Nächste Hamburger Solarfirma insolvent: Was wird aus 100 Projekten?


Hamburg

Insolvenz breitet sich aus: Zweite Hamburger Solarfirma betroffen - 100 Projekte auf der Kippe

Nach der Pleite der Enerparc AG ist nun auch die Tochtergesellschaft pvwerk GmbH insolvent (Symbolbild).
picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Vor ein paar Tagen meldete der Hamburger Solar-Pionier Enerparc AG Insolvenz an – nun folgt eine Tochterfirma. Wie es für die Beschäftigten weitergeht.

Erst am Montag hatte der Vorstand der Hamburger Enerparc AG die Mitarbeitenden über die Insolvenz des Solar-Unternehmens informiert. Damals teilte das Unternehmen mit, dass zunächst unklar sei, wie es mit den Tochtergesellschaften weitergehe. Jetzt hat die Tochterfirma pvwerk GmbH Insolvenz angemeldet, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekanntgab. Die pvwerk GmbH wolle sich in Eigenverwaltung sanieren und damit den „Erhalt des Unternehmens“ sichern.

Als Tochtergesellschaft der Enerparc AG war die pvwerk GmbH für den Bau von Solarparks und die Installation von Batteriespeichern zuständig.

Unklar, wie es mit 100 Projekten im Bau weitergeht

Anzeige

Aktuell beschäftigt die pvwerk GmbH rund 60 Mitarbeiter. Ihre Gehälter seien für die kommenden drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert, teilte das Unternehmen mit. Wie es danach für die Beschäftigten weitergeht, ist offen. Unklar ist auch, was mit den rund 100 Solarpark- und Batteriespeicherprojekten passiert, die sich derzeit im Bau befinden. Dazu befinde man sich in enger Abstimmung mit Stefan Denkhaus, dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Enerparc AG.

Geschäftsführer zeigt sich nach Insolvenz zuversichtlich

Anzeige

Zur Insolvenz äußert sich der Geschäftsführer der pvwerk GmbH, Florian Gösch: „Wir wollen die bereits im Bau befindlichen Solarparks möglichst fertigstellen, um damit einen zeitnahen Netzanschluss zu ermöglichen. Wir werden daher in enger Abstimmung mit unserem Auftraggeber, der Enerparc AG, die im Bau befindlichen Projekte priorisieren und die Werthaltigkeit der Fertigstellung herausarbeiten. Wir wollen damit auch die Voraussetzungen für eine dauerhafte Fortführung der pvwerk GmbH legen, weil wir davon überzeugt sind, dass wir ein wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell haben.“

Laut der Pressemitteilung war die pvwerk GmbH seit ihrer Gründung im Jahr 2011 an rund 500 Solarparkprojekten beteiligt. (mp)