Hugh Jackmans Robin Hood ist auf jede nur denkbare Weise abgründig finster


Stand: 04.09.2026, 13:39 Uhr

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Mit einem von der englischen Folklore abgeleiteten Premiss ist das unangenehm blutrünstige „Death of Robin Hood“ schlicht überhaupt kein Vergnügen.

The Death of Robin Hood erweist sich auf mehreren Ebenen als zermürbend. Hugh Jackman verbringt die ersten, unangenehm blutrünstigen 30 Minuten damit, eine Menge Menschen zu ermorden, und quält sich dann die restlichen 90 Minuten mit seiner Sühne. Keine dieser Tonlagen erinnert im Geringsten an irgendeinen Robin Hood, den Sie je zuvor gesehen haben – ein Umstand, den sich dieser Film wie ein perverser, blutverschmierter Ehrenorden anheftet. Für wen um alles in der Welt ist das gedacht?

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Dieser Artikel von Tim Robey entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk.

Jackmans Robin sieht eher aus wie Gandalf, nachdem er jahrzehntelang in Felle gewickelt und durch den Schlamm gerollt worden wäre. Er lebt vom Land und tötet fast wahllos, nennt niemandem seinen Namen, weder Arm noch Reich, und alle hohen Ideale, die er einst hegte, sind zu Staub zerfallen.

Kinostart - „The Death Of Robin Hood“

Hugh Jackman spielt einen Robin Hood, wie man ihn noch nicht gesehen hat. (Handout) © Aidan Monaghan/DCM/dpa

Little John (Bill Skarsgård), der darauf beharrt, sein richtiger Name sei „Edward“, ist Robins einziger Gefährte – so viel zu den fröhlichen Gesellen, die alle tot sind oder geflohen. Die Endzeitstimmung bei diesen beiden ist verheerend. Sie schneiden Menschen die Kehlen durch, um zu überleben, und fügen ihnen einige grauenhafte Tode – oder Beinahe-Tode – zu. (Der Film hat eine seltsame Vorliebe dafür, uns Nahaufnahmen der Augen junger Jungen zu zeigen, die von Robins Pfeilen ausgestochen werden.)

Eine radikal finstere Neuinterpretation der Legende

Von Michael Sarnoski, dem Drehbuchautor und Regisseur von Pig (2021) – einer hervorragend traurigen Geschichte mit Nicolas Cage, der seine Worte statt seiner Fäuste einsetzt – ist dies in der Tat eine düsterer Richtungswechsel. Das Drehbuch verwirrt unnötig unser Verständnis davon, welche Nebenfiguren miteinander verwandt sind. Es verhindert die Entstehung einer echten Handlung nahezu vollständig.

Kenner der englischen Folklore werden feststellen, dass Sarnoski sein Premiss aus einer Ballade des 17. Jahrhunderts ableitet, „Robin Hood’s Death“, in der der alternde Geächtete in einem Priorat erkrankt und übermäßiger Aderlass zu seinem Tod führt. Dieses wenig verlockende Konzept umfasst grob einen Großteil der Laufzeit nach all den Tötungen, wenn auch mit mehr Selbstbefragung auf Robins Seite und einem offenen Ohr bei der Priorin, Schwester Brigid (Jodie Comer).

Der Film hat Glück, Comer zu haben. Wie sie in The Last Duel und anderswo bewiesen hat, verfügt sie über eine beinahe magische Fähigkeit, in nahezu jede ferne historische Epoche zu passen. Ich habe sie noch nie von einem Kostüm, einem Akzent oder sogar einem Drehbuch so rätselhaft zerstreut wie diesem hier besiegt gesehen.

Ein gequälter Held ohne Freude und ohne klare Moral

Jackman ist nicht schlecht, doch er muss in Nahaufnahmen eine gewaltige Last schultern. Wäre da nicht seine düstere Aura des Leids, könnten wir diesen Robin für einen lupenreinen Psychopathen halten.

Der Grund für Robins derzeitigen Zustand – der sich nur langsam herauskristallisiert – ist, dass er seit Jahren in Zyklen der Gewalt gefangen ist, sich ständig mit offenen Rechnungen, verbitterten Familienangehörigen und Zielscheiben auf seinem Rücken konfrontiert sieht. Es gibt keinen Sheriff von Nottingham, keine Erwähnung von Maid Marian: Wir sind längst jenseits klarer Grenzen zwischen Gut und Böse. Wir sind auch weit darüber hinaus, noch irgendeinen Spaß zu haben, und der philosophische Anspruch des Films hat nach all dem Splatter nicht den Hauch einer Chance. Es ist, als würde man Conan den Barbar dabei zusehen, wie er in der Entzugsklinik eincheckt.