Hendrik Wüst: NRW-Ministerpräsident über Merz, den Tod seiner Eltern und sein altes Ich


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Wie läuft es zwischen Hendrik Wüst und Friedrich Merz? Was denkt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident aktuell über sein Verhältnis zum Bundeskanzler? „Wir arbeiten wirklich gut zusammen“, sagt der 51-Jährige im Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ dieser Redaktion. „Da wird oft von außen mehr hereingeheimnist, als es ist. Wir sind unterschiedliche Typen, da liegen auch 20 Jahre zwischen, unterschiedliche Erfahrungshorizonte, aber wir arbeiten wirklich sehr ordentlich zusammen.“

Ende Mai hatte es Berichte über Spekulationen in der CDU gegeben, wonach Wüst im Zuge eines „Kanzlertauschs“ Merz als Bundeskanzler ersetzen könnte. Wüst hatte dies als „Quatsch“ zurückgewiesen. Er betont jetzt, das Kanzleramt sei „aktuell keine Option“ für ihn.

Allerdings bekräftigt er eine frühere Aussage, dass er eine mögliche Kanzlerkandidatur zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließe: „Wenn man ein so großes Land regiert wie Nordrhein-Westfalen, in dem sich die Stärken und Herausforderungen Deutschlands in einer kleineren Variante eins zu eins widerspiegeln, dann sollte man nie ‚Nie, nie‘ sagen.“

Hendrik Wüst stellte sich die Frage, wie es mit seinem Leben weitergehen soll

Wüst erzählt im Podcast von einer Lebenskrise vor rund 15 Jahren, in der er sich der entscheidenden Frage gegenübersah, wie es mit ihm weitergehen solle: 2010 starb sein Vater, seine Beziehung ging in die Brüche – und auch als Politiker stand Wüst mit leeren Händen da: „Ich war politisch auf die Bretter gegangen, ich war als Generalsekretär zurückgetreten.“ In dieser persönlichen Stunde null trifft Wüst Entscheidungen, die ihn bis heute prägen.

Meine Schwersten Entscheidung

Das neue Gastgeberduo des Podcasts „Meine schwerste Entscheidung“: Julia Emmrich und Jan Dörner.© FFS | Andre Hirtz

Allen voran der Entschluss, in seinem Heimatdorf im Münsterland zu leben – und mit sich selbst anders umzugehen: Er habe bis zu dieser Krise vor allem im Hamsterrad funktioniert, die eigene Glaubwürdigkeit streckenweise verloren und gar nicht mehr reflektiert, „dass man es im politischen Zirkus immer mit Menschen zu tun hat“. „Ich bin heute mit mir sehr im Reinen“, sagt er. Wüst erzählt, wer ihm geholfen hat, einen neuen Weg einzuschlagen – und was er heute tut, um sich nicht wieder untreu zu werden.

Über den Tod seiner Mutter fand Hendrik Wüst eine stärkere Verbindung zum Glauben

Der gläubige Katholik spricht auch über seine früh verstorbene Mutter: Sie habe viel vorgehabt im Leben – „und war mit 53 tot“. „Ich werde dieses Jahr 51 und habe natürlich die Lehre gezogen: Nimm dir Zeit.“ Er versuche, ein freies Wochenende im Monat zu haben, bewusst Zeit mit seinen Töchtern zu verbringen.  

Über den frühen Tod seiner Mutter fand Wüst eine stärkere Verbindung zum Glauben. „Wie das so ist bei uns Menschen: Wenn nichts mehr hilft, wenn du keine Antworten mehr kriegst aus dir selbst heraus oder von anderen, dann gehst du dahin zurück, wo du sie vielleicht glaubst zu finden.“

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Der Podcast „Meine schwerste Entscheidung“ startet mit dieser Folge in eine neue Staffel, die von dem neuen Gastgeberduo Julia Emmrich und Jan Dörner präsentiert wird. „Meine schwerste Entscheidung“ können Sie auf allen gängigen Streaming-Plattformen wie SpotifyApple Podcast und Amazon Music hörenNeue Folgen erscheinen jeden zweiten Dienstag.