Große CSD-Demo in Hamburg - Umfrage: Mehr Unsicherheit
Nach Anschlag von Berlin
Große CSD-Demo in Hamburg - Umfrage: Mehr Unsicherheit
Von dpa
Aktualisiert am 01.08.2026 - 16:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Nur eine Woche nach dem Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin zeigt die queere Gemeinschaft in Hamburg Flagge. Von Trauer ist bei dem Umzug wenig zu sehen.
Eine Woche nach dem Terroranschlag am Rande der Christopher-Street-Day-Feiern in Berlin haben in Hamburg Zehntausende für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt demonstriert und die queere Community gefeiert. Unter dem Motto "Solidarisch queer. Haltung zeigen – für eine Zukunft ohne Angst!" zog eine Parade von 60 Lastwagen als fahrende Bühnen von Firmen, Vereinen, Parteien und evangelischer Kirche durch die Innenstadt.
Rund 300.000 Menschen waren nach Angaben von Polizei und Veranstaltern auf den Straßen. Im vergangenen Jahr waren etwa 260.000 Menschen gekommen. Unter den Teilnehmern waren etwa die prominente Dragqueen Olivia Jones und mehrere Politiker von SPD und Grünen, darunter SPD-Bundestagsfraktionschef Matthias Miersch.
Auch in Bonn und weiteren Städten sowie im Ausland in Amsterdam und im britischen Badeort Brighton waren Paraden geplant.
SPD-Fraktionschef Miersch wünscht sich einen Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Christopher Street Day. "Es wäre ein sehr gutes Zeichen, wenn der Kanzler zu einem CSD kommen würde", sagte Miersch der Funke-Mediengruppe. "Ich finde es wichtig, dass wir als politische Verantwortungsträger in der aktuellen Lage Flagge zeigen."
Angesichts des islamistischen Anschlags in Berlin hat das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung laut einer Umfrage gelitten. 38 Prozent der vom Meinungsforschungsinstitut Civey Befragten gaben an, dass ihr Sicherheitsgefühl seit dem vergangenen Wochenende eindeutig oder eher abgenommen habe. 54 Prozent schätzen ihr persönliches Sicherheitsgefühl in der Umfrage im Auftrag der Funke-Mediengruppe unverändert ein. Sieben Prozent fühlen sich sicherer.
Die Hamburger Polizei hatte ihr Sicherheitskonzept noch einmal überarbeitet. Es sollen doppelt so viele Beamte wie bei der Demonstration im vergangenen Jahr im Einsatz sein.
In Amsterdam rief der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten bei der farbenprächtigen Parade auf den Grachten junge LGBTIQ-Personen auf, sich offen zu bekennen. Ein Coming-out sei nicht einfach, "aber sobald man diesen Schritt gewagt hat, wird es nur noch besser", sagte er laut der Nachrichtenagentur ANP am Samstag zum Auftakt der traditionellen "Canal Parade". Der 39-Jährige ist der jüngste Regierungschef der Niederlande und der erste, der offen schwul lebt.