In Frankfurt ausgemustert: Rückt dieser Knipser in den Fokus von Union Berlin?


Nach zweieinhalb Trainingswochen und sechs Testspielen hat die Männermannschaft des 1. FC Union Berlin in dieser Woche frei bekommen. Für Trainer Mauro Lustrinelli und Geschäftsführer Horst Heldt aber dürfte es bis zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs am kommenden Montag keineswegs ruhig zugegangen sein. Mit Blick auf den Kader und das bisher Gesehene dürften sie sich weiter mit der Frage beschäftigen, was noch passieren soll, um erfolgreich in die neue Saison starten zu können.

Schon vor der freien Woche wurden mit Laszlo Benes, David Preu und Chris Bedia drei Spieler ohne Perspektive unter dem neuen Coach aussortiert und haben bereits neue Vereine gefunden. Danilho Doekhi, Diogo Leite und Alex Kral haben die Eisernen bekanntlich ablösefrei verlassen. Den sechs Abgängen stehen bislang lediglich drei Zugänge gegenüber, wobei Stanley Nsoki schon in der vergangenen Saison in Köpenick spielte, nun aber von der TSG Hoffenheim fest verpflichtet wurde.

Weitere Spieler sollen keine Zukunft in Köpenick haben

Die Transferaktivitäten der Eisernen lassen den einen oder anderen Fan bereits nervös werden. In den sozialen Medien wünscht man sich nicht einmal zwingend neue Transferaktivitäten, sondern zumindest ein paar Gerüchte. Die sind in den vergangenen Tagen wieder verstärkt zu hören und zu lesen gewesen. So sollen neben Benes, Preu und Bedia auch Janik Haberer, Robert Skov, Tim Skarke und Marin Ljubicic keine Zukunft in Köpenick haben.

Letztgenannter ist zwar mit sechs Treffern bislang der beste Torschütze in der Union-Vorbereitung gewesen, zuletzt war jedoch von Interesse aus der 2. Bundesliga zu lesen. Auch um Rani Khedira, der am Montag nach seiner WM-Teilnahme mit Tunesien wieder ins Training einsteigen wird, gab es in den vergangenen Tagen wieder zwei Vereine, die Interesse an einer Verpflichtung gezeigt haben sollen. Der 1. FC Köln und der 1. FSV Mainz 05 von Ex-Union-Trainer Urs Fischer sollen sich mit dem defensiven Mittelfeldspieler beschäftigen.

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Wem das noch nicht genug Gerüchte waren, der dürfte am Freitag wohl auch vom angeblichen Interesse an Aljoscha Kemlein gelesen haben. Das Eigengewächs der Köpenicker wurde auf der Plattform „fussballdaten.de“ nicht nur mit dem VfB Stuttgart sowie dem SV Werder Bremen und damit einem Verbleib in der Bundesliga, sondern auch mit dem LOSC Lille sowie der AS Rom in Verbindung gebracht.

Kemlein ist zwar noch langfristig an den 1. FC Union Berlin gebunden, doch bei einer entsprechenden Ablösesumme soll man durchaus Bereitschaft gezeigt haben, das Eigengewächs ziehen zu lassen. Ob die 15 Millionen Euro, die die Römer wohl als Angebot unterbreiten wollen, tatsächlich ausreichen würden, wird sich zeigen. Der Marktwert des deutschen U21-Nationalspielers wird derzeit auf zwölf Millionen Euro geschätzt.

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Deutlich darunter, bei 7,5 Millionen Euro, wird derzeit der Wert von Noel Futkeu taxiert. Ein Stürmer, der in der vergangenen Saison 19 Tore für die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga erzielt hat und allein schon aufgrund dieser Treffsicherheit für die Eisernen interessant sein könnte, wenn man auch einmal auf die Zugangsseite schaut. Dort wurden mit Nsoki, Marvin Friedrich und Zeno van den Bosch bislang lediglich Spieler für die Defensive verpflichtet. Gerade in der Offensive aber lag in den vergangenen Jahren das große Problem der Eisernen.

Sollten Skarke und Ljubicic den Verein verlassen, wäre nominell der Platz da, den es für eine Verpflichtung von Futkeu bräuchte. Mit 1,83 Metern ist er zwar genauso groß wie Ljubicic und sogar zwei Kilogramm leichter, wirkt gerade in den Zweikämpfen jedoch robuster. Mit seinen gerade einmal 23 Jahren dürfte zudem noch viel Entwicklungspotenzial für Neu-Trainer Lustrinelli in dem gebürtigen Essener stecken.

Noel Futkeu (Mitte) hat bei Eintracht Frankfurt keine Zukunft und wurde aus dem Kader für das Trainingslager gestrichen.

Noel Futkeu (Mitte) hat bei Eintracht Frankfurt keine Zukunft und wurde aus dem Kader für das Trainingslager gestrichen.

© Jürgen Kessler/Imago

Adi Hütter scheint das als neuer Coach von Eintracht Frankfurt jedoch anders zu sehen. Nachdem Futkeu durch eine Rückkaufoption in Höhe von 1,3 Millionen Euro in diesem Sommer wieder an den Main zurückgeholt wurde, darf er – genau wie drei andere Spieler – nicht mit ins Trainingslager der Hessen reisen. Schon beim Auftakttraining war Futkeu im Abschlussspiel außen vor und musste stattdessen Runden um den Trainingsplatz drehen.

Er und der frühere Hertha-Stürmer Jessic Ngankam haben keine Zukunft bei der Eintracht und sollen den Verein verlassen. Gerade Futkeu aber wollen die Hessen noch deutlich über seinem Marktwert verkaufen. Angebote für den 23-Jährigen soll es bereits gegeben haben, allerdings keines in der Höhe von zehn Millionen Euro, die sich die Eintracht-Verantwortlichen durch einen Verkauf des Stürmers erhoffen.

Erstes Pflichtspiel am 23. August im DFB-Pokal

Genau an dieser Stelle dürfte sich der große Haken für Horst Heldt und den 1. FC Union Berlin befinden. Der Verein ist zunächst auf Abgänge und mögliche Transfererlöse angewiesen, um eine solche Verpflichtung überhaupt ernsthaft angehen zu können. Und ob die Eisernen für einen entwicklungsfähigen Spieler, der noch keine Erfahrung in der Bundesliga gesammelt hat, so tief in die Tasche greifen würden, ist noch einmal ein anderes Thema.

Bis zum ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal am 23. August bei Eintracht Braunschweig ist jedoch noch fast ein Monat Zeit, in dem auf beiden Seiten noch viel passieren kann. Die Langeweile, die bei manchem Fan angesichts des bislang ruhigen Transfersommers aufgekommen sein mag, dürfte bis dahin noch verfliegen.

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