Herbst verschlimmert Darm-Symptome – mit drei Mitteln können Sie gezielt gegensteuern
Stand: 14.10.2026, 13:54 Uhr
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Herbstwetter schlägt häufig auf den Magen. Warum Reizdarm-Beschwerden jetzt zunehmen und welche Ergänzungsmittel wirklich helfen.
Menschen mit Reizdarmsyndrom (IBS) wissen, dass ihre Beschwerden im Herbst häufig zunehmen, ähnlich wie im Frühjahr. Der Jahreszeitenwechsel verändert unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus, das Stressniveau und die Ernährung. Das beeinflusst auch die Darmfunktion.
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Dieser Artikel von Daniele Particelli entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.
Die Beschwerden lassen sich jedoch lindern: durch eine ausgewogene Ernährung, ausreichendes Trinken, regelmäßige Bewegung und guten Schlaf sowie durch gezielt eingesetzte Nahrungsergänzungsmittel.
Reizdarm: Beschwerden und Einfluss des Jahreszeitenwechsels
Im Folgenden geht es um die Nahrungsergänzungsmittel, deren Einsatz wissenschaftlich am besten belegt ist. Das Reizdarmsyndrom tritt häufiger bei Frauen sowie bei Menschen zwischen 20 und 50 Jahren auf. Es ist durch Bauchschmerzen oder Beschwerden im Bauchraum sowie einen veränderten Darmtransport gekennzeichnet. Dieser kann Verstopfung, Durchfall oder einen Wechsel zwischen beiden verursachen. Beim Jahreszeitenwechsel nehmen die Beschwerden häufig wieder zu, besonders beim meist kritischsten Übergang vom Sommer zum Herbst, weil das zentrale Nervensystem auf Umweltveränderungen reagiert.
Licht und Temperatur beeinflussen das Nervensystem
Einige Hirnregionen reagieren empfindlich auf Veränderungen von Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wenn die Tage kürzer werden und die Sonneneinstrahlung abnimmt, sinkt auch die Produktion von Serotonin und Melatonin. Diese Neurotransmitter sind entscheidend für die Regulierung der Stimmung und des Schlaf-Wach-Rhythmus.
Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn
Dabei spielt die Darm-Hirn-Achse eine Rolle: Dieses Netzwerk aus Nervenverbindungen sowie hormonellen und immunologischen Verbindungen verknüpft das zentrale Nervensystem mit dem enterischen Nervensystem, das oft als unser „zweites Gehirn“ bezeichnet wird. Psychischer Stress beeinflusst die Darmbewegungen, die Darmflora und die Empfindlichkeit der inneren Organe. Umgekehrt wirkt sich der Zustand des Darms auf die Stimmung und das psychische Wohlbefinden aus.
Veränderte Alltagsgewohnheiten können Beschwerden verstärken
Der Rückgang des Serotoninspiegels im Herbst führt daher nahezu unmittelbar dazu, dass der Darm empfindlicher reagiert. Je nach Person arbeitet er dann langsamer oder unregelmäßiger. Hinzu kommen die unvermeidlichen Veränderungen im Alltag zu Beginn der kalten Jahreszeit: Häufig essen wir mehr und weniger ausgewogen, trinken weniger Wasser und bewegen uns weniger im Freien. All diese Faktoren verschlechtern die Darmfunktion bei Menschen mit entsprechender Veranlagung, aber auch bei anderen.
Probiotika können bei Reizdarmbeschwerden helfen
In dieser Umstellungsphase, die einige Wochen dauern kann, greifen viele Menschen mit Reizdarmsyndrom zu Nahrungsergänzungsmitteln, um ihre Beschwerden zu lindern. Unter den wissenschaftlich gestützten Möglichkeiten stehen Probiotika an erster Stelle. Internationale Leitlinien erkennen sie als potenziell hilfreiche Maßnahme zur Behandlung von Reizdarmbeschwerden an. Das gilt insbesondere für Blähungen, Bauchschmerzen und Veränderungen des Darmtransports.
Bei Probiotika kommt es auf die Stämme an
Probiotika wirken über die Darm-Hirn-Achse: Indem sie die Zusammensetzung des Mikrobioms verändern, beeinflussen sie die Produktion von Neurotransmittern, darunter Serotonin, und verringern geringgradige Entzündungen im Darm. Nicht alle Stämme sind jedoch gleichwertig; bislang wurden Lactobacillus rhamnosus GG, Bifidobacterium infantis 35624 und einige Mischpräparate am intensivsten für den Einsatz bei Reizdarmsyndrom untersucht. Um ihre Wirksamkeit beurteilen zu können, ist nach internationalen Leitlinien eine kontinuierliche Einnahme über mindestens vier Wochen erforderlich.
Flohsamen bei Verstopfung und Durchfall
Flohsamen, ein löslicher Ballaststoff aus den Samen von Plantago ovata, gehören zu den wenigen Nahrungsergänzungsmitteln mit belastbaren Wirksamkeitsbelegen für beide Hauptformen des Reizdarmsyndroms: die vorwiegend mit Verstopfung und die vorwiegend mit Durchfall einhergehende Form. Anders als unlösliche Ballaststoffe wie Weizenkleie, die bei manchen Reizdarmpatienten Blähungen verstärken können, bilden lösliche Ballaststoffe im Darmlumen ein Gel. Dieses normalisiert den Darmtransport, ohne die Schleimhaut zu reizen. Internationale Leitlinien empfehlen, die Einnahmemenge schrittweise zu erhöhen und stets ausreichend zu trinken, da sich die Wirkung bei zu wenig Wasser ins Gegenteil umschlagen kann.
Pfefferminzöl kann Krämpfe und Schmerzen lindern
Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln ist das natürliche Mittel, dessen Einsatz beim Reizdarmsyndrom durch die meisten randomisierten Studien gestützt wird. Sein Hauptwirkstoff Menthol wirkt als Kalziumkanal-Antagonist in der glatten Darmmuskulatur. Er entfaltet dadurch eine krampflösende Wirkung, die Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen verringern hilft. Die magensaftresistente Form ist dabei entscheidend, damit der Wirkstoff den Dickdarm erreicht und nicht bereits im Magen freigesetzt wird, wo er Reflux verursachen könnte.
Nicht alle Mittel sind für das Reizdarmsyndrom geeignet
Angesichts der wachsenden Zahl von Nahrungsergänzungsmitteln „für den Darm“ haben Fachleute klargestellt, welche Mittel nicht ohne ärztliche Empfehlung eingenommen werden sollten. Dazu gehören zunächst stimulierende Abführmittel, die beim Reizdarmsyndrom nicht geeignet sind. Rezeptfreie Mittel gegen Durchfall können bei akutem Durchfall hilfreich sein, sollten aber ohne ärztliche Beurteilung nicht regelmäßig eingenommen werden.
Vor der Einnahme individuell beraten lassen
Auch auf unspezifische Probiotika ohne Angaben zum Stamm und zur Konzentration der koloniebildenden Einheiten (KBE) sollte man sich nicht verlassen, da sie bei Menschen mit Reizdarmsyndrom möglicherweise unwirksam sind. Bevor Betroffene eigenständig Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, empfehlen Fachleute eine individuelle Beurteilung durch den behandelnden Gastroenterologen. Die Symptome des Reizdarmsyndroms unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.