Schaffhausen: Explosion in Schuppen verletzt vier Feuerwehrleute
Publiziert11. August 2026, 18:03
Explosion in Schaffhausen«Ich hatte schon immer eine Vorahnung, dass dort was passiert»
Am Montagabend kam es neben der Drogenabgabestelle in Schaffhausen zu einem Vollbrand. Ein älterer Mann hatte den Schuppen gemietet, in dem möglicherweise eine Schweissstation explodiert ist. Ebenso soll ein Obdachloser den Schuppen als Unterkunft genutzt haben.

Darum gehts
- An der Fulachstrasse in Schaffhausen ist am Montagabend ein Schuppen in Vollbrand geraten.
- Während des Brandes kam es zu zwei heftigen Explosionen – vier Feuerwehrleute wurden verletzt ins Spital gebracht.
- Es könnte eine Schweissstation mit Acetylen- und Sauerstoffflaschen explodiert sein, vermuten die Nachbarn.
- Ein Obdachloser, der den Schuppen als Unterkunft nutzte, soll unverletzt geblieben sein.
Vom Schuppen an der Fulachstrasse ist nichts mehr übrig. Nur verkohlte Balken, ein Haufen nasser Kleider, eine alte Säge und zwei zerborstene Gasbehälter. «Ich glaube, das war Acetylen», sagt Nachbar Bruno zu 20 Minuten. «Da ist eine Schweissstation in die Luft geflogen, denke ich. Deshalb auch die zwei Explosionen.»

Am Montagabend um 19.50 Uhr wurde die Feuerwehr Schaffhausen alarmiert. Der Schuppen stand aber bereits in Vollbrand, als sie eintraf. Kurz nachdem die Feuerwehrleute vor Ort mit den Löscharbeiten begannen, kam es zu zwei heftigen Explosionen. Dabei wurden vier Feuerwehrleute verletzt.
Ein weiterer Nachbar der Karosseriewerkstatt teilt die Ansicht von Bruno Longhi, dass eine Schweissstation aufgrund der Hitze in die Luft geflogen sein dürfte. Er zeigt seine eigene Schweissstation, die über zwei Flaschen mit Gewinden verfügt, wie eben jene Flaschen, die zerfetzt und zerbeult am Brandort herumliegen.

Mieter hortete alte Dinge, zweiter Mann schlief dort
Die Liegenschaft gehört der Stadt Schaffhausen, gemietet hat sie ein älterer Mann. «Er war ein Messie», erzählt Nachbar Bruno Longhi vom Abschleppdienst Heggli, der nebenan eine Werkstatt hat. Auch diese wurde in Mitleidenschaft gezogen. «Der Mieter hortete eine riesige Menge alter Dinge. Aber man sah ihn fast nie.» Bruno Longhi habe den Mann nur immer samstags gesehen, wenn er Holz schnitt. «Ich glaube, er hat irgendwo einen Holzofen und schnitt deshalb so viel Holz.»
Doch offenbar nutzte nicht nur er den Schopf, sondern auch ein zweiter Mann. Als 20 Minuten vor Ort ist, fragt eine besorgte ältere Frau: «Geht es dem obdachlosen Mann gut, der sich dort einquartiert hatte?» Auch eine andere Nachbarin bestätigt: Nebst dem Mieter, der nicht oft zugegen war, hatte sich auch ein Mann im oder beim Schuppen eingerichtet, der dort nächtigte. «Mir war nie wohl», sagt die Nachbarin. «Ich hatte schon immer eine Vorahnung, dass dort mal was passieren könnte.»
Obdachloser sei unverletzt geblieben
Gleich nebenan befindet sich eine Drogenabgabestelle, die als Treffpunkt für drogenkonsumierende Personen gilt. Auf Anfrage wollen die Angestellten nichts zu 20 Minuten sagen – nur, dass der Treff um 17.30 Uhr schliesse und somit zum Zeitpunkt des Brandes am Montagabend niemand mehr dort gewesen sein kann.
Die Schaffhauser Polizei untersucht derzeit die Brandursache. Hierbei befragte sie auch die Personen, die sich am Dienstagmorgen bei der Drogenabgabestelle einfanden. Nachdem die Beamten gegangen waren, beruhigten die Verantwortlichen die besorgte Frau, die sich zuvor bei der Reporterin nach dem Obdachlosen erkundigt hatte. Er sei offenbar unverletzt geblieben.
Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit Suchtmitteln?
Hier findest du Hilfe:
Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen
Feel-ok, Informationen für Jugendliche
Infodrog, Information und Substanzwarnungen
Vergiftungsnotfälle, Tel. 145

Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.