Nebel, Nässe, Berufsverkehr: Warum jetzt in NRW wieder mehr Stau droht
Warum im Herbst mehr Stau droht
Schlechte Sicht und nasses Laub auf den Fahrbahnen sorgen dafür, dass viele Autofahrer den Fuß vom Gaspedal nehmen und vorsichtiger fahren. Das ist zwar richtig, verlangsamt aber gleichzeitig den Verkehrsfluss. Schon kleine Bremsmanöver wirken sich dann stärker auf den Verkehr aus. Dazu kommen Regen, Nebel und erste Herbststürme. Gleichzeitig steigt das Unfallrisiko. So reichen oft schon kleinere Störungen aus, um auf den Autobahnen in NRW lange Staus auszulösen.
Typisch für die Jahreszeit: Mehr Pendlerverkehr, viele Baustellen und Unfälle. Eine Kombi, die zusammen mit den Witterungsbedingungen für mehr Staus sorgt. Melina Helf, WDR-Verkehrsredaktion
NRW ist Pendlerland
Besonders spürbar ist das in Nordrhein-Westfalen. Mit knapp 18 Millionen Einwohnern ist NRW das bevölkerungsreichste Bundesland. Rund fünf Millionen Menschen pendeln regelmäßig in eine andere Stadt zur Arbeit, teilt das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen mit. Vor allem Köln, Düsseldorf und Essen ziehen täglich besonders viele Berufspendler an und erzeugen ein hohes Verkehrsaufkommen im Umfeld. Oft reichen schon kleinere Störungen aus, um auf den Autobahnen kilometerlange Rückstaus auszulösen.
Herbst ist auch Baustellenzeit
Ein weiterer Grund für die vielen Staus sind Baustellen. Vor dem Winter werden noch möglichst viele Arbeiten abgeschlossen, die frostfreie Temperaturen benötigen. Zusätzlich laufen langfristige Projekte wie zahlreiche Brückensanierungen. Auf den stark befahrenen Autobahnen kann dann schon eine gesperrte Spur für lange Staus sorgen. Kommen zusätzlich Unfälle hinzu, bilden sich schnell kilometerlange Staus.
Mehr Verkehr nach dem Sommer
Nach den Sommerferien wird es wieder voller auf den Straßen. Dann sind die Schulen gestartet, viele Beschäftigte kehren aus dem Urlaub zurück und Projekte in den Firmen laufen weiter. Ab Mitte Oktober bis in den November hinein erreicht das Verkehrsaufkommen seinen Höhepunkt. Die WDR-Verkehrsredaktion beobachtet dann regelmäßig hohe Staukilometer auf den Autobahnen in NRW.
Stauwellen durch zu geringen Abstand
Zu geringe Abstände zwischen den Fahrzeugen erzeugen oft sogenannte Stauwellen. Bremst ein Autofahrer ab, müssen auch die hinteren Fahrzeuge reagieren. Dieser Effekt setzt sich immer weiter fort und kann so einen Stau auslösen. In der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) heißt es: Wer fährt, muss ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug halten. Dieser muss groß genug sein, um auch bei einer plötzlichen Bremsung noch rechtzeitig stoppen zu können. Umgekehrt darf niemand ohne zwingenden Grund stark abbremsen.
Hier gilt die Faustregel: halber Tacho gleich Sicherheitsabstand. Wer also mit 100 km/h unterwegs ist, sollte etwa 50 Meter Abstand zum Vordermann halten. Das entspricht ungefähr dem Abstand der Leitpfosten am Autobahnrand.
Tipps für die Stauzeit
Fazit
Das Zusammenspiel aus Wetter, Pendlerverkehr und Baustellen macht die Zeit von Mitte Oktober bis in den späten November jedes Jahr zur Stau-Hochsaison. Schon kleine Störungen reichen dann oft aus, um den Verkehr auf den Autobahnen ins Stocken zu bringen.
Unsere Quellen:
- WDR-Verkehrsredaktion
- Autobahn GmbH
- Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen
- Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen
- Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), § 4
Sendung: WDR.de, Warum es im Herbst besonders viele Staus gibt, 22.10.2026, 14:35 Uhr.
Erstveröffentlichung des Artikels am 22.10.2026