsüberprüfung Mandelsons soll der britische Premierminister gewusst haben. Starmer stritt das ab.

Formal bleibt Starmer noch bis zur offiziellen Amtsübergabe Premierminister, danach will er Abgeordneter im britischen Unterhaus bleiben.