Mehltau auf Hortensien – Das sollten Sie jetzt unbedingt wissen und tun
Hortensie mit Mehltau befallen: Wann Hobbygärtner handeln müssen – und wann nicht
Stand: 03.08.2026, 18:00 Uhr
Kommentare

Weißer Belag auf den Blättern der Hortensie? Dahinter steckt oft Mehltau. Doch nicht immer ist eine Behandlung nötig. Was Betroffene jetzt wissen sollten.
Gerade bei feucht-warmem Wetter entdecken viele Gartenbesitzer einen unschönen weißlichen Belag auf den Blättern ihrer Hortensien. Dahinter verbirgt sich häufig Mehltau – eine Pilzerkrankung, die zu den häufigsten Problemen bei diesen beliebten Zierpflanzen zählt. Doch bedeutet der Befall automatisch, dass Hobbygärtner zur Sprühflasche oder Schere greifen müssen?
So unterscheiden sich Echter und Falscher Mehltau
Zwei Varianten des Pilzbefalls kommen bei Hortensien vor. Beim Echten Mehltau bildet sich ein weiß-bräunlicher, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite. Die betroffenen Blätter verfärben sich braun und vertrocknen mit der Zeit. Auch Triebspitzen und Knospen können betroffen sein. Der Falsche Mehltau hingegen zeigt sich als weiß-grauer, pudriger Film auf der Blattunterseite. Auf der Oberseite entstehen gelbliche oder braune Flecken.
Beide Pilzarten bestehen aus Sporen, die das Pflanzenwachstum hemmen. Im schlimmsten Fall schwächen sie die Hortensie so stark, dass diese eingeht. Entscheidend für die Behandlung: Der Echte Mehltau gilt als „Schönwetterpilz“ und tritt bei warmem, trockenem Wetter auf. Der Falsche Mehltau dagegen breitet sich bei sinkenden Temperaturen und steigender Luftfeuchtigkeit aus – typische Herbstbedingungen also. Besonders anfällig für den Falschen Mehltau ist die Gartenhortensie (Hydrangea macrophylla).
Unterschiede von Mehltau im Überblick:
| Merkmal | Echter Mehltau | Falscher Mehltau |
|---|---|---|
| Symptome | Weiß bis silbrig-grauer, mehlartig, abwischbarer Belag; Blätter werden braun, vertrocknen | Grauer bis grauvioletter nicht abwischbarer Belag; ölige, gelblich-braune Flecken auf Blattoberseite |
| Pflanzenteil | Blattoberseite, Triebspitzen, Knospen, Früchte, Blüten | Meist nur Blätter, Blattunterseite |
| Befallstiefe | Wächst nur oberflächlich auf dem Blatt | Dringt tief ins Blattgewebe ein |
| Wetterbedingungen | Warm, trocken, oft Sommer | Kühl, feucht, niederschlagsreich, oft Frühjahr und Herbst |
| Behandlung | Schwefelpräparate, Milch-Wasser-Mischung (1:8), Orangenöl und Kaliumhydrogencarbonat | Für eine gute Durchlüftung der Pflanzen sorgen, Kupferhaltige Fungizide, Ackerschachtelhalmsud |
Wann eine Behandlung wirklich notwendig ist
Die gute Nachricht für Gartenbesitzer: In den meisten Fällen handelt es sich beim Mehltau um ein rein optisches Problem. Die Gesundheit der Pflanze leidet nur selten ernsthaft darunter. Erst wenn der Befall das Wachstum oder die Blütenbildung deutlich beeinträchtigt, sollten Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Grundsätzlich gilt: Befallene Pflanzenteile gehören in den Hausmüll. Schwefel- oder kupferhaltige Präparate sollten nur im Notfall angewendet werden, denn solche Mittel sind nicht insektenfreundlich. Als Alternative bieten sich Hausmittel an: Eine Mischung aus Wasser und Milch zeigt bei leichtem Befall gute Wirkung. Auch eine Kombination aus Backpulver, Wasser und etwas Öl kann den weißen Belag effektiv bekämpfen.
Was Betroffene bei Falschem Mehltau beachten sollten
Bei Falschem Mehltau im Herbst besteht oft gar kein Handlungsbedarf. Der Grund: Hortensien werfen zum Winter hin ohnehin ihre Blätter ab und entsorgen den Pilz damit auf natürliche Weise. Da der Falsche Mehltau nicht auf andere Pflanzenarten überspringt, dürfen die abgefallenen Blätter sogar auf den Kompost.
Echter Mehltau lässt sich im Anfangsstadium mit schwefelhaltigen Produkten behandeln. Das Umweltbundesamt sieht hier allerdings nur in Ausnahmefällen einen echten Handlungsbedarf. Ein natürlicher Helfer gegen Mehltau ist übrigens die Marienkäferart „Zweiundzwanzigpunkt“, die sich von den Pilzsporen ernährt.
So beugen Hobbygärtner Mehltau vor
Wer künftigen Befall verhindern möchte, sollte die Blätter seiner Hortensien regelmäßig kontrollieren. Befallene Teile werden am besten sofort entfernt. Auch das richtige Gießverhalten spielt eine wichtige Rolle: Staunässe begünstigt Pilzerkrankungen, während eine gleichmäßige Wasserversorgung die Pflanzen widerstandsfähiger macht. Achten Sie außerdem darauf, dass die Pflanzen gut durchlüftet werden.