Ilona Christen: „Ohne Fernsehen bin ich glücklich und frei“ – dann starb die legendäre Moderatorin mit 58
Ilona Christen wurde im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekannt und hatte später auch im Privatfernsehen Erfolg. Am Ende lebte sie zurückgezogen. Ihr Tod hat Fragen aufgeworfen.
Auch Jahre nach ihrem Tod ist Ilona Christen unvergessen. Im deutschen Fernsehen hat sie viele Erfolge gefeiert, zog sich aber später aus der Öffentlichkeit zurück. Wie ihre letzten Lebensjahre verlaufen sind, war für die Öffentlichkeit ein Rätsel. In Erinnerung bleibt sie als Gastgeberin in Sendungen wie dem „ZDF-Fernsehgarten“ und der Talkshow, die ihren eigenen Namen trug.
Frühes Leben und Ausbildung
Ilona Christen wurde am 26. Mai 1951 in Saarbrücken geboren. Damals trug sie noch den Familiennamen Kleitz. In Saarbrücken wuchs sie bei ihrer Mutter auf, die eine Wäscherei führte. Ihr Vater hat die Familie früh verlassen. Im Jahr 1966 schloss Ilona die Volksschule ab und begann eine Ausbildung zur Fotokauffrau, die sie später ebenfalls in Saarbrücken abschloss.
Wie Ilona Christen zum Fernsehgarten und zu RTL kam
Nach ihrer Berufsausbildung begann sie im Jahr 1969 eine zweite Lehre beim Saarländischen Rundfunk. Sie ließ sich zur Filmeditorin („Cutterin“) ausbilden und arbeitete ab 1972 in diesem Job. Ilona blieb im Betrieb und war dort als Bildmischerin tätig. Im Jahr 1973 begann schließlich eine ganz andere Karriere im Fernsehen.
Ilona Christen wurde aus 160 Bewerbungen beim Saarländischen Rundfunk als Fernsehansagerin ausgewählt. Sie konnte sich nicht nur gegen ihre Mitstreiter behaupten, sondern war auch die erste Ansagerin im deutschen Fernsehen, die eine Brille trug.
Von da an ging es immer weiter nach oben. Sie moderierte im Hörfunk, arbeitete bei der Europawelle Saar und bekam dadurch immer mehr Reichweite. Spätestens mit „Reporter vor Ort“ wurde sie einem größeren Publikum bekannt.
Zwischen 1982 und 1986 war Ilona Christen Moderatorin für „tele-illustrierte“ und das Magazin „ZDF-Info Gesundheit“. In den folgenden Jahren sah man sie immer öfter im ZDF, beispielsweise beim „ZDF-Städteturnier“ und „Tandem – Spielzeit für Partnerstädte“. Von 1986 bis 1992 moderierte sie dann den „ZDF-Fernsehgarten“.
Im Jahr 1993 wechselte Ilona Christen zu RTL. Dort moderierte sie von September 1993 bis August 1999 eine Talkshow mit ihrem Namen. Diese wurde von ihrer eigenen Produktionsfirma Voice Company produziert und hatte auch die Sendung „Sabrina“ unter Vertrag.
Kurz vor der Einstellung der Sendungen wurde die Voice Company verkauft. Im Jahr 2001 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Neben ihrer Arbeit als Moderatorin war Ilona Christen Mitte der 1990er-Jahre auch in der Werbung zu sehen, unter anderem für das Waschmittel Ariel.
Rückzug aus der Öffentlichkeit – „Ohne Fernsehen bin ich glücklich und frei.“
Ende der 1990er-Jahre zog sich Ilona Christen aus dem Fernsehgeschehen zurück. Laut der Bild sagte sie: „Ich habe vor der Kamera fertig.“ Die Moderatorin sprach von schlaflosen Nächten und dem Druck, der sich durch die Einschaltquoten aufgebaut hatte. Nach ihrem Entschluss, die Karriere zu beenden und sich zurückzuziehen gab sie preis: „Ohne Fernsehen bin ich glücklich und frei.“
Im Jahr 1982 hatte sie den schweizer Bauunternehmer Ambros Christen geheiratet. Die beiden lebten schon zuvor in der Schweiz und blieben nach der Hochzeit auch weiterhin in Ennetbürgen am Vierwaldstättersee. Nach ihrem Rückzug aus der Öffentlichkeit widmete sich Ilona Christen dem Fotografieren und ihrer „Lust zu reisen“, wie sie damals verriet. „Die öffentliche Ilona Christen gibt es ab jetzt nicht mehr.“
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Eine Zeitreise durch den ZDF-Fernsehgarten
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Foto: ZDF/Renate Schäfer
Ilona Christen im Jahr 2009 plötzlich verstorben
Über ihr Privatleben und die Ehe ist nach dem Ausstieg aus der Öffentlichkeit nicht viel bekannt geworden. Dafür war der Rückzug natürlich da, denn die bekannte Moderatorin wollte ein ruhiges Leben mit ihrem Ehemann führen. Erst die traurige Nachricht brachte ihren Namen wieder in die Öffentlichkeit. Ilona Christen ist am 31. Juli 2009 mit nur 58 Jahren an den Folgen einer Blutvergiftung gestorben.
Am 8. Juli 2009 stürzte auf einer Treppe und brach sich dabei nicht nur das Schlüsselbein, sondern litt auch an einem schlimmen Bluterguss. Dieser führte letztlich zu der Blutvergiftung, die ihr das Leben nahm.
Ehemann Ambros Christen berichtet über den Unfall
Ihr Ehemann Ambros Christen äußerte sich später in einigen Interviews zum Tod seiner Frau. Im Gespräch mit dem SonntagsBlick sagte er: „Ein Sturz, ein Hämatom und eine böse Blutvergiftung gingen dem Abschied voraus. (...) Für meine Frau war es zuletzt nicht immer einfach. Sie hatte ein strenges Leben, hat viel gearbeitet. Jetzt ist Ilona an einem besseren Ort. Als sie ging, schien es, als ob sie schon abgeschlossen hätte.“
Er berichtete auch, dass der Weg zum Erfolg im Fernsehen schwierig war. „Meine Frau hat ihr Leben lang sehr intensiv und hart gearbeitet. Das ging nicht spurlos an ihrem Körper vorbei. Die nötige Kraft und Robustheit haben ihr gefehlt, um den tödlichen Verlauf der Krankheit abzuwehren.“
Ihr Körper habe schon eine Woche vor dem Tod die Anzeichen einer Blutvergiftung gezeigt. Am Ende konnten weder Antibiotika oder Blutdialysen das Unvermeidbare verhindern. Ilona Christen fiel ins Koma und starb.
Der Tod der Moderatorin wirft Fragen auf
Nach dem Tod von Ilona Christen kamen viele Spekulationen auf. Es wurde über Depressionen und weitere schwere Erkrankungen wie Krebs gerätselt. Vor allem wegen des Ausstiegs aus der Öffentlichkeit wurden ihre Beweggründe hinterfragt. Ehemann Ambros Christen gab der Schweizer Zeitung Blick einige Antworten.
„Ich hätte gewusst, wenn sie lebensmüde gewesen wäre. Wir waren Mitglied bei Exit und hatten Patientenverfügungen. Da redet man offen über den Tod. Und körperlich krank war sie auch nicht.“ Auch die Gerüchte zur Krebs- oder Schilddrüsenerkrankung verneinte er. Er betonte, dass sie ihr Leben genossen habe. Die beiden seien viel gereist und sie habe sich mit Fotografie und Kunst beschäftigt.
Wie lebte Ilona Christen in ihren letzten Jahren?
Laut Aussagen von Freunden und Kollegen ist das aber nicht die ganze Geschichte. Die Bild hat einige dieser Infos aufgegriffen. Darunter auch, dass Ilona Christen ca. 13 Jahre vor ihrem Tod einen Schilddrüsentumor hatte. Dieser musste operiert werden. Eine weitere Aussage kam von einer Freundin der Moderatorin. Laut ihrer Schilderung hatte sich Ilona Christen nicht nur aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, sondern auch den Kontakt zu Freunden und Kollegen abgebrochen.
Die Bild berichtete, dass ca. sechs Jahre vor ihrem eigenen Tod, die Mutter verstorben war. Der Todesfall soll die Moderatorin so schwer getroffen haben, dass sie unter Depressionen litt. Der ehemalige RTL-Chef Dr. Helmut Thoma bestätigte das. Er fügt hinzu, dass sie sich auch in ihrem Beruf nicht mehr wertgeschätzt gefühlt hat. Ein Kollege und Mitarbeiter wird von der Bild damit zitiert, dass die schlechten Einschaltquoten eine große Belastung für Ilona Christen waren. Wie ihr Leben in den letzten Jahren tatsächlich verlief, blieb für die Öffentlichkeit ungeklärt.