Huawei MatePad Air: Neues 12"-Mittelklasse-Tablet will dem iPad Air Konkurrenz machen


Huawei MatePad Air mit Tastatur und M-Pencil vor einer Wolkenkulisse

Auch wenn ich im Alltag noch immer mit meinem 11 Zoll großen iPad Pro aus dem Jahr 2020 relativ zufrieden bin, wage ich immer wieder gerne einen kleinen Blick über den Tablet-Tellerrand. Von Huawei hatte ich in der Vergangenheit bereits mehrere Tablets für unterschiedliche Ansprüche ausprobieren können, darunter auch das 2025er Flaggschiff-Modell, das Huawei MatePad Pro, oder auch das Huawei MatePad 12X, ein Mittelklasse-Tablet.

Nun hat Huawei mit dem MatePad Air ein ganz neues Modell aus dem Mittelklasse-Segment präsentiert, das wohl nicht ohne Grund den Modellnamen „Air“ in sich trägt und sich an Apples Mid Range-Exemplar des gleichen Namens orientiert. Ausgestattet mit einem 12 Zoll großen 2,8K OLED-Display mit PaperMatte-Beschichtung, 92 Prozent Screen-to-Body-Ratio, einer Notch-freien Darstellung und nur rund 500 Gramm leicht, weist die Neuerscheinung eine maximale Helligkeit von bis zu 1.200 nits auf und ist nur 5,3 Millimeter dick. Als Betriebssystem fungiert beim MatePad Air das Huawei-eigene HarmonyOS, das auf Android basiert und bei mir in Version 4.3.0 vorliegt.

Die Rückkamera bietet bis zu 50 Megapixel und einen LED-Blitz, Videos lassen sich mit bis zu 1080p aufnehmen. Für Videotelefonate steht eine Frontlinse mit 12 Megapixel bereit. Der verbaute und nicht herausnehmbare 10.100 mAh-Akku soll für eine lokale Videowiedergabe von bis zu 16 Stunden sorgen. Beim Aufladen unterstützt das Huawei MatePad Air bis zu 66 Watt SuperCharge Turbo, das ein Aufladen auf bis zu 42 Prozent in nur 30 Minuten und eine volle Aufladung in nur 83 Minuten ermöglicht. Erstmals verbaut ist auch ein Audiosystem mit insgesamt sechs Lautsprechern und einem Quad-Basstreiber mit 16 x 20 mm-Modulen. Für gute drahtlose Verbindungen sorgt WiFi 7, zudem gibt es Bluetooth, NearLink und Huawei Share, mit dem drahtlose Geräte in der Umgebung gefunden und sich mit ihnen verbinden lässt.

Einrichtung mit kleinen Stolpersteinen

Drei Farbvarianten des Huawei MatePad Air
Dies sind die drei Farbvarianten des Huawei MatePad Air.

Wer jahrelang mit iPadOS arbeitet, muss sich beim Huawei MatePad Air zunächst etwas umgewöhnen, das grundsätzliche Bedienkonzept erinnert allerdings schnell an Apples Tablet-Betriebssystem. Für die Nutzung der Huawei-Dienste ist ein Huawei-Konto notwendig, zudem fallen bei der Einrichtung zahlreiche Zustimmungen und Bestätigungen auf. Im Vergleich zu einem iPad wirkt der Start dadurch etwas umfangreicher.

Das größte bekannte Problem bleibt die fehlende Unterstützung für Google-Dienste. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Konflikte zwischen China und den USA gibt es auf Huawei-Geräten nach wie vor weder den Google Play Store noch die gewohnten Google-Apps. Huawei setzt stattdessen auf die eigene App Gallery und Alternativen wie Petal Maps, Petal Search und WPS Office. Wer dort bestimmte Apps vermisst, kann über den Aurora Store auf einen deutlich größeren App-Bestand zugreifen, darunter auch Google Maps, YouTube, Gmail, Signal, Firefox, Amazon, PayPal und zahlreiche weitere bekannte Anwendungen.

Wie bei vielen Android-Geräten findet sich auch auf dem MatePad Air einiges an vorinstallierten Angeboten und Verknüpfungen. Dazu gehören unter anderem Hinweise auf Shopping-Dienste und Freemium-Spiele. Immerhin handelt es sich teilweise lediglich um Verknüpfungen, die sich relativ unkompliziert entfernen lassen. Nach einer kurzen Aufräumaktion wirkt das System entsprechend deutlich übersichtlicher.

HarmonyOS mit ordentlich iPad-Flair

Aufgeklapptes Huawei MatePad Air in Blau mit Tastaturhülle und Pencil auf einem Schreibtisch
Mir wurde das Huawei MatePad Air in der Farbe Blau zur Verfügung gestellt.

Bei der Bedienoberfläche geht Huawei einen deutlich anderen Weg als viele Android-Konkurrenten. HarmonyOS erinnert mit großen, abgerundeten Icons, Dock und Widgets stark an iPadOS. Gleichzeitig bietet Huawei mehr Möglichkeiten zur optischen Anpassung. Über die Designs-App lassen sich Wallpaper, Icon-Pakete und weitere Elemente verändern oder herunterladen, teilweise allerdings kostenpflichtig. Für iPad-Umsteiger dürfte sich die Bedienung deshalb vergleichsweise schnell vertraut anfühlen.

Besonders interessant ist in meinen Augen das Display des MatePad Air. Das matte OLED-Panel bietet eine Auflösung von 2,8K, eine Screen-to-Body-Ratio von 92 Prozent und bis zu 1.200 Nits Helligkeit. Die Displayränder fallen damit deutlich geringer aus als beim aktuellen iPad Air. Die leicht texturierte Oberfläche des Bildschirms reduziert störende Spiegelungen und macht das Tablet gerade bei hellem Umgebungslicht angenehm nutzbar. OLED gab es bisher in dieser Preisklasse bei Huawei nicht, daher bietet das MatePad Air im Vergleich zum Vorjahres-Gerät, dem MatePad 12X, deutliche Vorteile hinsichtlich des Displays.

Auch beim Thema Produktivität will Huawei mehr als nur einen großen Bildschirm bieten: Der mitgelieferte M-Pencil Pro und die Zeichen-App GoPaint richten sich an Kreative, während WPS Office klassische Office-Aufgaben wie Textverarbeitung, Tabellen und Präsentationen abdeckt. Dazu kommen Funktionen für PDFs, Dokumentenscans und digitale Unterschriften. Dateien lassen sich lokal oder in der Huawei-Cloud speichern und über verschiedene Dienste teilen. Über den Aurora Store können zudem weitere Werkzeuge wie die DS File-App für den Zugriff auf eine Synology DiskStation installiert werden. Damit eignet sich das MatePad Air durchaus als mobiles Arbeitsgerät, solange man mit dem fehlenden Google-Ökosystem umgehen und mit den angebotenen Alternativen leben kann.

Viel Zubehör direkt im Karton

Huawei MatePad Air mit Zubehör: Tastaturhülle und M-Pencil Pro
In meinem Paket war sowohl die (QWERTY)-Tastaturhülle als auch der M-Pencil Pro enthalten.

Beim Huawei MatePad Air fällt vor allem auch der umfangreiche Lieferumfang auf: Neben dem Tablet selbst gehören ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, ein 66-Watt-Netzteil und sogar ein graues Mikrofaser-Poliertuch zum Paket. In meiner Verpackung befand sich darüber hinaus auch noch zusätzlich der Huawei M-Pencil Pro sowie das passende weiße Tastaturcase, allerdings in meinem Fall mit einem QWERTY-Layout. Ein vollwertiges Tastaturcase inklusive Trackpad bleibt weiterhin offensichtlich dem Flaggschiff-Tablet von Huawei, dem MatePad Pro, vorbehalten.

Gerade beim Zubehör zeigt Huawei, wie attraktiv ein Tablet-Paket geschnürt werden kann. Zum Vergleich: Apple verlangt für das iPad Air ab 799 Euro, für das dazu passende Magic Keyboard Case 329 Euro, für den Apple Pencil Pro 149 Euro und für den Apple Pencil mit USB-C 89 Euro extra. Das MatePad Air liefert dagegen bereits je nach gewähltem Paket Tastatur und Eingabestift gleich mit, um direkt zuhause produktiv loslegen zu können.

Fazit, Preise und Verfügbarkeiten

Aufgeklapptes Huawei MatePad Air mit angelegter Tastaturhülle
Dank vorinstallierter Apps lässt es sich auch produktiv mit dem Huawei MatePad Air arbeiten.

Für mobiles und produktives Arbeiten ist das MatePad Air daher grundsätzlich gut gerüstet. Besonders praktisch sind Tastatur und M-Pencil, während das hochwertige Display in dieser Preisklasse ebenfalls einen Pluspunkt darstellt. Wer allerdings möglichst viele Synergien nutzen möchte, sollte bereits im Android- beziehungsweise Google-Ökosystem unterwegs sein. Für einfache Aufgaben wie Websurfen, E-Mails oder YouTube ist das Tablet mit rund 750 Euro dagegen vergleichsweise teuer, da es für solche Einsatzzwecke auch günstigere Modelle von Huawei und Apple gibt.

Huawei bietet das MatePad Air in den drei Farben Airy Blue, Sakura Pink und White im eigenen Webshop für 799 Euro an, und das inklusive Tastaturhülle, aber ohne M-Pencil Pro. Bei Amazon ist ein Set von Tablet (256 GB Speicher, 8 GB RAM) mit M-Pencil Pro für 749 Euro erhältlich. Wer also möglichst viel Zubehör direkt zum Tablet bekommen möchte, erhält in den beiden Webshop derzeit verschiedene Gesamtpakete. Weitere Informationen und die technischen Details finden sich auf der Produktseite des Herstellers.

Angebot

HUAWEI MatePad Air 12' OLED PaperMatte Tablet mit M-Pencil Pro, 8+256GB

HUAWEI MatePad Air 12" OLED PaperMatte Tablet mit M-Pencil Pro, 8+256GB

Huawei MatePad Air mit Tastatur und M-Pencil vor einer Wolkenkulisse

Frisch ausgepackt: Das neue 12-Zoll-Tablet MatePad Air von Huawei

Mein Fazit

Das Huawei MatePad Air will dem iPad Air Konkurrenz machen und bietet zum nahezu identischen Preis deutlich mehr an Zubehör. Und auch das Display kann sich absolut sehen lassen.

Design

90

Betriebssystem

65

Performance

90

Preis-Leistung

75

Pro

Tastaturcase im Lieferumfang

Hochwertiges Display

Kontra

Tastatur ohne Trackpad

Kein nativer Google Play-Store

80

Testergebnis

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