In Braunschweig könnte Hertha-Zugang Pedersen zum Faktor werden


2. Fußball-Bundesliga

In Braunschweig könnte Hertha-Zugang Pedersen zum Faktor werden

Herthas Neuzugang Mads Pedersen (r.) neben Trainer Stefan Leitl am Rande des Trainings. (IMAGO/Nordphoto / Engler)
Herthas Neuzugang Mads Pedersen (r.) neben Trainer Stefan Leitl am Rande des Trainings. (IMAGO/Nordphoto / Engler)

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Natürlich ging es bei der Pressekonferenz von Hertha BSC am Mittwoch erst mal um Mads Pedersen. Der Däne wechselte Anfang der Woche offiziell nach Berlin. Seine Verpflichtung steht für den Stimmungswandel beim Zweitligisten, um den in der Sommerpause noch reichlich Fragezeichen kreisten.

Fast sieben Jahre spielte der 28-Jährige beim gefühlt ewigen Erstligisten FC Augsburg, sammelte dabei 120 Liga- und Pokaleinsätze. Und so einer kommt nun tatsächlich zum mittlerweile ewigen Zweitligisten aus der Hauptstadt?

Pedersen mache "sehr guten Eindruck", so Leitl

"Mit Mads ist ein Spieler zu uns gekommen, der die komplette Vorbereitung beim FC Augsburg mitgemacht hat, auch gespielt hat und grundsätzlich in einer guten Verfassung ist", sagte Stefan Leitl über den neuen Linksverteidiger. "Er macht einen sehr guten Eindruck." Ob Pedersen bereits am Freitag (18:30 Uhr) im Auswärtsspiel gegen Eintracht Braunschweig einer für die Startaufstellung sei? Das wollte der Trainer nicht verraten. "Lasst uns da noch mal zwei Nächte drüber schlafen."

Im Zuge der zwei-Spiele-Sperre von Aushilfs-Linksverteidiger Deyovaisio Zeefuik erscheint ein Einsatz des Dänen allerdings naheliegend. Zumal Pedersen nun derjenige ist, der nach dem plötzlichen Abschied Marten Winklers die ruhenden Bälle scharf mit links bringen könnte, falls erforderlich.

Fakten zum Spiel

Leitl über Pedersen: "Hat einen linken Fuß"

Startelf hin oder her: Die Ankunft Pedersens lässt Herthas Saisonstart, der mit drei Siegen die meisten Berliner ohnehin bereits überraschte, nun endgültig in neuem Licht erscheinen. Dass Pedersen in den vergangenen beiden Saisons eher sporadisch zum Einsatz kam – und nahezu die gesamte Rückrunde der abgelaufenen Spielzeit verpasste? Geschenkt.

"Zum einen hat er mal einen linken Fuß", sagte Leitl grinsend auf die Frage, was den beim FC Nordsjælland zum Profi gereiften Verteidiger zu einem außergewöhnlichen Spieler mache. Von seiner Mannschaft fordert Leitl, dass sie "vermehrt über beide Flügel" in den Rücken der Abwehr kommt. "Da tut es gut, sowohl einen Linksfuß als auch einen Rechtsfuß zu haben, weil du dadurch eine Dynamik im Rücken der Abwehr erzeugen kannst." Pedersens offensive Veranlagung, und, ja, nicht zuletzt sein linker Fuß erweitern Herthas spielerische Möglichkeiten.

Wird aus Mangel plötzlich Fülle?

Zum anderen sieht Leitl den einstigen Junioren-Nationalspieler Pedersen als Mentor: "Weil wir mit Mayson Grothe ein sehr, sehr großes Talent haben, das auf Sicht auf dieser Linksverteidiger-Position spielen soll", erklärte Leitl. Den 17-jährigen Berliner aus der Vereinsakademie soll Pedersen auf dem Weg ins Profidasein begleiten. "Dementsprechend trägt er (Pedersen, Anm. d. Red.) nicht nur sportlich eine große Verantwortung, sondern auch in seiner Mentorenrolle", sagte Leitl am Dienstag auf der Pressekonferenz.

Zur Erinnerung: Die Geschichte der Sommerpause war, wer bei Hertha alles fehlt. Führungsspieler Fabian Reese (wechselte zum VfL Wolfsburg), Juwel Kennet Eichhorn (Bayer Leverkusen), die Nummer eins Tjark Ernst (Feyenoord Rotterdam) – um nur eine Auswahl zu nennen: alle weg. Vor allem auf der Linksverteidigerposition herrschte Not, zuletzt sprang Deeyovasio Zeefuik (Rechtsfuß!) ein, der nun allerdings, siehe oben, für zwei Spiele fehlt.

Hertha plötzlich Favorit

Und plötzlich gibt es mit Mads Pedersen einen gestandenen, offensiven Linksverteidiger, der überdies das junge Linksverteidiger-Juwel Mayson Grothe zum Glänzen verhelfen soll. Statt Notstand herrscht Überfluss. Oder?

Leitl betonte: Grothe, der aus dem offensiven Flügel auf die Verteidigerposition zurückgezogen wurde, brauche noch Zeit. Noch sei er kein Startspieler in der 2. Bundesliga. Und so wünscht sich der Trainer einen weiteren Linksverteidiger, außerdem einen Stürmer. Auf "wenigstens einen Neuzugang" hoffe Leitl bis zum Transferschluss kommende Woche.

Nicht auszuschließen, dass Hertha dann weiter an der Tabellenspitze mitmischt. Am Freitag bei Eintracht Braunschweig sind Herthas Überraschungs-Überflieger Favorit. Zumal Lars Konetkas Team nach dem rauschenden 6:1-Sieg zum Auftakt zwei Niederlagen hinnehmen musste, unter anderem im Pokal gegen Union Berlin. "Das ist für uns der Schlüssel, da draufzugehen", folgerte Leitl. "Weil wenn du zweimal in Folge verlierst, ist das Gebilde vielleicht auch nicht ganz so stabil." Sprach einer, der plötzlich ein überraschend stabiles Team-Gebilde zur Verfügung hat.

Sendung: rbb|24, 26.08.2026, 19:50 Uhr
Audio: rbb|24, 26.08.2026, Antonia Kurzhals

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