„Haus im Moor“: Förderverein will eine halbe Million Euro investieren
Stand: 26.07.2026, 17:00 Uhr
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Der Förderverein Goldenstedter Moor steht vor großen Investitionen. Allein die Sanierung des Bohlenwegs kostet rund 400.000 Euro.
Goldenstedt/Wildeshausen – Nils Brümmer ist Optimist. Er habe ein gewisses Urvertrauen, sagt der 44-jährige Wildeshauser über sich. Gute Voraussetzungen für das Ehrenamt, das er seit fast einem Jahr innehat. Brümmer ist Vorsitzender des Fördervereins Goldenstedter Moor, der vor großen Investitionen steht.

Mit dem langjährigen Vorsitzenden Willibald Meyer als Stellvertreter und dem Vorstandsteam an seiner Seite muss Brümmer in nächster Zeit einige Hürden nehmen. Der Förderverein will – und muss – kräftig investieren. Für das kommende Jahr steht Insbesondere eine Sanierung des Bohlenwegs an. Allein dafür werden rund 400.000 Euro veranschlagt. Zwar werde man dabei von der Gemeinde Goldenstedt unterstützt und habe auch mittlerweile eine Zusage über erhebliche Fördermittel, es bleibe aber immer noch ein Eigenanteil, den der Verein aufbringen müsse, sagt Brümmer.
Und es gibt weitere Baustellen. Um den Gastronomiebereich auf einen aktuellen Stand zu bringen, müsse unter anderem die Küche erneuert werden. Für dieses Vorhaben rechnet man mit weiteren Kosten in Höhe von schätzungsweise 100.000 Euro. Hinzu kommen noch weitere kleinere Summen. „Insgesamt muss mindestens eine halbe Million Euro investiert werden, um das Naturschutz- und Informationszentrum ‚Haus im Moor‘ und die weiteren Einrichtungen vor Ort für die Zukunft gut aufzustellen“, erklärt der Wildeshauser. An dieser Finanzierung müsse sich der Förderverein beteiligen. Ohne eine Sanierung der Küche sieht er wenig Chancen, einen Gastronomen zu finden, den man aber dringend suche. „Wir möchten das ‚Haus im Moor‘ auf sichere Füße stellen und für die Herausforderungen der Zukunft wappnen. Solche Prozesse benötigen Zeit und Geduld“, betont Brümmer.
Das Moor und den Verein kennt er seit seiner Kindheit. Schon seine Mutter und seine Tante haben aktiv mitgearbeitet. Seit 2017 leitet er als Inhaber die Markt-Apotheke in Goldenstedt. In seiner Freizeit hält er sich gerne in der Natur auf und ist sportbegeistert. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt er in der Kreisstadt, knapp 20 Kilometer vom Goldenstedter Moor entfernt.
„In der Vergangenheit sind wir bei vielen Projekten durch Unternehmen und andere Gönner immer großzügig finanziell unterstützt worden. Sonst würde es manches hier gar nicht geben“, sagt Willibald Meyer, der seit der Gründung des Fördervereins 35 Jahre lang den Vorsitz innegehabt hat. Von Anfang an habe man Spenden benötigt, um 1992 das „Haus im Moor“ und später andere Dinge bauen zu können. „Wir haben da immer offene Türen eingerannt. Bei den Torfwerken und anderen Betrieben, aber auch bei anderen Unterstützern“, blickt Meyer zurück, der von 1986 bis 2019 Bürgermeister in Goldenstedt war.
Ursprünglich gab es in Arkeburg nur Moorbahnfahrten. „Als ich eine Gruppe aus China zu solch einer Moorbahnfahrt begleitete, habe ich mir überlegt, dass man unbedingt etwas tun müsse, um das Ambiente zu verbessern“, erklärt er. Die Bahnen seien noch sehr schlicht gewesen, man habe auf Torfballen gesessen. Und auch einen Bahnhof habe es damals noch nicht gegeben. Unter anderem habe er den seinerzeitigen Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Fritz Brickwede, von seinem Projekt überzeugen können, der den Bau des „Hauses im Moor“ schließlich mit stolzen 200.000 D-Mark unterstützt habe. Ein Türöffner, um auch von anderen Seiten Unterstützung zu bekommen. „Der Moortourismus ist hier entstanden“, ist sich Meyer ganz sicher.