IEA warnt: Ölpreisschock bedroht die Weltwirtschaft
Publiziert16. Juli 2026, 13:02
Iran-KriegIEA warnt vor Ölpreisschock, Benzinpreis steigt weiter
Laut der Internationalen Energieagentur bleiben nur noch Wochen für eine Öffnung der Strasse von Hormus. Ansonsten drohten ernsthafte Folgen für die Weltwirtschaft.

Darum gehts
- Die Internationale Energieagentur ist wegen der blockierten Strasse von Hormus alarmiert.
- Neben dem Iran-Krieg treiben auch der niedrige Rheinpegel und beschädigte Raffinerien im Persischen Golf die Preise in der Schweiz in die Höhe.
- Benzin kostet laut TCS aktuell im Schnitt 1.87 Franken pro Liter, Diesel 2.05 Franken.
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran sorgt weiterhin für Unruhe an den Märkten. Der Ölpreis ist auf ein Monatshoch gestiegen. Jetzt schlägt der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA) Alarm: Fatih Birol warnt in einem Interview mit dem Finanzmagazin «Bloomberg» wegen der blockierten Strasse von Hormus vor einem Ölpreisschock, der die Weltwirtschaft bedroht.
Der Schiffsverkehr durch die wichtige Meerespassage sei nach Angriffen von beiden Seiten auf Tanker wieder deutlich eingebrochen. Das gefährde den Transport von Öl, Düngemitteln, Erdgas und weiteren wichtigen Gütern. Die Lage sei deutlich dringlicher als noch vor ein paar Monaten.
Danach gefragt, wie lange die Strasse noch geschlossen bleiben könne, bis es zu ernsthaften Folgen für die Weltwirtschaft kommt, sagte er: «Es sind nicht Monate, es sind Wochen.» Besonders verwundbar seien Länder wie Bangladesch, Pakistan und Indien.
Benzinpreise steigen wieder
Doch auch die Schweiz spürt die Folgen – vor allem an der Zapfsäule. Die Preise für Benzin und Diesel sind gegen Ende vergangener Woche um drei Rappen pro Liter gestiegen, wie der TCS mitteilt. Diese Woche steigt der Preis laut dem Verkehrsclub um weitere drei Rappen beim Benzin und fünf Rappen beim Diesel. Bleifrei 95 kostet gemäss TCS-Experte Erich Schwizer aktuell im Durchschnitt 1.87 Franken pro Liter und Diesel 2.05 Franken.
Die eskalierende Gewalt rund um die Strasse von Hormus ist allerdings nur ein Faktor. Derzeit gibt es eine Kombination aus mehreren Preistreibern:
Niedriger Rheinpegel
Über den Rhein kommt rund ein Drittel der schweizweiten Mineralöl-Importe. Die Hitze hat die Kosten für die Rheinschifffahrt innerhalb gut eines Monats von 33.50 Franken pro Tonne auf 143 Franken vervierfacht. Der Grund: Nach der langen Hitzeperiode herrscht Niedrigwasser. Das hat zur Folge, dass die treibstofftransportierenden Rheinschiffe nicht mehr voll beladen werden können.
Gemäss Einschätzung des TCS wirkt sich dieser Tarifanstieg mit rund 8,5 Rappen pro Liter auf den Benzinpreis an der Tankstelle aus. Sollte die Hitze anhalten, dürfte dies den Preisdruck auf Treibstoffe zusätzlich erhöhen.
Mangelnde Raffineriekapazitäten
Im Persischen Golf und in Russland sind mehrere Raffinerien durch Angriffe beschädigt worden. Deshalb fehlt es derzeit an Raffineriekapazitäten. Selbst wenn die Schifffahrtsroute durch die Strasse von Hormus wieder uneingeschränkt befahrbar wäre, würden zusätzliche Lieferungen Europa erst mit zeitlicher Verzögerung erreichen, gibt der TCS zu bedenken.
Faktoren für den Benzinpreis
- Staatliche Abgaben und Steuern, insbesondere Mineralölsteuer, Mineralölsteuerzuschlag, CO₂-Abgaben (wo relevant) sowie die Mehrwertsteuer, die insgesamt rund 50 Prozent ausmachen
- Rohölpreis auf den internationalen Märkten
- Angebot und Nachfrage nach Benzin und Diesel auf den internationalen Märkten
- Geopolitische Ereignisse
- Wechselkurs US-Dollar/Schweizer Franken, da Rohöl weltweit in US-Dollar gehandelt wird
- Raffineriekapazitäten und Raffineriemargen
- Transport- und Logistikkosten, etwa durch Einschränkungen der Schifffahrt auf dem Rhein
- Wettbewerb und Margen im Gross- und Detailhandel, weshalb sich die Preise zwischen einzelnen Tankstellen teilweise deutlich unterscheiden können
Dazu kommt, dass China die Exporte von raffinierten Treibstoffen zeitweise stark eingeschränkt hatte, um die eigene Versorgung zu sichern und weniger Rohöl importieren zu müssen. Die Einschränkungen werden inzwischen schrittweise gelockert. Weil aber Benzin und Diesel wie Rohöl ebenfalls an den Börsen weltweit gehandelt werden, erzielen diejenigen Raffinerien, die mit voller Leistung produzieren können, entsprechend höhere Preise für diese Produkte.
Discount-Tankstellen drücken die Preise
Trotzdem gibt es je nach Tankstelle erhebliche Preisunterschiede. Discount-Tankstellen bieten laut TCS Benzin und Diesel teilweise mehr als zehn Rappen pro Liter günstiger an als der nationale Durchschnitt.
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Den Service oder die Möglichkeit, gleichzeitig einzukaufen.
Ich tanke immer an derselben Tankstelle aus Gewohnheit.
Ich tanke nicht, da ich kein Auto besitze.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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