Angriff auf Öl-Schiffe: Das Mullah-Regime zettelt kurz vor der wichtigen Friedensfrist eine neue Eskalation an


Iran-Krieg: Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus – Emirate werfen Teheran Piraterie vor

Stand: 14.08.2026, 07:40 Uhr

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Die Straße von Hormus bleibt der neuralgische Punkt im Krieg mit den USA und Israel. Nun attackiert Teheran Schiffe eines emiratischen Ölkonzerns.

Teheran – Die Lage im Iran-Krieg bleibt angespannt. Nun hat das Mullah-Regime in Teheran zwei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate gehörten die Schiffe dem staatlichen emiratischen Ölkonzern Adnoc. Bei dem „feindlichen iranischen Angriff“ sei niemand verletzt worden, erklärte das Außenministerium in Abu Dhabi.

Iran-Krieg - Straße von Hormus

Die Handelsschifffahrt leidet unter den Angriffen in der Straße von Hormus. (Archivbild/ Illustration) © Uncredited/AP/dpa

Die Emirate kritisierten das iranische Vorgehen scharf: „Angriffe auf die Handelsschifffahrt und die Ausnutzung der Straße von Hormus als Instrument für wirtschaftlichen Zwang oder Erpressung stellen Piraterie-Akte dar, die von der Islamischen Revolutionsgarde des Iran begangen werden“, hieß es in der Erklärung des Außenministeriums. Dies sei „eine unmittelbare Bedrohung für die Stabilität der Region und ihre Bevölkerung sowie für die weltweite Energiesicherheit“.

Lage im Iran-Krieg: Straße von Hormus faktisch blockiert

Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran bei den Bemühungen um ein Ende des Krieges. Der Iran bekräftigte nun erneut, dass er die Kontrolle über die für die Weltwirtschaft wichtige Meerenge habe. „Die Straße von Hormus steht unter der Verwaltung und Kontrolle der Islamischen Republik und unser Land setzt seinen Weg in voller Sicherheit fort“, zitierte das Staatsfernsehen den Chef der paramilitärischen Bassidsch-Milizen, Hossein Taeb. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, die USA hätten die „vollständige Kontrolle“ über die Meerenge und würden diese „behalten“. Am Samstag (15. August) läuft eine 60-tägige Waffenruhe aus.

Der seit Ende Februar andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran hatte den Schiffsverkehr in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht. Dies führte weltweit zu höheren Preisen für Öl, Gas und Düngemittel. Die Kriegsparteien ringen schon länger um eine vollständige Wiedereröffnung der faktisch blockierten Meerenge – bislang ohne Erfolg. Der Iran hatte zuletzt für eine Öffnung neben einem Ende sämtlicher US-Drohungen gegen das Land, eine Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen sowie einen Abzug der US-Streitkräfte aus der Region und eine vollständige Entschädigung für die Kriegsschäden verlangt.

Waffenruhe im Iran-Krieg soll verlängert werden

Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg zu einem dauerhaften Frieden ebnen sollte. Weitere Details sollten binnen einer Frist von 60 Tagen ausgearbeitet werden, darunter auch eine Lösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus. In der Zwischenzeit sollten die Waffen schweigen. Dennoch kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu gegenseitigen Angriffen in der Region. 

Aus pakistanischen Sicherheitskreisen hieß es zuletzt, die Waffenruhe solle verlängert werden – um weitere 60 oder gar 90 Tage. Pakistan ist Vermittler in dem Konflikt. Bisher ist demnach aber nicht entschieden, ob diese neuerliche Waffenruhe öffentlich kommuniziert werde. Zugleich stehe eine Einigung zwischen dem Iran und dem Oman über die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bevor, hieß es weiter. Nach den Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen könnte diese noch vor Samstag zustande kommen. 

Straße von Hormus dient im Iran-Krieg als Druckmittel

Zuletzt hatte der Iran eine Art Rundkurs für die Meerenge ins Spiel gebracht: Gemeinsam mit dem Anrainerstaat Oman könnten Frachter auf einer nördlichen Route durch iranische Hoheitsgewässer in die Straße von Hormus einfahren. Nachdem die Schiffe Häfen im Iran oder in arabischen Golfstaaten angelaufen haben, könnten sie für die Rückfahrt eine südliche Route durch omanische Hoheitsgewässer nutzen.

Die Öffnung der Straße von Hormus ist inzwischen eine der Schlüsselfragen in dem Konflikt. Der iranische Machtapparat betont, er wolle in Abstimmung mit dem Oman, dem anderen Anrainerstaat, eine Gebühr von Schiffen kassieren, die die Meerenge passieren. Die USA lehnen eine Maut vehement ab. 

Satellitenaufnahme des Persischen Golfs

Die faktische Blockade der Meerenge ist ein zentrales Druckmittel. (Archivbild) © -/The Visible Earth/NASA/dpa

Straße von Hormus: Umweltschäden als Argument im Iran-Krieg

Der Iran verweist bei seinem Plan, für die Durchfahrt der Straße von Hormus künftig eine Gebühr zu kassieren, auch auf die von passierenden Schiffen verursachten Umweltschäden. Die Parteien, die vom Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus profitierten, hätten eine rechtliche und moralische Verpflichtung, zur Behebung dieser Schäden beizutragen, forderte Ismail Baghai. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums wies auf X als Beispiel auf eine jüngste Ölverschmutzung entlang der Küste der in der Meerenge liegenden iranischen Insel Gheschm hin. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge sei ein ausländischer Frachter dafür verantwortlich. Genauere Angaben machte er dazu nicht. 

Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi schrieb auf X, die Ölverschmutzung vor Gheschm sei „eine Folge der ausländischen militärischen Aggression in der Region“. Solche Umweltschäden unterstrichen einmal mehr die dringende Notwendigkeit für den Iran, einen Verwaltungsmechanismus für die Straße von Hormus festzulegen und umzusetzen. Umweltschützer weisen regelmäßig darauf hin, dass aufgrund des Iran-Kriegs die Gefahr groß sei, dass Schiffe beschädigt oder getroffen werden. (Quellen: dpa, AFP) (cs)