Haushalt beschlossen: Wofür Wallerfangen in 2026 fast 10 Millionen Euro investiert
Haushalt beschlossen Wofür Wallerfangen in 2026 fast 10 Millionen Euro investiert
Wallerfangen · Die Gemeinde Wallerfangen hat den Haushalt 2026 beschlossen. Im Plan stehen auch fast 10 Millionen Euro an Investitionen – wofür diese Gelder genutzt werden sollen.
07.10.2026 , 14:07 Uhr
Frisch saniert erscheint das Wallerfanger Rathaus in neuem Glanz: Wie zu erkennen ist, braucht das Umfeld jedoch noch etwas Arbeit – unter anderem dafür sind 2026 noch Gelder im Haushalt eingestellt.
Foto: Robert Claus
Fast zehn Millionen Euro für Investitionen – und zugleich ein Loch von knapp vier Millionen Euro in der Jahresbilanz: Beim Haushaltsbeschluss 2026 in Wallerfangen wird klar: Die Gemeinde hat große Vorhaben, muss im Ergebnis aber mit einem deutlichen Minus rechnen. Der Gemeinderat beschloss den Haushalt in seiner letzten Septembersitzung fast einstimmig: Drei Mitglieder enthielten sich, Gegenstimmen gab es keine. Größere Diskussionen oder längere Haushaltsreden blieben aus.
Wallerfangen ist strukturell unterfinanziert
Für 2026 wird vorläufig ein Defizit von rund 3,9 Millionen Euro erwartet. Kämmerer Uwe Kiefer führte das Minus in der Sitzung vor allem auf die gestiegene Kreisumlage zurück, mit der die Gemeinde Aufgaben der Kreisverwaltung mitfinanziert. Ein zweiter Hauptgrund seien geringere Schlüsselzuweisungen des Landes. Auch strukturell, also bei Betrachtung der Einnahmen und Ausgaben über einen längeren Zeitraum, bleibt ein Defizit. Dieses überschreitet nach Kiefers Angaben jedoch nicht die Grenzen des Saarlandpaktes. „Unser Haushalt ist also genehmigungsfähig“, sagte der Kämmerer.
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Foto: Jeremias Gonzalez/AP/dpa/Jeremias Gonzalez
Ausgeglichen ist der Haushalt damit aber nicht: Um das Defizit zu finanzieren, muss Wallerfangen erneut Kassenkredite aufnehmen. Der Schuldenstand der Gemeinde wird dadurch weiter anwachsen. Der Rat stimmte dem Zahlenwerk dennoch weitgehend geschlossen zu.
Wofür Wallerfangen 2026 Millionen investiert
Insgesamt plant die Gemeinde Investitionsauszahlungen von 9,94 Millionen Euro. Ein Schwerpunkt liegt auf Kindergärten und Schulen. 2026 sind für den Umbau der Grundschule Gisingen 500.000 Euro vorgesehen. Dort soll der Platz entstehen, der nötig ist, um den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllen zu können. Auch an der Grundschule Wallerfangen ist dafür eine halbe Million Euro im Haushalt eingeplant. Das sind jeweils Teilbeträge: Beide Vorhaben kosten insgesamt mehrere Millionen Euro.
Kindergärten sind größter Posten im Investitionsplan
Bei den Kindergärten sind die Summen noch größer. In Ittersdorf soll die Einrichtung saniert und um Räume für zusätzliche Gruppen erweitert werden. Dafür sind allein im laufenden Jahr 3,5 Millionen Euro veranschlagt. In der Kita in Gisingen steht die Dachsanierung noch im Plan. Die Gesamtkosten dafür liegen laut Plan bei rund 1,6 Millionen Euro – 250.000 Euro davon sollen 2026 fließen.
Auch die Sicherheit und Einsatzfähigkeit der Feuerwehr schlagen im Programm zu Buche: Mehr als 300.000 Euro sind für neue Fahrzeuge und Ausrüstung vorgesehen. Weitere 100.000 Euro sollen in die Dachsanierung des Feuerwehrgerätehauses und Dorfgemeinschaftshauses in Ihn gehen.
Welche Freizeitstätten von den Investitionen 2026 profitieren
Sport, Freizeit und öffentliche Gebäude bilden weitere Schwerpunkte. Für einen neuen Kunstrasenplatz zwischen Düren und Bedersdorf zahlt die Gemeinde einen Investitionskostenzuschuss von rund 562.000 Euro. Die Hälfte davon ist für 2026 vorgesehen. Am Freibad Wallerfangen stehen der Bau einer Zisterne und die Sanierung der Badtechnik an – dafür sind in diesem Jahr 250.000 Euro eingeplant. Das Rathausensemble ist inzwischen wieder geöffnet, doch ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht: Für die restlichen Handgriffe sind 2026 noch einmal 500.000 Euro vorgesehen.
Sanierung der ältesten Synagoge des Saarlandes steht bevor
Erstmals finden sich im Investitionsprogramm auch Mittel für die Sanierung der ältesten Synagoge des Saarlandes, die den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. In dieses Projekt wird somit voraussichtlich bald mehr Bewegung kommen. Auch Wohnraum ist Teil des Programms: Für die Sanierung von Mietwohnungen in der Sportplatzstraße sind im Rahmen des Wohnungsaufsichtsgesetzes 120.000 Euro eingeplant.
Für den Bauhof sind 2026 rund 155.000 Euro vorgesehen. Damit sollen erste Arbeiten an einem neuen Funktionstrakt auf dem Gelände finanziert und ein Streufahrzeug sowie ein Pritschenfahrzeug angeschafft werden. Hinzu kommen kleinere Investitionen auf den Spielplätzen der Gemeinde. (pte)